Klasse oder Ausprägung der Komödie: Komödie, deren komische Handlung von überzeichneten und/oder standardisierten überindividuellen Figuren-Typen getragen wird

Die dramatische Handlung der (typischen) Typenkomödie wird – im Unterschied zur Charakterkomödie, die auf individuellen Charakteren beruht – von Figuren getragen, die erkennbar nicht individuell angelegt sind, sondern als Repräsentanten eines bestimmten Typs von Menschen. Insofern sind die Figuren der Typenkomödie immer auch überzeichnete (karikierte) überindividuelle Figuren, deren 'typische', erkennbare Merkmale betont werden. Unter diesen Merkmalen sind insbesondere Stand, Beruf/Funktion, Alter, Geschlecht und dergleichen zu nennen.

Dabei ist – insbesondere natürlich in bestimmten historischen Ausprägungen dieses Komödientyps wie etwa der commedia dell’arte – auch die topische Standardisierung von bestimmten, aus der Wirklichkeit bekannten Klischeevorstellungen und/oder anderen Typenkomödien bekannten Figuren-Typen festzustellen: Der freche und bauernschlaue Diener gehört zu vielen Komödien ebenso wie etwa der gehörnte Alte, der Geizhals oder der Hypochonder.

Nicht zuletzt diese konventionalisierten Momente und Elemente erklären die Beliebtheit der Typenkomödie in wenig artifiziellen und eher volkstümlichen Zusammenhängen, wo sie besonders beliebt war (und ist).

Im Unterschied zur Situationskomödie, die ihre Komik vor allem aus komplexen Situationsverwicklungen im dramatischen Handlungsgeflecht gewinnt, aber natürlich mit den Figuren-Typen der Typenkomödie verbunden werden kann, gewinnt die Typenkomödie ihre Komik in erster Linie aus ihren Figuren: Diese sind als überzeichnete Gestalten lächerlich, werden als solche dargestellt (auch durch Masken, Kostüme usw.) und in entsprechende Handlungen verwickelt. Und sie sind als Repräsentanten eines bestimmten Menschentyps lächerlich, der somit von der Komik ebenso betroffen und der Lächerlichkeit preisgegeben wird.