Institut für Geschichte und
Biographie
Fernuniversität Hagen mit Sitz in
Lüdenscheid
Das Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen führt lebensgeschichtliche
Forschungsprojekte durch, betreibt ein Archiv für subjektive Erinnerungszeugnisse "Deutsches Gedächtnis",
macht die Veranstaltungsreihe "Lüdenscheider Gespräche" und ist Mitherausgeber der "Zeitschrift für
Biographieforschung und Oral History - BIOS". Es ist Mitglied der „International Oral History Association",
dessen Sekretariat derzeit hier angesiedelt ist.
Forschung
Im Zentrum der Forschung stehen die Erfahrungen von Menschen, von Zeitzeugen aus unterschiedlichen
historischen, sozialen und politischen Zusammenhängen. Dabei geht es um die Frage, wie Menschen (ihre)
Geschichte erlebt haben und wie ihre Erfahrungen in die Geschichte hineingewirkt haben. Gearbeitet wird
dabei oft mit Methoden der Befragung von Zeitzeugen. Die gegenwärtigen Forschungen sind - wie könnte es
nach der Vereinigung Deutschlands anders sein - stark von deutsch-deutschen Fragestellungen bestimmt:
Welche unterschiedlichen oder auch ähnlichen Erfahrungen haben Menschen gemacht, die in verschiedenen
politischen Systemen gelebt haben, aber durch eine gemeinsame Geschichte und Zukunft verbunden sind? Ein
weiterer Arbeitsschwerpunkt ist "Lebensgeschichte im Film". Neben zeitgeschichtlichen Filmproduktionen für
das Fernsehen sind dies Filme für die Erwachsenen- und Weiterbildung sowie für den Museums- und
Ausstellungsbereich, z.B. das Haus der Geschichte, Bonn, die Gedenkstätte Buchenwald oder dieDeutsche
Arbeitsschutzausstellung, Dortmund.
Archiv "Deutsches
Gedächtnis"
Im "Deutschen Gedächtnis" werden subjektive Erinnerungszeugnisse aller Art archiviert: Ton- und
Videointerviews mit Zeitzeugen, Briefe, Fotos, Tagebücher, Biographien, Autobiographien u.ä. Materialien aus
eigenen Projekten (hier nur die bekanntesten: zu Faschismus- und Nachkriegserfahrungen im Ruhrgebiet, zu
Nachkriegseliten in NRW, zur "volkseigenen Erfahrung" in der DDR, zu sowjetischen Internierungslagern, zur
Entwicklung der innerdeutschen Grenze, zu Erfahrungen im Elternhaus und Schule in der DDR) bilden den
Grundbestand, der inzwischen durch Forschungen Dritter, aber auch durch Zusendungen einzelner
biographischer Dokumente vielfältig ergänzt werden konnte. Das Archiv umfaßt derzeit an die 1.200
lebensgeschichtliche Interviews mit Männern und Frauen aus Ost- und Westdeutschland, eine Sammlung von
76.000 Schulaufsätzen aus den 50er Jahren ("Roeßler-Archiv"), eine "Zweigstelle" der wohl größten Sammlung
unveröffentlichter Autobiographien in Deutschland, der Sammlung des Schriftstellers Walter Kempowski,
sowie eine Reihe kleinerer Sammlungen und eine Vielzahl von Einzeldokumenten. Diese Materialien können -
in anonymisierter Form - von interessierten Personen innerhalb und außerhalb der Hochschule genutzt
werden.
"Lüdenscheider
Gespräche"
In etwa zweimonatigem Abstand finden die "Lüdenscheider Gespräche" statt, ein Angebot von Kolloquien,
Veranstaltungen mit Zeitzeugen, Filmvorführungen und Vorträgen.
"BIOS - Zeitschrift für
Biographieforschung und Oral History"
Die Zeitschrift informiert über einschlägige Forschungen, Sammlungen und Literatur, stellt
Forschungsergebnisse aus dem In- und Ausland vor und debattiert methodische Probleme. Sie
erscheint seit 1988 zweimal im Jahr und wird von Pädagogen, Historikern, Volkskundlern und
Soziologen herausgegeben. Spenden, für die wir sehr dankbar wären, sind steuerabzugsfähig.
Spendenkonto „Deutsches Gedächtnis": Universitätskasse Bochum, Sparkasse Bochum (BLZ 430
500 01), Konto-Nr.: 1300516, Zweck: 12/06260/28211/43400102
"Haus der Fernuniversität"
Dr. Alexander v. Plato
Liebigstraße 11
58511 Lüdenscheid
Tel: 02351-24580
Fax: 02351-39973
Email: Alexander.vonPlato@fernuni-hagen.de