Historisches Institut Historische Spurensuche
Entdeckung einer Region
Projektbeschreibung

Unter der Überschrift "Historische Spurensuche. Entdeckung einer Region" führen das Historische Institut der FernUniversität Hagen sowie mehrere Schulen aus dem Raum Dortmund und Hagen ein Projekt durch, an dem Hochschullehrer, Lehrer und Schüler gemeinsam arbeiten. Finanziert wird das Vorhaben von der Stuttgarter Robert Bosch Stiftung. Im Rahmen ihres Programmes "Denk mal! Geisteswissenschaften" stellt die Stiftung knapp 60.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Ziel ist es, Methoden und Ergebnisse universitärer Forschung in einer Partnerschaft zwischen Schule und Hochschule für den Unterricht und für Projekte an Schulen nutzbar zu machen und gleichzeitig über konkrete Vorhaben historischer ‚Spurensuche’ den SchülerInnen einen ersten Einstieg in eigene Forschungen zu ermöglichen. Die drei Lehrgebiete des Hagener Historischen Instituts haben gemeinsam mit  GeschichtslehrerInnen von zwei Hagener und zwei Dortmunder Gymnasien vier Einzelvorhaben entwickelt. Ihnen gemeinsam sind geschichtswissenschaftlicher Charakter, Bezug zur Region sowie die arbeitspraktischen Aspekte von "Entdeckung" und "Begegnung". Sie gehen zudem alle aus der Forschung und der Lehre der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FernUniversität hervor und greifen Themen auf, die in Lehrplänen oder besonderen Projekten der einzelnen Schulen für das Fach Geschichte vorgesehen sind.
Die Vorhaben widmen sich unterschiedlichen Fragstellungen aus verschiedenen Zeiten. Einen mittelalterlichen Akzent setzt das Projekt zur "Macht der Bilder", in dem es um die - heute wieder hochaktuelle - Vermittlung und Erläuterung von Wissen und Denken mit den Mitteln visueller Kommunikation geht. Die Genese der heutigen Arbeits- und Lebenswelten im Ruhrgebiet thematisiert das Projekt "Stadtentwicklung und Urbanisierungsprozesse". Außereuropäisches kommt durch Blick auf alltägliche und lokaltypische Ernährungsgewohnheiten und Konsumformen zur Sprache, in denen sich Fremdes in überraschendem Maß im vermeintlich Eigenen findet. Speziell an Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe I richten sich die "Historischen Forschungsreisen", auf denen die eigene Stadt unter verschiedenen inhaltlichen Gesichtspunkten und methodischen Akzenten erkundet wird. Für alle Vorhaben kann die Methode der "oral history" neue Möglichkeiten erschließen, sich Vergangenem zu nähern und Informationen zu gewinnen.
Insgesamt will dieses Vorhaben mit seinen verschiedenen Themen, Inhalten und Methoden aus unterschiedlichen Perspektiven einen neuen Blick auf die Region östliches Ruhrgebiet werfen. Erfahrungs- und Alltagsgeschichte sollen den Schülern neue Zugänge zur Geschichte eröffnen. Dabei wird der mikrohistorische Blick auf die lokalen Lebenswelten auch die menschlichen und "kulinarischen" Zuwanderer entdecken und die größeren Zusammenhänge verdeutlichen, in die selbst eine überschaubare Region eingebunden ist.
Alle Einzelprojekte basieren auf der Kooperation zwischen Universität und Schulen, zwischen Dozenten, Lehrern und Schülern, die durch kontinuierlichen Informationsaustausch, regelmäßige Begegnungen und eine Koordinationsstelle gesichert wird. Diesen Rahmen gewährleistet das Historische Institut der FernUniversität in Hagen. Zu den Aufgaben seiner Mitglieder im Rahmen dieses Projektes gehört es, Sachwissen und Material für die einzelnen Vorhaben zur Verfügung zu stellen und diese wissenschaftlich zu begleiten. Sie informieren über aktuelle Forschungstendenzen zu den gemeinsamen Projekten und erläutern, wie Probleme historisch aufbereitet werden können und welche Möglichkeiten es gibt, Informationen zu den verschiedenen Fragestellungen zu sammeln, auszuwerten und zu interpretieren.

 

Die Einzelprojekte

  1. Stadtentwicklung und Urbanisierungsprozesse 
    (Helmholtz Gymnasium Dortmund)
  2. Historische Forschungsreisen durch die Heimatstadt
    (Albrecht-Dürer-Gymnasium Hagen)
  3. Das Eigene und das Fremde. Begegnungen am gedeckten Tisch
    (Heisenberg-Gymnasium Dortmund)
  4. "Die Macht der Bilder" – Symbolsprache als Weltvermittlung und Weltdeutung
    (Hildegardis-Schule Hagen)

 



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31.01.05, Redaktion