Einige Informationen zum Fach Ökologische Psychologie

Ökologische Psychologie thematisiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt; dabei wird insbesondere die räumlich-dingliche, aber auch die natürliche Umwelt berücksichtigt. Sie untersucht sowohl die Einflüsse der Umwelt auf Individuen oder Gruppen als auch die Gestaltung (Bauen, Kultivieren, Zerstören) von Umwelt durch den Menschen. Da bisher in der Psychologie Umwelt fast ausschließlich als soziale Umwelt analysiert worden ist, bedeutet die Einbeziehung der räumlich-materialen Umwelt eine Erweiterung der traditionellen Psychologie um eine ökologische Perspektive, die alle Bereiche der Psychologie betrifft.

Ökologische Psychologie ist im deutschsprachigen Bereich Anfang der 70er Jahre durch verschiedene Symposien und Kongresse konstituiert und auch in den Diplom-Prüfungsordnungen verschiedener Universitäten verankert worden. Da sie von Anfang an interdisziplinär betrieben worden ist, bestehen enge Verbindungen zu Architektur, Stadtplanung, Umweltsoziologie, Umwelterziehung und anderen umweltrelevanten Verhaltenswissenschaften bzw. verhaltenrelevanten Umweltwissenschaften und zunehmend auch zu verschiedenen Naturwissenschaften.

Die Ökologische Psychologie analysiert das ganze Spektrum umweltbezogener Erlebens- und Verhaltensweisen, etwa:
Wahrnehmung und Bewertung gebauter und natürlicher Umwelten
Wahrnehmung und Akzeptanz von Umweltrisiken
Erleben und Verhalten in Räumen (z.B. Territorialität)
Umweltbewusstsein und umweltrelevantes Verhalten

Themenschwerpunkte des Faches beziehen sich z.B. auf:
die Analyse von Entwicklungsprozessen in spezifischen Umwelten
die vielfältigen Aspekte städtischen Lebens
und einer nutzerorientierten Wohn- und Stadtplanung
die Untersuchung von Umweltbewusstsein und Umwelthandeln

Ökologische Psychologie als Grundlagen- und Anwendungsgebiet thematisiert Umwelt in ihren Erlebnis- und Verhaltensqualitäten; dabei nimmt sie den Menschen als aktiven Gestalter wie als Betroffenen seiner Umwelt ins Visier und untersucht die positiven wie die negativen Facetten dieser Mensch-Umwelt-Beziehungen, mit dem Ziel, zu einer Verbesserung dieser Beziehungen beizutragen, einer Verbesserung, die durch menschengerechtere Gestaltung der Umwelt und/oder umweltgerechteres Verhalten des Menschen erreicht werden kann.

 

FernUni Logo12.09.05, Redaktion