Nov 1999
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Dokumentation der Software
zum WWW-FB-Projekt
Dr. Georg Ströhlein, 03.04.2001
1 Einleitung
Das dargestellte Projekt soll auch den Wissenschaftlern, die keine
IT-Experten sind, die Möglichkeiten einer vollständig automatisierten
WWW-Umfrage zugänglich machen. Für alle anderen schafft
es mehr Komfort durch Automatisierung von Routinearbeiten, die keine inhaltlichen
Fortschritte versprechen.
Es wird besonderer Wert auf die Praxistauglichkeit der im Rahmen des
Projektes erstellten Software gelegt. Dies bezieht sich sowohl auf
die möglichst weitgehende Plattformunabhängigkeit als auch auf
die Berücksichtigung des üblichen Arbeitsablaufes vom Entwurf
bis zur endgültigen Version eines Fragebogens.
Der IT-Hintergrund ist durch die an der FeU-Hagen gegebenen Strukturen
festgelegt. Es können nur die vom URZ ausdrücklich unterstützten
Softwarepakete zum Einsatz kommen.
Generell bezeichnen in diesem Dokument in der Schriftart Courier New
gesetzte Texte exakt so vorhandene oder einzugebende Daten oder sonstige
Bezeichnungen. Kursiv gesetzte Texte sind gewöhnlich als Variablen
aufzufassende Bezeichnungen für die wirklich einzugebenden Daten.
1.1 Ziele des Projektes
Es soll ein Programmpaket geschaffen werden, das einen zuvor erstellten
Fragebogen auf dem Web-Server der FeU-Hagen veröffentlicht und die
Antworten automatisch verarbeitet und in anonymisierter Form öffentlich
zugänglich macht. Außerdem sollen die Beantwortenden sich
interaktiv Histogramme der bisherigen Antworten anzeigen lassen können.
Es soll die Möglichkeit der Ausgabe auf behinderungs-spezifischen
Hilfsgeräten (Screen-Reader etc.) bestehen.
1.2 Umsetzung des Projektes
Alle im wissenschaftlichen Bereich Tätigen sollten einen Texteditor
bedienen können; daher wird als Ausgangspunkt eine ASCII-Datei
den Inhalt des Fragebogens, also die Fragen und Antwortskalen, aufnehmen.
Daraus sollen alle anderen zur Bereitstellung des Fragebogens im WWW und
zur automatischen Weiterverarbeitung der Antworten benötigten Dateien
automatisch erzeugt werden! Das ASCII-Format bietet den Vorteil,
plattformübergreifend und mit bereits im Betriebssystem eines jeden
Computers vorhandenen Mitteln erzeugt werden zu können. Da für
das ASCII-Format in jedem existierenden Bürosoftware-Paket Importfilter
implementiert sind, steht bspw. zur Rechtschreibprüfung und Überarbeitung
des Fragebogentextes auch deren Komfort zur Verfügung.
Die IT-Struktur an der FeU-Hagen gestattet zur Zeit keine Datenbankanbindung,
daher wird zur Beantwortung auf eine vom URZ bereitgestellte, anonymisierte
Email-Lösung aufgesetzt (CGI-Skript „gform“). Dazu wurde vom
URZ für das ZIFF ein neues Email-Konto eingerichtet.
Die eintreffenden Mails werden vom URZ-Server auf dem ZIFF-Server
abgelegt.
Für die Präsentation des Fragebogens wird wegen der programmiertechnischen
Möglichkeiten und Notwendigkeiten ein Java-Swing-Applet gewählt.
Die über die Möglichkeiten des AWT in JAVA hinausgehenden Fähigkeiten
von SWING sind insbesondere zur Bereitstellung der Ausgabemöglichkeit
auf behinderungs-spezifischen Hilfsgeräten notwendig. SWING
wird jedoch zur Zeit noch nicht von allen WWW-Browsern unterstützt,
JAVA 1.1.x ist in den deutschsprachigen Programmen Netscape Communicator
ab Version 4.05 und Microsoft InternetExplorer ab Version 4 enthalten.
Um den Fragebogen jedoch allen Internet-Nutzern zugänglich zu machen,
wenn auch ohne die Funktionalität der interaktiven Histogramm-Generierung,
wird aus einer Definitions-Datei ebenfalls ein HTML-Gerüst
<FORM>...</FORM> inkl. der für die Übermittlung der Antwort
an das CGI-Skript benötigten HTML-Kommentarzeilen <!-- gform...
--> erzeugt, das alle Fragen und Antwortskalen enthält und manuell
in eine bestehende WWW-Seite zu integrieren ist.
1.3 Bestandteile des Projektes
Das Programmpaket besteht aus fünf wesentlichen Teilen:
1) der Fragebogen-Definitionsdatei mit dem Frage- und Antwortskalen-Text,
2) dem Applet, das die Fragen darstellt und die Antworten vorverarbeitet,
3) der das Applet enthaltenden HTML-Seite und diversen Hilfs-HTML-Seiten,
die der antwortenden Person ggf. detaillierte und exakt auf die bei ihr
eingesetzte Software abgestimmte Hinweise geben,
4) dem Mail-Verarbeitungsskript, das die eintreffenden Antwort-Emails
auswertet
5) und dem Standard-Dateien-Erzeugungsprogramm.
1.4 Beschreibung der Standard-Dateien
1.4.1 Die Fragebogen-Definitionsdatei in ASCII
Als Fragetyp sind nur die Zeichenfolgen
„TEXT“, „RADIO“ bzw. „CHECK“ zugelassen. Sie bezeichnen also Textfelder,
in die beliebige Zeichenfolgen eingegeben werden können, Einfachauswahl-Listen,
bei denen maximal eines aus einer Itemliste ausgewählt werden kann,
und Mehrfachauswahl-Listen, bei denen eine beliebige Anzahl der Items ausgewählt
werden kann.
1.4.2 Das Applet in Java /Swing 1.1.x
Ein Applet ist ein in der Programmiersprache JAVA geschriebener Code,
der von der sog. Virtual Machine (VM) mancher WWW-Browser bzw. der als
sog. Browser-Plug-in zu installierenden JAVA-RUNTIME-ENVIRONMENT (JRE)
interpretiert wird.
1.4.3 Beschreibung der HTML-Seiten
Insgesamt wurden die für die Funktionalität der beiden Fragebogen-Versionen
verantwortlichen Inhalte von fünf HTML-Seiten entwickelt.
Die Aufteilung in die genannten HTML-Seiten erscheint
auf den ersten Blick unnötig kompliziert, erwies sich jedoch aus zweierlei
Gründen als notwendig: erstens leitet das CGI-Skript, das im URZ-Server
die FB-Antwort entgegennimmt, automatisch auf eine „Danksagungs“-HTML-Seite
weiter. Wenn dann das FB-Applet direkt in der Seite eingebettet ist,
von der weitergeleitet wird, nehmen dies einige Browser zum Anlaß,
das Applet „abzuschießen“, so daß die antwortende Person sich
entgegen allen Versprechungen keine interaktiven Histogramme mehr anschauen
kann. Also mußten der Mail-Code und das Applet auf zwei verschiedenen
Seiten untergebracht werden. Damit jedoch eine Kommunikation zwischen
beiden möglich ist, die konform zum strengen Sicherheitsmodell für
Applets ist, kommen hier nur Frames auf einer Seite in Frage. Nun
erwies sich das sofortige Laden des Email-Teils in den unteren Frame als
nachteilig, da die Skript-Sprachen in den bis heute gängigen Browsern
keine vernünftige Fehlerbehandlung zulassen. So hätte ein
durchaus mögliches, ja wegen der Erscheinung sogar wahrscheinliches
Betätigen der „Absende“-Schaltfläche vor dem kompletten Laden
des Applets zu unvorhersehbaren Fehlern bzw. sinnlosen Emails geführt.
Daher wurde die Lösung eines in JavaScript implementierten ereignis-gesteuerten
Ladevorgangs der Email-Seite gewählt.
1.4.4 Das Mail-Verarbeitungs-Skript
Das Perl-Skript durchsucht das Mail-Verzeichnis
nach Dateien und legt intern eine Liste aller gefundenen
Dateien an. Dann stuft es jede Email dieser Liste, die spezielle
Zeichenfolgen enthält, von denen anzunehmen ist, daß sie nicht
von irgendeiner Person dieser Welt getippt wurden, sondern nur von den
beiden (HTML/JAVA) Versionen des Fragebogens stammen können, als FB-generiert
ein. Für jede dieser so eingestuften Mails wird zunächst
geprüft, ob die Anzahl der Items in der Email mit der im Datenmatrixfile
übereinstimmt. Dies ist notwendig, da in der HTML-Version nicht
überprüft wird, ob in Textfelder Semikola eingegeben wurden,
die ja von den Auswertungsroutinen als Trennzeichen verwendet werden.
Falls die Anzahl der Items übereinstimmt, wird für diese Mail
i) eine ASCII-Datei mit der FB-Antwort als Inhalt erzeugt,
ii) die Antwort der Datenmatrix-Datei hinzugefügt,
iii) die Email ins entsprechende Verzeichnis verschoben,
damit sie nicht mehrfach verarbeitet wird.
Danach wird im Mailverzeichnis eine neue Version der Spaltensummen-Datei
anlegt und beide mit einem „Datumsstempel“ im Dateinamen im
Verzeichnis gesichert.
Falls die Anzahl der Items nicht übereinstimmt, wird für
diese – immerhin ja zuvor als FB-generiert eingestufte - Mail:
i) im Verzeichnis eine ASCII-Datei mit der FB-Antwort als Inhalt erzeugt und
ii) die Email in ein anderes Verzeichnis verschoben,
damit sie nicht mehrfach verarbeitet wird.
1.4.5 Die Anwendung in Java 1.1.x
Die lokale JAVA-Anwendung erzeugt aus der Fragebogen-Definitions-Datei
ein HTML-Fragment, nämlich den in die <FORM>...</FORM>-Tags
eingebetteten HTML-Fragebogen und die zur Übermittlung
„gform“ benötigten HTML-Kommentare der Form <!--gform ... -->.
Der Fragebogen-Code ist dann manuell in eine WWW-Seite zu integrieren,
und zwar innerhalb der <BODY>...</BODY>-Tags, die gform-Kommentarzeilen
zwischen dem </BODY>- und dem </HTML>-Tag!
Eine BATCH Datei, die vom Windows-Desktop
aus aufgerufen werden kann ruft dann die JAVA-Anwendung auf.
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