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Workshop 3: Wie gestalte ich Internet-Seiten?

Informations- und Arbeitstagung des Öffentlichkeitsausschusses des BEB:
"Internet im dritten Sektor - eine Entscheidung mit Folgen"
08.-10. März 2000, Kolpinghaus Fulda


I. Was ist "Web Accessibility"?

Standard-Internetseiten:

1. Anforderungen an Benutzer und Hardware.
2. Wen betrifft dies?

Behindertengerechte Internetseiten.


Standard-Internetseiten.


1. Anforderungen an Benutzer und Hardware.

Fähigkeiten, die zum "Surfen" benötigt werden sind z.B.:

  • visuell:
    1. Text lesen,
    2. Bilder, Grafiken, Animationen und Videos wahrnehmen.
    3. Dies ist eingeschränkt bzw. nicht möglich bei:

      Sehbehinderten und Blinden,

      aber auch für nichtbehinderte Benutzer bei:

      *   Textbrowsern,
      *   ausgeschalteten Grafiken,
      *   Textgeräten (WAP-Handys),
      *   gegebenenfalls bei fehlenden Plugins,
      *   gegebenenfalls bei hohen Sicherheitseinstellungen: ausgeschaltetes Java/Java Script.
  • auditiv:

    1. Warntöne wahrnehmen,
    2. Audioausgabe (zu Videos etc.).
    3. Dies ist eingeschränkt bzw. nicht möglich bei:

      Hörgeschädigten und Tauben,

      aber auch für nichtbehinderte Benutzer bei:

      *   fehlender Soundkarte,
      *   abgestelltem Ton.
  • motorisch:

    1. Bedienen einer Tastatur,
    2. Bedienen eines Mauscursors:
      1. navigieren durch Klick auf Links oder Buttons, navigieren durch 'Scrollen',
      2. andere interaktive, mit dem Mauszeiger verknüpfte Elemente (z.B. Wechsel von Bildern bei Bewegung auf Bilder).
      Dies ist eingeschränkt bzw. nicht möglich bei:

      körperbehinderten Menschen,

      aber auch für nichtbehinderte Benutzer bei:

      *   gegebenenfalls eingeschränkt u.a. bei Notebooks mobilen Geräten im mobilen Einsatz.
  • kognitiv:

    1. komplexe Texte wahrnehmen



2. Wen betrifft dies?

Die oben genannten notwendigen Fähigkeiten sind vermindert einerseits bei Personen mit Funktionseinschränkungen und andererseits durch die Benutzung bestimmter Hardware bzw. Software, welche nur eine eingeschränkte Darstellung erlaubt.

Personen mit Funktionseinschränkungen:
  1. Einschränkungen in der visuellen Wahrnehmung
  2. Laut Landesamt für Datenverarbeitung leben in Nordrhein-Westfalen 16.817 blinde Menschen und 9.416 Menschen mit einer hochgradigen Sehbehinderung (Stand: 1997)
  3. Einschränkungen in der auditiven Wahrnehmung
  4. Laut Landesamt für Datenverarbeitung gibt es in Nordrhein-Westfalen 57.487 Hörgeschädigte, davon 8.569 Gehörlose und 48.918 Schwerhörige (Stand: 1997).
  5. Einschränkungen in der (Fein-)Motorik
  6. kognitive Einschränkungen
Bitte bedenken Sie auch:
bei älteren Menschen sind evtl. alle Funktionen in geringem Maße eingeschränkt.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es am Jahresende 1997 in Deutschland fast 6,6 Mill. Schwerbehinderte.
Von Blindheit und Sehbehinderung waren 5,2 % betroffen.
Allein in Nordrhein-Westfalen leben über 2,5 Millionen Menschen mit Behinderungen, über 1,8 Millionen von Ihnen sind schwer behindert. Das heißt, fast jede oder jeder Siebte in NRW lebt mit einer Behinderung.
Darüber hinaus:



Behindertegerechte Internetseiten.


Was ist "accessible"?

In den Implementation of Section 255 of the Telecommunications Act of 1996 Access to Telecommunications Services, Telecommunications Equipment, and Customer Premises Equipment by Persons with Disabilities ist unter
IV. STATUTORY DEFINITIONS
B. Nature of Statutory Requirements
3. "Accessible to and Usable by"

angeführt:
"... 74. The Access Board has defined equipment accessibility as including the following functions:
Input, control, and mechanical functions--(156)
- Operable without vision
- Operable with low vision and limited or no hearing
- Operable with little or no color perception
- Operable without hearing
- Operable with limited manual dexterity
- Operable with limited reach or strength
- Operable without time-dependent controls
- Operable without speech
- Operable with limited cognitive skills
Output, display, and control functions--(157)
- Availability of visual information
- Availability of visual information for low vision users
- Access to moving text
- Availability of auditory information
- Availability of auditory information for people who are hard of hearing
- Prevention of visually-induced seizures
- Availability of auditory cutoff
- Non-interference with hearing technologies
- Hearing aid coupling ..."

Mit dieser generellen Forderung nach Bedienbarkeit und Verfügbarkeit wird bereits eine Richtung vorgegeben.
Eine weitere Frage, die sich jedem Web-Designer stellen muß, ist nicht nur:

"Wer ist meine Zielgruppe? Wen will ich ansprechen?",
sondern im Sinne von 'Awareness' auch auf das Thema 'behinderte Menschen und Internet' aufmerksam machend (wenn diese Aufgabe nicht von Behindertenorganisationen und -verbänden übernommen wird - von wem dann?):
"Schließt die Konzeption meiner Internetpräsentation mögliche Personengruppen aus der Zielgruppe aus? "

Wenn diese Frage mit ja beantwortet wird: wie kann dem entgegengewirkt werden?
Hierzu gibt es sowohl auf Anwenderseite als auch auf Anbieterseite verschiedene Möglichkeiten.

auf Userseite:


auf Anbieterseite (allgemein) z.B.:



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