Europäische Literatur der Neuzeit Tips für Studium und Prüfungen
Literaturrecherche
Literaturrecherche

Um wissenschaftlich arbeiten zu können, müssen Sie wissen, was die Wissenschaft bislang zu Ihrem Gegenstand gesagt hat. Aktuelle Wissenschaft ereignet sich zumeist in Aufsätzen; sie müssen also vor allem die neueren Aufsätze zu Ihrem Thema finden. Im folgenden einige einfache Handgriffe, um Forschungsliteratur zu finden.

Die Suchstrategie, die Sie verwenden, sieht so aus:
1. Sie suchen eine spezielle Bibliographie zu ihrem Thema.
2. Sie füllen die Lücke vom Erscheinen der Spezialbibliographie bis zur Gegenwart durch die elektronische Bibliographie der Literaturwissenschaft.

1. Suchen Sie eine Bibliographie zu Ihrem Thema (Autor, Werk, Konzept)

Es gibt kein aktuelles Verzeichnis von Spezialbibliographien. Suchen Sie eine möglichst aktuelle Monographie zu Ihrem Thema und werten Sie deren Literaturverzeichnis aus. Verwenden Sie dazu den Karlsruher Virtuellen Katalog, eine Metasuchmaschine für Bibliothekskataloge. (Aber Achtung: Dieser Katalog verzeichnet lediglich Bücher, es reicht also nicht aus, nur hier nach Literatur zu suchen!) Außerdem lohnt sich immer ein Blick in die Bände der Sammlung Metzler und der UB Reclam, insbesondere die Reihen Interpretationen und Erläuterungen.

Verwenden Sie auch die versteckten Bibliographien in den neueren Lexika o.ä., um solche Spezialbibliographien zu finden. Versteckte Bibliographien finden Sie in:

  • Kindlers Neues Literatur Lexikon. Hg. v. Walter Jens. 20 Bde. München 1988-1992, zwei Supplement-Bde 1998. Studienausgabe 1996. Als CD-ROM München 1999, update 2001.
    (Vorgänger: Kindlers Literatur Lexikon. Dt. Ausgabe begr. von Wolfgang von Einsiedel unter Mitarb. zahlreicher Fachberater. 7 Bde und Ergänzungsbd. München 1965-1974.)
  • Literatur-Lexikon. Hg. von Walter Killy unter Mitarb. von Hans Fromm u.v.a. Bd 13 und 14: Begriffe, Realien, Methoden. Gütersloh, München 1988-1993. (Bd. 1-15 auf CD-ROM Berlin 2000).
  • Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze - Personen - Grundbegriffe. Hg. v. Ansgar Nünning. 2., überarb. und erw. Aufl. Stuttgart 2001.
  • Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Hg. von Günther und Irmgard Schweikle. 2., überarb. Aufl. Stuttgart 1990.
  • Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Bd.1: A-G. Gemeinsam mit Harald Fricke, Klaus Grubmüller und Jan-Dirk Müller hg. von Klaus Weimar. Bd. 2: H-O. Gemeinsam mit Georg Braungart, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimar hg. v. Harald Fricke. Berlin, New York 1997 und 2000. Bd. 3 erscheint 2003.
    (Bis zum Abschluß dieser Neubearbeitung ist mitzubenutzen: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Begr. von Paul Merker und Wolfgang Stammler. 2. Aufl. neu bearb. und unter red. Mitarbeit von Klaus Kanzog sowie Mitw. zahlreicher Fachgelehrter hg. von Werner Kohlschmidt und Wolfgang Mohr (ab Bd 4 von Klaus Kanzog und Achim Masser). 4 Bde u. Reg.bd Berlin 1958-1988.)
  • Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. 8., grundlegend überarb. Aufl. Stuttgart 2001.
  • Blinn, Hansjürgen: Informationshandbuch deutsche Literaturwissenschaft. Mit Internet- und CD-ROM-Recherche. 4., völlig neu bearb. u. stark erw. Ausg. Frankfurt am Main 2001.
  • 2. Suchen Sie die Titel, die seit dem Erscheinen der Spezialbibliographie erschienen sind

    Ihre Bibliographie endet meistens irgendwann in den 1980er oder 1990er Jahren. Da Wissenschaft eine progressive Unternehmung ist, müssen Sie auch noch die Titel suchen, die seitdem zu Ihrem Thema publiziert worden sind. Verwenden Sie dazu die folgenden elektronischen periodischen Bibliographien:

    • Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (BDSL)
    • MLA International Bibliography 1963 - present (MLA).

    Die BDSL ist für germanistische Sekundärliteratur gedacht, die MLA vor allem für die anglistische, mit einer sehr selektiven Auswahl aus Titeln anderer Sprachen.

    Als Student an der Fernuniversität Hagen können Sie beide Bibliographien über das Internet verwenden. (Beachten Sie bitte die technischen Hinweise zur Benutzung.)

    3. Auswahl aus der Titelliste

    Sie müssen nicht alle Titel aus der so erstellten Bibliographie lesen. Die Liste dient aber als Grundlage für Ihr weiteres Vorgehen. Durchsuchen Sie sie nach Titeln, die besonders einschlägig für Ihr Thema zu sein scheinen. Notieren Sie sich auf jeden Fall die aktuelleren Titel. Mit dieser Auswahlliste gehen Sie in eine Bibliothek und sichten alle Titel, d.h. Sie lesen die Aufsätze an, um deren genaue Fragestellung und Ausrichtung zu erfahren. Auf diese Weise reduziert sich der Kreis der Literatur weiter. Für eine Hausarbeit im Grundstudium sollten Sie 5 bis 10 Titel gelesen haben, im Hauptstudium ungefähr das Doppelte.

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    13.05.03, Redaktion