Theorie
Kurzbeschreibung
Probabilistisches Schließen in Wissensbasierten Systemen

Wissensbasierte Systeme sind nach ihren Anfängen in den 70er Jahren mit einer
damals noch rein deterministischen Regelauswertung heute mehr und mehr in der
Lage, auch vages, unsicheres und subjektives Wissen zu verarbeiten. Ein
Forschungszweig richtet sein Interesse auf die probabilistische Erfassung und
Auswertung von Fakten und Regeln, da Wahrscheinlichkeiten besonders geeignet
sind, vorgegebene, von Experten formulierte Abhängigkeiten zu quantifizieren.
Dies erfolgt sowohl auf der Basis von Expertenwissen als auch durch die
Verarbeitung von statistischen Daten, die in ihrer Gesamtheit zur Deduktion
herangezogen werden können.
Ein für die Darstellung unsicheren Wissens besonders geeigneter Ansatz
ist im Expertensystem SPIRIT (Symmetrical Probabilistic
Intensional Reasoning in Inference Networks in
Transition) realisiert. Häufigkeitsverteilungen, die auf
statistischen Erhebungen beruhen, können gleichermaßen
berücksichtigt werden wie heuristische Regeln; Wissen des Experten
wird ebenso integriert, wie subjektive Einschätzungen seitens des
Benutzers einfließen. SPIRIT ist in der Lage, selbständig aus
eingegebenen Daten und Beispielen zu lernen und gehört damit zu den
aktiv lernenden Systemen. Durch einen induktiven Lernprozess und
aufgrund von Experteninformationen werden auch indirekte (d.h. nicht direkt
beobachtete) Zusammenhänge durch transitives Schließen
erfasst. Hervorzuheben ist weiterhin die Fähigkeit des Systems,
logische Schlussfolgerungen (im Sinne der erweiterten
Prädikatenlogik) aus der gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsverteilung
abzuleiten.
FernUniversität in Hagen
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Forschungsbereich Operations Research