Kolloquium am 27./28. 2. 2009
Unreine Erlösung. Wie die Geschichte der Literatur den Kopf
verdreht
Leitung: Prof. Dr.
Ulrich Schödlbauer, Prof. Dr. Peter Brandt
Gäste: Alban Michael Herbst, Thomas Körner, Paul Mersmann
Moderne Literatur ist geschichtsversessen. Das gilt nicht erst seit
Herder und den Romantikern, aber es gilt seit ihnen in erhöhtem
Maße. Dabei haben sich die Schriftsteller selten mit dem Stoff der
Vergangenheit zufrieden gegeben, mit dem »So war es« oder »Wie es
war«. Es geht um die Zukunft – dies könnte weit eher über den
Werken der schreibenden Zeitgenossen stehen. Es geht um Hoffnungen,
Wünsche, Möglichkeiten, es geht um die Transformation von Jenseits-
und Erlösungsglauben in sehr unterschiedliche und zum Teil höchst
subtile ›Projekte‹. Und es geht darum, zu warnen: vor der
Vergangenheit, vor der Gegenwart und vor der Zukunft.
Was ist die Geschichte für ein Sujet? Wie stehen moderne
Geschichtswissenschaft und Literatur zueinander? Gibt es ein
literarisches Potential, das sich die Geschichtswissenschaft
zunutze macht? Ist literarisches Geschichtsdenken Illusion – und,
wenn ja, in welchem Sinn?
Aufzeichnung
(Videostreaming)
2-monatlich, halbtägig
Eine Übersicht über die Präsenzveranstaltungen des Instituts
für Neuere deutsche und europäische Literatur finden Sie
hier.