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Central Institute for Distance Education Research - FernUniversität in Hagen
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16.03.2001

Mentor 2000

Befragung von Mentoren und Tutoren der FernUniversität

(ZIFF Papier Nr 116 - Holger Föllmer, M.Fritsch : Mentor 2000)

Zusammenfassung:

Die Untersuchung sollte Aufschluß geben über allgemeine Daten der Mentoren und ihre Meinungen zum Fernstudium, zu Bildungszielen, zu den Bedingungen in den Studienzentren und zu der eigentlichen Mentorentätigkeit. Von angeschriebenen 950 Mentoren/Tutoren haben 288 geantwortet - das ist eine Rücklaufquote von 30%. (1990 waren es von 508 in Frage kommenden Mentoren 258 Antworter= 51%) Die Mentoren arbeiten im Durchschnitt seit 7 bis 8 Jahren für die FernUniversität; zwei Drittel sind Männer. Die durchschnittliche Arbeitszeit als Mentor liegt bei 3,6 Stunden pro Woche. Die inhaltliche und organisatorische Zusammenarbeit wird von annähernd 40% der Befragten mit ausreichend oder schlechter bezeichnet. Bekannten zur Aufnahme eines Fernstudiums sehr oder ziemlich zuraten würden ca. 60% der befragten Mentoren.
Die Identifikation mit genau der Form des Fernstudiensystems in dem die Mentoren arbeiten lässt sich gut an den Antworten ermessen, die die Mentoren auf die Frage geben "Wie intensiv würden Sie einem Bekannten zum Fernstudium zuraten?" - Hier die Antworten im Vergleich von 1990 und 2000

Bildungsziele

Die Bildungsziele Beharrlichkeit, Selbständigkeit und solide Fachkenntnisse stehen an der Spitze der Bewertung der Mentoren. Hinsichtlich der Ausprägungen dieser Bildungsziele stellen sie den Studierenden ein gutes Zeugnis aus. Weniger gut weg kommen eine gute Allgemeinbildung, Kreativität und Fremdsprachenkompetenz. Besonders die geringe Einschätzung der Fremdsprachen-kompetenz weist auf ein Defizit hin.
Wenn man diese Antworten verrechnet, so dass eine Art Maß für Zufriedenheit des Erreichens von Bildungszielen erkennbar wird (Soll-Ist-Vergleich), dann sieht das so aus:

Studienzentren

Studienzentren bekommen hinsichtlich der Ausstattung, der Organisation und des Arbeitsklima durchweg gute Werte. Ca. ein Viertel der befragten Mentoren hält allerdings die Veranstaltungsräume nicht für angenehm. Die Organisation klappt gut, nur die Interessenvertretung wird von 40% als unzutreffend bezeichnet - wobei anzumerken ist, daß eine institutionalisierte Interessenvertretung der Mentoren zwar existiert, aber eine echte Personalvertretung nur für eine Minderheit mit einem BAT-Vertrag gilt. Das Arbeitsklima kann als ´ausgesprochen positive Atmosphäre des zwischenmenschlichen Umgangs´ bezeichnet werden.

Mentorentätigkeit

Den relativ höchsten Stellenwert weisen die Mentoren den Tätigkeiten "Helfen, den Lehrstoff zu verstehen", "gezielte Klausurvorbereitung" und "fachbezogene Beratung /Anleitung" zu - also den ´klassischen´ Aufgaben der Mentoren.
Hinsichtlich anderer abgefragter Merkmale gibt es dabei jedoch z.T. erhebliche Unterschie-de zwischen den Fachbereichen. So haben z.B. Mentoren aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft die Tätigkeiten "Einübung durch Wiederholung", "Behandlung von Einsendeaufgaben" und "Gezielte Klausurvorbereitung" auf der Praxisebene (Ist-Wer-te) deutlich häufiger als eher zutreffend angekreuzt. Gründe dafür liegen in den Differenzen beim Verpflichtungscharakter von Einsendeaufgaben.
Auch bei der Größe der Lernergruppen sind Unterschiede festzustellen. Hier spielt die Anzahl der den Studienzentren zugewiesenen Fernstudenten je Fachbereich eine Rolle.
Bei der Bewertung der pädagogischen Kompetenzen geben sich die Mentoren gute Noten. Dabei geht es um die Kompetenzen "den Studenten zuhören können", "Freude am Lernen vermitteln", "Einfühlungsvermögen" und "Motivierung der Studierenden". Nimmt man die Antwortkategorie "trifft (eher) nicht zu" als Kriterium, dann stehen die Mentoren mit einer Häufigkeit von 11.5% und weniger für diese Antwortkategorie recht gut dar. Auch hier gibt es jedoch zwischen den Fachbereichen signifikante Unterschiede. Mentoren des Fachbereichs ESGW geben bei den pädagogischen Kompetenzen deutlich häufiger an, daß diese eher zutreffen, während die Werte beim Fachbereich Wirtschaftswissenschaft und dem "mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich" deutlich niedriger, aber für diese beiden Fachbereiche annähernd gleich sind.

Bei Interesse kann der gesamte Bericht hier (mit weniger als 300kb in winword) runtergeladen werden.