Ergebnisse der Befragung von Studierenden der FernUniversität zur telefonischen Erreichbarkeit und zum Service an der FernUniversität:
Zusammenfassung zum Bericht (Erreichb_bericht_v6_Schuemer.pdf) einer Arbeitsgruppe des ZIFF, Hagen, April 2003
Fragestellung und Methodik
Fragestellung: In den letzten Jahren gab es zuweilen Beschwerden darüber, dass bei Anrufen an der FernUniversität (FeU) die gewünschten Ansprechpartner/innen nur schwer erreichbar seien. Um das Ausmaß des Problems abzuschätzen, wurde eine Befragung unter Studierenden der FeU durchgeführt. Neben Fragen zur telefonischen Erreichbarkeit der verschiedenen Abteilungen der FeU umfasste der Fragenkatalog auch Fragen zur Zufriedenheit mit den Service-Leistungen der verschiedenen Abteilungen sowie zur Gesamtzufriedenheit mit dem Studium an der FeU.
Methode: Aus Machbarkeitsgründen kamen nur eine schriftliche (postalische) Befragung oder eine Befragung im Netz infrage. Gegen letztere Befragungsform sprach, dass auf diese Weise solche Studierende nicht angesprochen werden, die nicht über einen Zugang zum Netz verfügen; es konnte aber nicht ausgeschlossen werden, dass gerade diese Studierenden vermehrt das Telefon zur Kommunikation mit der FeU nutzen. Es wurde ein weitgehend standardisierter Fragebogen entwickelt, der an eine Zufallsstichprobe der im WS 2002/03 eingeschriebenen Studierenden gesandt wurde.
Rücklauf: Nur ca. 700 bzw. ca. 13% der 5.351 angeschriebenen Studierenden sandten (in einem Zeitraum von 5 Wochen) ausgefüllte Fragebögen zurück. Im Vergleich zur Stichprobe sind unter den Antwortenden insbesondere Studierende am Fachbereich „Kultus- und Sozialwissenschaften“ (KSW) über- und Studierende am Fachbereich „Wirtschaftswissenschaften“ (WiWi) unterrepräsentiert; dazu korrespondierend sind im Rücklauf weibliche Studierende über- und männliche Studierende unterrepräsentiert. Der geringe Rücklauf sowie die KSW-Überrepräsentation schränken die Repräsentativität der Befragungsergebnisse deutlich ein; die Ergebnisse sollten daher im Sinne einer ersten explorativen Erfassung zu dem Problembereich interpretiert werden. (Zur Überrepräsentation von weiblichen Befragten bzw. von Befragten mit KSW-Fachbereichszugehörigkeit sei allerdings angemerkt, dass sich bei nur sehr wenigen Befragungsvariablen Unterschiede in Abhängigkeit von dem Geschlecht oder von der Fachbereichzuordnung der Befragten feststellen ließen; s.u.).
Einige weitere Merkmale der antwortenden Befragten: Die Mehrheit der antwortenden Befragten studiert als Teilzeitstudent/in (66%), befindet sich noch am Studienbeginn oder im Grundstudium (zusammen ca. 55%) und hat 4 Semester oder weniger an der FeU studiert (ca. 50%). Unter den Befragten befindet sich aber auch eine Reihe von Studierenden, die kurz vor dem Examen stehen bzw. gerade ihre Abschlussarbeit (Magister-, Diplomarbeit, oder auch Dissertation) schreiben. Zwei Drittel der Befragten haben vor ihrem Studium an der FeU bereits an einer anderen Hochschule studiert. Jeweils knapp 60% der antwortenden Befragten geben an, im letzten Studienjahr Einsendeaufgaben eingesandt bzw. an Kursabschlussklausuren teilgenommen zu haben.
Ergebnisse
Telefonkontakte: Pro Abteilung der FernUniversität gibt jeweils nur eine Minderheit der Befragten an (max. 30% der Befragten), im letzten Semester (WS 2002/03) die jeweilige FeU-Abteilung angerufen zu haben, wobei Kontakte zu den Lehrgebieten sowie zum Studentensekretariat am häufigsten genannt werden. Addiert man pro Befragten die Anzahl aller Kontaktversuche (über die verschiedenen FeU-Abteilungen hinweg), so zeigt sich eine große Streubreite: Während knapp 30% der Befragten keinmal an der FernUniversität angerufen haben, variiert bei jenen, die wenigstens einmal bei der FernUniversität angerufen haben, die Summe aller Kontaktversuche (pro Befragtem über alle Abteilungen hinweg) zwischen 1 und 85. Auch bezogen auf einzelne Abteilungen variiert die Anzahl der Kontaktversuche stark: Während pro Abteilung die Mehrheit angibt, die jeweilige Abteilung höchstens ein- oder zweimal angerufen zu haben, nennen einzelne Befragte eine Anzahl von bis zu 25 Anrufen pro Abteilung.
Auch die Angaben zur durchschnittlichen Anzahl der Versuche, die unternommen werden mussten, um den jeweils gewünschten Ansprechpartner zu erreichen, weisen eine beachtliche Streuung auf. Während jeweils ca. die Hälfte der Befragten angibt, nur jeweils durchschnittlich einen Versuch benötigt zu haben, und jeweils ca. zwei Drittel (oder mehr) angeben, maximal 2 Versuche benötigt zu haben, nennen einzelne Befragte eine benötigte durchschnittliche Anzahl von bis zu 40 Anrufen. In Randbemerkungen machen einzelne Befragte zudem deutlich (zwischen 0 und max. 8 pro Abteilung), dass ihre Kontaktversuche insgesamt keinen Erfolg gehabt hätten.
Bei allen Abteilungen ist die Anzahl der Befragten, die sich mit der telefonischen Erreichbarkeit der einzelnen Abteilungen „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zeigen, deutlich größer als die Anzahl derer, die sich für „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ erklären. Berücksichtigt man nur die Zufriedenheitsurteile jener Befragten, die zuvor auch Angaben über Kontaktversuche im letzten Semester gemacht hatten (also über relativ zeitnahe relevante Erfahrungen verfügen), so gilt für alle Abteilungen, dass die Anzahl der „Zufriedenen“ oder „sehr Zufriedenen“ eine Mehrheit der Befragten (zumeist deutlich über 50 %) ausmachen.
Auch die Einschätzungen zum Grad, in dem das jeweilige Anliegen bei den Anrufen „zufrieden stellend“ (Skala von „0=überhaupt nicht zufrieden stellend“ bis „100= völlig zufrieden stellend“) geklärt werden konnte, fallen insgesamt recht positiv aus: Jeweils eine Mehrheit der Befragten gibt an, ihr Anliegen zumindest zu 85% zufrieden stellend klären gekonnt zu haben.
Wartezeiten für Antworten auf Briefe, Faxe oder E-mails: Es werden hier insgesamt von nur relativ wenigen Befragten Antworten gegeben (noch am häufigsten bezüglich der Wartezeiten bei E-mails und am seltensten bezogen auf Fax-Anfragen). Bezogen auf briefliche Anfragen werden von jeweils mehr als der Hälfte der Befragten Antwortzeiten von 7 Tagen oder weniger genannt; nur bei einer Abteilung nennen etwas weniger als 50% eine Wartezeit von bis 7 Tagen. Bei 7 der 12 Abteilungen werden von jeweils 90% der Befragten Wartezeiten von unter zwei Wochen angegeben. Auch bei den Angaben zu dieser Frage ist aber eine große Streubreite zu verzeichnen; so werden bei einer Abteilung von jeweils einem Befragten eine Wartezeit von 100 Tagen und bei einer anderen von sogar 365 Tagen angeführt.
Bei Fax-Abfragen werden zumeist Antwortzeiten von wenigen Tagen (4 oder weniger) genannt; vereinzelt werden aber auch Wartezeiten von bis zu 20 Tagen angegeben.
Bei E-mails geben jeweils 50% der Befragten oder mehr bei allen Abteilungen Wartezeiten von 2 Tagen oder weniger an. Bei 10 der 12 Abteilungen fallen 90% oder mehr der Angaben jeweils auf Wartezeiten von bis zu max. 7 Tagen. Durch entsprechende Randbemerkungen machen pro Abteilung allerdings jeweils maximal 6 Befragte (also unter 1%) deutlich, dass sie auf ihre E-mails keine Antwort erhalten hätten; vereinzelt weisen Befragte auch auf Unterschiede im Antwortverhalten je nach Adressaten hin: so erhalte man bei einigen Lehrgebieten sofortige Antworten, bei anderen überhaupt keine.
Zufriedenheit mit den Service-Leistungen der FeU-Abteilungen: Bei 10 der 12 Abteilungen machen die Befragten, die mit dem Service der jeweiligen Abteilung „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ sind, jeweils nur einen Anteil unter 10% aus. Lediglich bei den Kursbetreuern und bei den Studienzentren ist der Anteil der Unzufriedenen etwas höher (jeweils unter 15%).
Für alle FeU-Abteilungen gilt, dass die Anzahl der Befragten, die mit dem Service der jeweiligen Abteilung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ sind, größer als die Anzahl jener Befragten ist, die mit dem Service der jeweiligen Abteilung „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ sind.
Bringt man die Abteilungen nach dem Anteil der Befragten, die mit dem Service der jeweiligen Abteilung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ sind, in eine (absteigende) Rangordnung, so rangieren die Kursbetreuer in den Lehrgebieten, das Studentensekretariat und die Studienzentren vorn (höchste Anteile von Zufriedenen); eine ähnliche Rangordnung ergibt sich bei Sortierung nach den Durchschnittswerten.
Pro Abteilung lassen sich Zusammenhänge zwischen der Zufriedenheit mit den Service-Leistungen einer Abteilung einerseits und der Zufriedenheit mit ihrer telefonischen Erreichbarkeit andererseits feststellen (Korrelationskoeffizienten um 0,5).
Bei Befragten aus NRW (mit seinem dichten Netz von Studienzentren) ist die Zufriedenheit mit den Service-Leistungen der Studienzentren größer als bei Befragten außerhalb von NRW.
Gesamtzufriedenheit mit dem Studium an der FeU: Über drei Viertel der Befragten (78%) zeigen sich mit ihrem Studium an der FeU „zufrieden“ (etwas über 50%) oder „sehr zufrieden“ (ca. ein Viertel). Weniger als 7% sind „unzufrieden“ und weniger als 2% „sehr unzufrieden“ (Rest: „weder zufrieden noch unzufrieden).
Die Studienzufriedenheit steht in Zusammenhang mit der Zufriedenheit bezüglich der Service-Leistungen der FeU-Abteilungen; die Korrelationen sind aber nur mäßig eng (Koeffizienten zwischen 0,2 und 0,45). Am engsten ist noch der Zusammenhang zwischen der Gesamtzufriedenheit und der Zufriedenheit mit den Service-Leistungen der Lehrgebiete.
Unterschiede zwischen Untergruppen von Befragten: Die Unterschiede in den Variablen zu telefonischen Kontakten, zu Wartezeiten oder zu den verschiedenen Zufriedenheitseinschätzungen zwischen verschiedenen Untergruppen der Befragten fallen insgesamt eher gering aus. So unterscheiden sich weibliche und männliche Befragte in ihren Angaben und Einschätzungen nur wenig; ebenso zeigen sich kaum (monotone) Zusammenhänge mit dem Lebensalter der Befragten. Auch die Unterschiede in den Einschätzungen in Abhängigkeit vom Hörerstatus oder der Fachbereichs-Zuordnung sind zumeist gering; letzteres gilt auch für jene Abteilungen, für die die Fachbereiche jeweils eigene Einrichtungen haben (wie Dekanate oder Prüfungsämter).
Diese festgestellten geringen Unterschiede in Abhängigkeit von dem Geschlecht und von der Fachbereichszugehörigkeit lassen daher annehmen, dass die Überrepräsentation von weiblichen Befragten bzw. von Befragten mit KSW-Fachbereichszugehörigkeit unter den Befragten (s.o.) kaum einen in stärkerem Maße verzerrenden Einfluss auf die Ergebnisse zu den Telefonkontaktvariablen und den Zufriedenheitseinschätzungen gehabt haben.
Fazit: Die Befragungsergebnisse zeigen, dass es bei der telefonischen Erreichbarkeit, den Wartezeiten für Antworten auf briefliche oder E-mail-Anfragen vereinzelt Probleme gegeben hat und dass eine Minderheit der Befragten mit den Service-Leistungen unzufrieden ist. Hier sind also künftig verstärkte Anstrengungen zur Vermeidung solcher Probleme zu unternehmen. Offensichtlich handelt es sich aber bei den genannten Problemen nicht um „massenhaft“ auftretende Erscheinungen; die Anzahl der Befragten, die mit den Service-Leistungen oder auch ihrem Studium insgesamt zufrieden sind, übersteigt die Anzahl derer, die sich unzufrieden äußern, jeweils bei weitem.