Europäische Literatur der Neuzeit Tips für Studium und Prüfungen
Hausarbeit-Erstellung
Ratschläge für die Erstellung einer Hausarbeit

Procedere:

(1) Sie einigen sich mit dem Betreuer des bearbeiteten Studienbriefs oder dem Leiter einer Präsenzveranstaltung auf ein Thema. Oft sind den Readern oder Rundbriefen zu Präsenzveranstaltungen, den Studienbriefen oder den zugehörigen Web-Seiten schon konkrete Themenvorschläge oder andere Hinweise zur Themenfindung beigefügt.

(2) Sie lesen sich in die Primär- und Sekundärliteratur ein – Hinweise dazu bekommen Sie oft auch aus den Präsenzseminar-Readern, den Studienbriefen oder dem Korrektor – und erarbeiten eine ausführliche Gliederung mit Literaturverzeichnis, die Sie Ihrem Korrektor (also dem Betreuer des Studienbriefs oder dem Leiter der Präsenzveranstaltung) zuschicken.

(3) Der nimmt dazu Stellung und regt üblicherweise, falls sinnvoll einige Änderungen an.

(4) Dann können Sie mit der Ausarbeitung beginnen (die im Regelfall im Grundstudium in sechs Wochen, im Hauptstudium in drei Monaten abgeschlossen sein sollte).

(5) Dann schicken Sie Ihr Opus an den Korrektor und erhalten Ihr korrigiertes Referat mit Schein (wollen wir zumindest hoffen) und einigen Korrekturerläuterungen zurück.

Kommunikation:

Der einfachste Kommunikationsweg für all dies ist natürlich die Email – jeder Fern-Student sollte über eine Email-Adresse und über Internet-Zugang verfügen (beides ist über das Rechenzentrum der FernUni problemlos zu erhalten; von überall in Deutschland können Sie sich zum Ortstarif einwählen).

Aufbau eines Referats:

  • Titelblatt (nach dem Muster in den Informationen zum Studium des Instituts)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung (die zum Thema hinführt, Entscheidungen in Bezug auf Themen-, Text- und Methodenwahl begründet [wenn nötig!] und einen Überblick über die Arbeit gibt)
  • Hauptteil
  • Schlußbemerkung (die nicht einfach das bereits Gesagte wiederholt, sondern es auf einer höheren Abstraktionsebene reflektiert; hier wie auch in der Einleitung bitte Schulaufsatzfloskeln: "Das Buch ‘xxx’ hat mir viel gegeben", "ist eines der bedeutendsten Werke der Epoche", etc. bitte unbedingt vermeiden)
  • Literaturverzeichnis (untergliedert in Primär- und Sekundärliteratur).

Wichtig ist, daß Sie innerhalb der Kapitel einen kontinuierlichen Argumentationsgang aufbauen; vermeiden Sie Sprünge und unverbunden aneinander gereihte Absätze!

Weitere Informationen zum Aufbau einer Hausarbeit finden Sie in der KE 04 des Einführungskurses 4400 "Mut zur Literatur".

Umfang:

Eine verbindliche Seitenzahl läßt sich nicht benennen. Die Erfahrung lehrt aber, daß ein Gesamtumfang von 15-20 Seiten ein vernünftiges Maß ist.

Ausgaben von Primärtexten:

Hier sollten Sie immer die beste verfügbare Ausgabe benutzen (auch wenn diese zum Kauf zu teuer ist und nur in der Bibliothek erhältlich oder gar benutzbar ist). Das sind (in dieser Reihenfolge): (1) eine historisch-kritische Ausgabe (bietet einen zuverlässigen Text mit allen Entstehungs- und Überlieferungsvarianten, oft auch mit Materialien und Kommentar); (2) eine kommentierte Ausgabe neueren Datums (etwa die Bände des Klassik-Verlages, häufig auch Bände in Reclams Universalbibliothek).

Unter den folgenden Links finden Sie außerdem Informationen zur Literaturrecherche und zur Zitierweise.

Zwei wichtige Bewertungskriterien sind schließlich für uns:

a) Intersubjektivität:

Ihre Argumentation muß darauf abzielen, den Leser von der Richtigkeit Ihrer Interpretation zu überzeugen. Vermeiden Sie also den Jargon der Unverbindlichkeit ("Ich persönlich glaube, meine, neige zur Ansicht ...") und begründen und belegen Sie Ihre Thesen. Wirklich überzeugend sind dabei nur Primärtext-Belege!

b) Eigenständigkeit:

Ziel eines Referates ist es, daß Sie das selbständige Arbeiten am Text üben.
All den Teilen, in denen Sie nur Vorgefundenes referieren können (Angaben zum Autor, zur Entstehung, zur Quellenlage etc.) sollte daher nicht mehr Raum gegeben werden, als unbedingt nötig ist.
Und auch der Sekundärliteratur müssen Sie unbedingt kritisch begegnen: Zum einen ist nicht alles, was gedruckt wurde, auch richtig (um es euphemistisch zu formulieren!); zum anderen ist jedes Interpretationsergebnis (bestenfalls) gültig im Rahmen der gewählten Methode (und daher nicht übernehmbar, wenn Sie eine andere verfolgen, und auch nicht beliebig mischbar mit Ergebnissen auf der Basis anderer Methoden).

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13.12.99, Redaktion