ZIFF-Hinweis

Plattformen zur Durchführung Virtueller Seminare

Leistungsvergleich der drei Internet-Kommunikationstools

HyperNews, BSCW und WebBoard 2.0

 

Mirjam Fritsch, ZIFF, November 1997

Einleitung

"Virtuelles Seminar" - ein Modewort? Schreckt es ab? Weckt es Neugier? Lassen wir das Wörtchen "virtuell" doch erst mal weg (es weiß sowieso keiner so richtig, was es bedeutet). Bleibt Seminar. Nach meinem Verständnis ist ein Seminar eine Veranstaltung, während der ein Lehrender mehreren Lernenden begegnet, nachdem diese sich zu diesem Seminar angemeldet haben. Der Lehrende lehrt und regt die Lernenden an, nicht nur passiv die vorgetragenen Inhalte zu rezipieren, sondern sich aktiv damit zu befassen, z.B. indem zunächst darüber diskutiert wird. Der Lehrende steht dabei zur Beantwortung auftretender Fragen zur Verfügung oder reicht diese an die Gruppe der Lernenden weiter. Denkbar ist auch, daß der Seminarleiter die Funktion eines Moderators und ggf. Diskussionsteilnehmers übernimmt, so daß die Seminarteilnehmer jeweils voneinander lernen, d.h. abwechseln lehren und lernen. Anschließend wenden die Lernenden das gelehrte, neuerworbene Wissen an, einzeln oder vielleicht in Kleingruppen. Auch über die Anwendungsergebnisse wird berichtet und diskutiert. Das Seminar wird mit einer zusammenfassenden Diskussion und vielleicht einer Prüfung abgeschlossen. So weit so gut. Die zur Durchführung eines Seminars notwendigen Grundelemente der Kommunikation seien wie folgt bezeichnet:

  1. Gemeinsame Informationsbasis vermitteln: Die Vermittlung der gemeinsamen Informationsbasis obliegt zu Beginn eines Seminars dem Lehrenden. Dazu gehört eine Einleitung in die Thematik, die Vorstellung der verwendeten Fachbegriffe, eine Darstellung oder Wiederholung der Kerninformationen, Literaturhinweise - Kurz: all das, was der Lehrende vorgibt. Im Verlauf des Seminars werden aber auch Lernende aufgefordert sein, zur Erweiterung der gemeinsamen Informationsbasis beizutragen, also gewissermaßen selbst in die Rolle des Lehrenden zu schlüpfen, indem sie ihre Kenntnisse zur Diskussion beisteuern, Fragen anderer Seminarteilnehmer beantworten oder die Ergebnisse der von ihnen durchgeführten Recherche oder der Anwendung des Gelernten während eines Vortrags über aufgetretene Schwierigkeiten und gewonnene Erkenntnisse vorstellen.
  2. Diskussion: Sie findet im großen Kreis statt, der sowohl den Lehrenden als auch die Lernenden umfaßt. Es werden Fragen gestellt und beantwortet, Aussagen präzisiert, Information vertieft. Die Diskussion erstreckt sich über die Informationsbasis, die Literatur, die vorgestellten Anwendungen, den Abschluß des Seminars. Für den einzelnen Teilnehmer bieten die Diskussionsbeiträge der anderen ebenfalls eine Lerngelegenheit; die Seminarteilnehmer lernen auch dadurch, daß sie andere beobachten, wie sie lernen (sog. "Witness learning").
  3. Anwendungserstellung (evtl. in Gruppenarbeit): Die Lernenden sollen das Gelernte anwenden, realisieren, in die Praxis umsetzen. Dazu benötigen Sie den Zugriff auf die gemeinsame Informationsbasis und eventuell eine Einzelbetreuung durch den Lehrenden, um auftretende Fragen und Probleme zu behandeln, die speziell auf ihre Anwendungsaufgabe bezogen sind. Wenn Gruppenarbeit erwünscht ist, müssen die Mitglieder einer Gruppe untereinander kommunizieren, um Vorgehensweisen abzustimmen, Aufgaben zu verteilen, Ergebnisse zusammenzutragen und vorzustellen.

Ein virtuelles Seminar anzubieten heißt nichts anderes, als diese drei Grundelemente der Kommunikation netzbasiert zu ermöglichen, ohne daß es erforderlich wäre, alle Teilnehmer physisch am gleichen Ort zu versammeln. Das Internet ermöglicht dies schon seit einigen Jahren auf vielfältige Weise. Die Vermittlung der gemeinsamen Informationsbasis kann über HTML-Seiten im WWW erfolgen. Zur Diskussion eignen sich Chatprogramme oder Newsgroups. Die Unterstützung bei der Anwendungserstellung kann durch Email und ftp erfolgen. Literaturhinweise werden im WWW als Verweise auf die entsprechenden Veröffentlichungen oder direkt als Quellen zum Download angeboten. Wer dies schon einmal gemacht hat, war wahrscheinlich damit zufrieden und vielleicht fasziniert von den "neuen" Möglichkeiten. Sicher, ein virtuelles Seminar kann so angeboten werden. Aber es ist möglich, die gleichen Funktionen in einer bequemeren Umgebung anzubieten.

Idealerweise wäre ein Werkzeug notwendig, das alle drei Grundelemente der Kommunikation ermöglicht und damit gezielt die Interaktion im Netz fördert. Bislang befindet sich die Informationsquelle als HTML-Seite im WWW, die Reaktion darauf ist als Email oder News-Beitrag an anderer Stelle untergebracht. Die neuen Plattformen sollten ein integriertes System bieten, mit dessen Hilfe auf die angebotene Information auch an Ort und Stelle reagiert werden kann, ohne daß die Notwendigkeit besteht, die Oberfläche zu wechseln. Mit dem Formulieren einer Antwort bzw. eines Beitrags sollte man sich, wie in den Newsgroups auch, Zeit lassen können. Wenn sie jedoch einmal abgeschickt wurde, wäre sie in dem Kontext, aus dem heraus sie entstanden ist, sichtbar für alle. Sie nimmt damit selbst die Funktion eines neuen Stimulus wahr und gibt Anregung zu erneuten Reaktionen. Synchrone Kommunikation oder "Echtzeit" ist dabei nicht Bedingung, sie sollte aber , wenn sie gebraucht wird, über eine Chatkomponente möglich sein. In diesem Fall sollte die Diskussion von einem Moderator geleitet werden können, da sonst die Gefahr besteht, daß mehrere Diskussionsstränge parallel verlaufen bzw. daß "dazwischengequatscht" und aneinander vorbei geredet wird. Diskussionen zu leiten ist schon in der Realität schwierig, wo eine Geste oder ein Blick gezielt eingesetzt werden können, so daß die Diskussion nicht aus dem Rahmen läuft. In der "Virtualität" stehen diese Hilfsmittel (leider?) nicht zur Verfügung.

Über die drei Kommunikationselemente hinaus bieten einige der Tools auch Verwaltungsdienste, sie können z.B. Zugangsrechte vergeben, Anwesenheitslisten führen, Teilnehmer an Termine für Diskussionsrunden erinnern, das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten erleichtern.

Die verschiedenen Anforderungen, die ein solches ideales Werkzeug erfüllen sollte, und die Funktionen, die es ausführen können muß, werden im folgenden Abschnitt detailliert beschrieben. Im letzten Abschnitt werden drei solche Werkzeuge analysiert und ihre Funktionalität verglichen.

 

Kriterien der Tauglichkeit eines Kommunikationstools zur Durchführung eines Internet-Seminars

Ein Kommunikationstool ist zur Durchführung eines virtuellen Seminars nur geeignet, wenn es das komfortable Lesen, Senden und Verwalten von Beiträgen zum Seminar ermöglicht. Zum einen muß das System bestimmte Funktionen erfüllen, zum anderen muß es diese Funktionen auf komfortable Weise anbieten. Die Auslegung von "komfortabel" kann dabei durchaus sehr unterschiedlich ausfallen. Die Bedürfnisse der Teilnehmer hinsichtlich des Komforts richten sich an ein bereits funktionierendes System und umfassen alle Aspekte der Bedienerführung und der Nutzung des Systems. Der oder die Anbieter des Seminars, in deren Aufgabenbereich auch die Einrichtung und Pflege des Systems sowie dessen Nutzung zur Seminarorganisation gehört, haben zusätzliche Anforderungen an das Tool: Beispielsweise könnten das sein: die einfache Installation auf einem Server, die problemlose Wartung, die Möglichkeit zu Rückfragen beim Hersteller bei auftretenden Problemen sowie schnelle und erfolgreiche Antworten darauf, vielleicht die freie Gestaltbarkeit und Verwaltung der Zugangsrechte oder die Möglichkeiten der Oberflächenanpassung. Kurz: Wichtig ist ihnen die einfache Handhabung des gesamten Systems. Da der Erfolg des Seminars von der Zufriedenheit der Seminarteilnehmer abhängt, werden sich die Anbieter des Seminars den Forderungen der Teilnehmer bezüglich des Bedienungskomforts weitgehend anschließen wollen.

Benutzerfreundlichkeit

Will ein beliebiges System als komfortabel, d.h. als benutzerfreundlich gelten, muß es bestimmten Forderungen entsprechen. Die allgemeinen Forderungen und ihre Übertragung auf ein internetgestütztes Kommunikationssystem sind:

  1. Steuerbarkeit: Der Benutzer steuert die Aktionen des Systems. Er nimmt bewußt Einfluß auf den Programmablauf. Das System sollte es dem Benutzer ermöglichen, die durchzuführenden Aktionen und ihre Reihenfolge selber zu bestimmen: Welche Mitteilung wann gelesen oder ob eine geschrieben wird, muß der Benutzer entscheiden, darf nicht das System vorgeben. Zur Steuerbarkeit gehört auch die Navigation durch die vorhandenen Mitteilungen und das Einfügen neuer Mitteilungen. Auch die Art der Darstellung der Struktur der Beiträge, sollte vom Benutzer steuerbar sein.
  2. Selbsterklärungsfähigkeit: Die vom System angebotenen Funktionen, müssen für den Benutzer verständlich sein. Es soll verhindert werden, daß wenig aussagekräftige Bezeichnungen der Steuerungsmöglichkeiten den Benutzer dazu zwingen nachzuforschen, was damit gemeint sein könnte.
  3. Erwartungskonformität: Das System soll sich so verhalten, wie der Benutzer es erwartet. Gibt der Benutzer einen Befehl, soll genau dieser ausgeführt werden. Ein Verstoß gegen die Erwartungskonformität liegt z.B. vor, wenn der Benutzer den Befehl gibt, eine Mitteilung zu löschen, und diese weiterhin in der Liste der Mitteilungen enthalten ist.
  4. Übersichtlichkeit: Das System soll dem Benutzer helfen, die Übersicht zu behalten, es soll ihn nicht verwirren. Zur Übersichtlichkeit trägt die einheitliche und strukturierte Oberflächengestaltung bei.
  5. Fehlertoleranz: Macht der Benutzer einen Fehler, soll das System eine Korrektur ermöglichen. Es sollte die Möglichkeit bestehen, erteilte Befehle rückgängig zu machen. Falscheingaben sollten möglichst (z.B. durch entsprechende Rückfragen) vermieden oder zumindest erkannt werden.
  6. Hohe Ausführungsgeschwindigkeit: Obwohl dies ein aus Sicht der Benutzer wichtiges Kriterium ist, kann es als Forderung hier nur untergeordneten Rang haben, da die Ausführungsgeschwindigkeit eines internetgestützten Systems von vielen Faktoren abhängt, auf die das System keinen Einfluß hat (bspw. Verbindungsqualität, Performance des Servers). Bei sonst gleichem Leistungsumfang zweier Systeme ist das zu bevorzugen, das die höhere Ausführungsgeschwindigkeit aufweist. (Server Performance)
  7. Automatische Installation / Deinstallation: Die Vorbereitung des Systems bis zur ersten Ausführung sollte sowohl auf dem Server als auch auf den Clients möglichst einfach sein. Auch das Entfernen des Systems sollte auf einfache Weise vorgesehen werden. Dies ist eine für die Systemadministratoren (Seminaranbieter) äußerst wichtige Forderung. Die Seminarteilnehmer werden nur insoweit betroffen sein, als die Nutzung des ausgewählten Kommunikationstools die Einrichtung zusätzlicher Anwendungen erfordert (HelperApplications, z.B. AcrobatReader, WordViewer, Konferenzsoftware o.ä.).
  8. Geringe Inanspruchnahme von Ressourcen: Das System sollte auf dem Server und auf den Clients möglichst wenige Ressourcen für sich beanspruchen (Arbeitsspeicher, Festplatte).

Wenn diese Forderungen bei den untersuchten Tools nicht erfüllt sind, wird dies (soweit es möglich ist, dies objektiv zu beurteilen) aus den Funktionsbeschreibungen der Tools hervorgehen. Da Benutzerfreundlichkeit bzw. Komfort auf subjektivem Empfinden basiert, ist diese Auflistung als eine Checkliste zu verstehen, die bei der Inspektion solcher Werkzeuge behilflich sein soll.

Funktionsumfang

Von einem internetgestützten Kommunikationstool wird zur Durchführung eines virtuellen Seminars erwartet, daß es im einzelnen die folgenden Funktionen und Leistungen bietet:

  1. Organisation der Beiträge: Wünschenswert ist eine eindeutige Baumstruktur. Elemente auf der gleichen Ebene sollten nach Datum sortiert sein. Die Möglichkeit, Beiträge auch nach anderen Kriterien (z.B. Autor oder Größe) sortieren zu können, kann nicht schaden. Reaktionen auf einen Beitrag sollten in die nächste Unterebene geschrieben werden. Es sollte möglich sein, auf jeder Ebene neue Beiträge einzufügen. Mitteilungen, die aus Versehen auf einer falschen Ebene abgelegt wurden, sollten verschoben werden können. Das Verschieben von Mitteilungen kann auch zur nachträglichen Sortierung der Beiträge nützlich sein. Das System sollte zur besseren Darstellung Frames anbieten, aber nicht voraussetzen.
  2. Senden von Mitteilungen: Das Versenden eines Beitrags sollte direkt aus der Anwendung heraus möglich sein, also ohne Umwege über Email, ftp o.ä. Das Format des Beitrags sollte frei wählbar sein (s.u.). Es sollte eine Vorschau des Beitrags möglich sein. Eine optionale Rechtschreibprüfung des Textbeitrags ist ebenfalls wünschenswert. Dem Autor eines Textbeitrags sollte die nachträgliche Ergänzung oder Korrektur seines Beitrags ermöglicht werden können. Die Möglichkeit Beiträge anonym zu versenden sollte - soweit überhaupt vorhanden - abgeschaltet werden können.
  3. Mitteilungsformate (Text, HTML, Grafik, beliebige Dateien): Das Format eines Beitrags sollte möglichst frei wählbar sein. Wünschenswert ist für Textbeiträge der automatische Zeilenumbruch, das Erkennen von Zeilenenden und das Erkennen von URLs oder Emailadressen. Es sollte auch möglich sein, Beiträge in HTML einzureichen, dem einzigen wirklich plattformunabhängigen Format. Nützlich kann die Möglichkeit des Versendens beliebiger Dateien sein (Grafikdateien, Textdateien eines Anwendungsprogramms, Programme selbst).
  4. Lesen / Anzeigen von Mitteilungen: Das Format eines Beitrags sollte für den Leser klar erkennbar sein. Die Textmitteilungen sollten sich eindeutig vom Rest des Bildschirms abheben, z.B. durch eine Umrandung oder eine andere Schriftart. Der Autor einer Mitteilung sollte benannt werden. Ob nur jeweils ein Beitrag oder auch die der dazugehörigen Unterebenen (threads) angezeigt werden, sollte frei wählbar sein. Es sollte einen Suchmechanismus geben, der das Auffinden von Beiträgen je nach Inhalt oder Autor erleichtert.
  5. Aktualisierung: Für den einzelnen Seminarteilnehmer neue Nachrichten, sollten als solche gekennzeichnet sein. Es nutzt wenig, wenn das System eine Nachricht, auch nachdem sie bereits gelesen wurde, noch als "neu" bezeichnet. Bei wiederholtem Aufruf des Systems sollte der Benutzer die Möglichkeit haben, rasch zu erkennen, welche Beiträge seit seiner letzten Anwesenheit hinzugekommen sind.
  6. Empfangen von persönlicher Mitteilung/Benachrichtigung über Neues: Auf Wunsch sollte der Benutzer z.B. via Email automatisch über Änderungen, neue Mitteilungen bzw. Antworten auf eigene Fragen benachrichtigt werden können. Diese Benachrichtigung sollte sich wahlweise auf einzelne Beiträge, einen bestimmten thread oder auf das Seminar insgesamt beziehen.
  7. Echtzeit Online-Kommunikation: Das System sollte eine Echtzeit-Kommunikationsmöglichkeit bieten, bei der die Teilnehmer z.B. über ein Chat-Programm, eine Videokonferenz oder eine Internettelephonkonferenz gleichzeitig miteinander verbunden werden.
  8. Mitgliedschaften: Das System sollte es den Systembetreuern ermöglichen, bereichsweise die Zugangsrechte zu bestimmen, damit bestimmte Bereiche frei zugänglich sind während andere nur für registrierte Benutzer reserviert bleiben. Das System sollte es den Systembetreuern auch zu bestimmen erlauben, ob nur die Systembetreuer selbst neue Benutzer zulassen können oder ob dies auch von anderen registrierten Benutzern erfolgen kann, damit diese selbst "Einladungen" aussprechen können. Registrierten Benutzern sollte die Möglichkeit offenstehen, einer Identifikation mittels Cookie zuzustimmen, so daß sie nicht vor jedem Besuch das eigene Paßwort eingeben müssen.
  9. Gestaltungsmöglichkeiten/Systemadministration: Die Oberfläche sollte durch die Systemadministratoren individualisierbar sein, z.B. durch andere Grafiken für die Kopfzeile, durch anders aussehende Buttons oder durch eine andere Bildschirmaufteilung. Sofern die Anordnung der Elemente auf der Systemoberfläche nicht den Wünschen der Benutzer entspricht, sollte sie änderbar sein. Auch Hilfetexte, Registrierungsnachrichten und Willkommensmeldungen u.ä. sollten änderbar sein. Wünschenswert ist bei internationalen Veranstaltungen die Möglichkeit der Installation des Systems mit anderssprachigen Benutzeroberflächen.
  10. Die Einrichtung des Systems sollte möglichst einfach zu handhaben sein. Installationsassistenten erleichtern die Einrichtung erheblich. Die Pflege des Systems (eventuell auch aus der Ferne) sollte ebenfalls möglichst einfach zu handhaben sein. Es sollte ein Archivierungsmechanismus für ältere Beiträge verfügbar sein. Das System sollte statistische Anfragen über Benutzungshäufigkeit, Benutzungsdauer, Aktivitäten der einzelnen Benutzer (unter Wahrung des Datenschutzes) beantworten können. Das System sollte die Einrichtung mehrerer getrennter Anwendungsgebiete zulassen (z.B. mehrere Seminare gleichzeitig). Für jedes Anwendungsgebiet sollte das Niveau der Zugangsberechtigung (öffentlich, halböffentlich, privat) separat einstellbar sein.

  11. Preis / entfernte Installation: Das System sollte kostenlos oder für weniger als 100$ zur Verfügung stehen. Es muß lokal, d.h. auf einem eigenen Server installierbar sein und mit der eigenen Serversoftware zusammenarbeiten können.

 

HyperNews

(http://union.ncsa.uiuc.edu/HyperNews/get/hypernews.html)

Voraussetzungen: Javafähiger Browser

  1. Organisation der Beiträge: die Nachrichten sind in einer Baumstruktur organisiert; auf Wunsch erhalten sie eine fortlaufende Numerierung, auf jeder Ebene beginnend mit 1 und nach Datum sortiert. Die fortlaufende Numerierung ermöglicht eindeutige Bezugnahmen auf eine Nachricht. Nach der dritten Unterebene erhält die erste Mitteilung einer Ebene zunächst nur einen Pfeil und keine Nummer; erst wenn dieser Ebene eine zweite Mitteilung hinzugefügt wird, bekommen beide auch Nummern. HyperNews bietet eine durchdachte Frames Unterstützung, ist aber auch ohne Frames durchaus verwendbar. Frames bieten den Vorteil, daß man gleichzeitig sieht was man liest und woher es stammt. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Anzeigearten:
  1. Senden von Mitteilungen: Man liest eine Mitteilung und unter genau dieser ist der "add message" Button, der es erlaubt, - auf der nächsten Ebene - darauf zu antworten. Will man einen Eintrag parallel zum aktuellen Eintrag einfügen, muß man eine Ebene höher gehen und dort auf "add message" clicken. Add message bewirkt einen Sprung auf eine andere HTML-Seite zum Editieren der Nachricht oder - wenn mit Frames gearbeitet wird - das erneute Öffnen von Netscape auf der Seite zum Editieren der Nachricht. Die eigene Mitteilung kann fünf Formate haben (s.u.). Sie kann anonym sein, wenn die Systemeinstellung das erlaubt. Ist die Texteingabe beendet, clickt man auf den "preview message" button und erhält das gerade geschriebene in der Formatierung, in der es später einmal zu sehen sein wird. Diese Vorschau kann man bestätigen (send message), man kann zurück zur Mitteilung und Änderungen vornehmen (back) oder ganz abbrechen. Ist die Nachricht verschickt, erscheint ein Fenster, das dies bestätigt. Werden Frames verwendet, kann das aktuelle Netscape geschlossen werden; auf dem anderen Netscape muß dann die Seite erneut geladen werden, um die Darstellung zu aktualisieren (Reload). Wurden keine Frames verwendet, gelangt man entweder über den Zurückbefehl oder über den angebotenen Verweis auf der Bestätigungsseite wieder zum Ausgangspunkt. Insgesamt recht angenehm zu bedienen. Ein ähnlicher Effekt, also das Starten einer weiteren Netscape-Anwendung, tritt bei Anclicken einer URL innerhalb einer Nachricht auf, sofern mit Frames gearbeitet wird. Kehrt man dann zur ursprünglichen Netscape-Anwendung zurück, scheinen die Farben durcheinandergeraten zu sein: Durch ein Reload wird das Problem behoben. Eine Rechtschreibprüfung vor dem Versenden eines Textbeitrags ist für keine Sprache vorgesehen. Das nachträgliche Editieren einer bereits versendeten eigenen Nachricht ist nicht möglich. Eigene Nachrichten können aber (inklusive aller in den folgenden Unterebenen liegenden Nachrichten) verschoben oder gelöscht werden.
  2. Mitteilungsformate (Text, HTML, Grafik, beliebige Dateien): Für Textbeiträge stehen vier Formate zur Verfügung (etwas verwirrend aber durchdacht), eines davon ist HTML. Alle vier Formate erkennen URLs und verwandeln diese in aktive Links. Außerdem kann eine URL als eigener Beitrag eingesendet werden. Es ist nicht möglich, Dateien beliebigen Formats zu hinterlegen!
  3. Lesen / Anzeigen von Mitteilungen: Nach dem Eingewöhnen und bei korrekten Reloads, wenn Nachrichten versendet wurden, ist das gleichzeitige Lesen und Erkennen der Organisationsstufe, auf der man sich befindet, möglich, aber nicht ganz einfach.
  4. Aktualisierung: Die Aktualisierung "auf Knopfdruck" ist nicht möglich: Hinter den Mitteilungen gibt es zwar "new"-Grafiken, diese ändern auch ihr Aussehen (die neuesten <1Woche rot auf gelb, dann schwarz auf gelb, dann nur schwarz) also abhängig vom Alter der Nachricht, wie es scheint, und nicht, was wünschenswert wäre, abhängig davon, ob man etwas bereits gelesen hat oder nicht!
  5. Empfangen von persönlicher Mitteilung/Benachrichtigung über Neues: Ja. Man kann, wenn man Mitglied (member) ist, unter jedem beliebigen Beitrag auf "Subscribe" drücken. Falls zu diesem Beitrag später Antworten, d.h. weitere Beiträge auf einer direkten Unterebene, eingeschickt werden, wird man per Email benachrichtigt, inkl. der entsprechenden URL. Wenn das nervt, kann man auch wieder "unsubscriben". Ob man über Antworten zu eigenen Beiträgen benachrichtigt wird, kann man auch schon während des Postens entscheiden (Box "notify me" auswählen).
  6. Echtzeit / Online-Kommunikation: HyperNews ist nicht für die Echtzeit-Kommunikation gerüstet. Hier muß auf andere Internet-Ressourcen zurückgegriffen werden.
  7. Mitgliedschaften: Jedes Mitglied kann neue Mitglieder "werben", d.h. neuen Leuten die Mitgliedschaft gewähren, sofern die Installation von HyperNews dies vorsieht (abschaltbar). Informationen über Mitglieder (Homepage, Telefon, Adresse, Spitzname) können auch von anderen abgerufen werden, sind aber für eine Mitgliedschaft nicht zwingend notwendig.
  8. Gestaltungsmöglichkeiten/Systemadministration: Eigene Installation auf dem Server vorausgesetzt, sind die Gestaltungsmöglichkeiten vielseitig, v.a. hinsichtlich Sicherheit, Administration, Zugangsregelung usw. Auch die grafische Oberfläche (Farben, Schriftarten, Buttons) läßt sich anpassen (nicht ganz unproblematisch, aber es geht). Bei einer Verwendung auf dem HyperNews Server gibt es keine Möglichkeiten der selbständigen individuellen Anpassung, weder hinsichtlich Zugang noch hinsichtlich Oberfläche.
  9. Preis / Installation: HyperNews ist Freeware und kann auf dem HyperNews Server genutzt oder auf dem eigenen Server installiert werden.

 

 

 

BSCW - Basic Support for Cooperative Work

http://bscw.gmd.de/

Voraussetzung: Javafähiger Browser

  1. Organisation der Mitteilungen: Die Beiträge sind in einer Baumstruktur organisiert; ähnlich dem Dateisystem wird zwischen Verzeichnissen bzw. Ordnern (= Verweisen zu Unterebenen) und den eigentlichen Beiträgen unterschieden. Auf jeder Ebene lassen sich neue Ordner einfügen, die beliebig viele weitere Ordner, Text- und andere Beiträge enthalten können. Die Beiträge sind nicht numeriert, innerhalb einer Ebene sind sie nach Datum sortiert. Die Art des Beitrags (Text, Datei, Bild) wird durch ein vor dem Verweis darauf plaziertes farbiges Icon verdeutlicht. Zu jedem Beitrag sind auf Knopfdruck Protokollinformationen verfügbar, die z.B. beinhalten, wer ihn wann geschrieben / eingereicht hat und wer ihn wann gelesen / angesehen / heruntergeladen hat. BSCW verzichtet auf die Verwendung von Frames, so daß die meisten Browser in der Lage sind, die Oberfläche von BSCW anzuzeigen. Die Oberfläche selbst ist aufgeräumt, je nach Kontext verändern sich die zur Verfügung stehenden Befehle. Die Beschriftungen der Buttons als selbsterklärend zu bezeichnen, wäre zuviel des Lobes. Durch Ausprobieren der verschiedenen Befehle kommt man mit dem System jedoch gut zurecht. Sehr angenehm ist der persönliche Papierkorb: Beiträge können aus ihrem Kontext gelöscht werden, was einem Verschieben des Beitrags in den Papierkorb gleichkommt (wie in Windows 95 bzw. bei MAC); auf diese Weise gelöschte Beiträge können wiederhergestellt werden. Außerdem bietet BSCW einen Aktenkoffer, in den Beiträge verschoben oder kopiert werden können. Aus dem Aktenkoffer heraus kann ein Archiv erstellt werden, das auf die eigene lokale Festplatte übertragen wird. Die Ausführungsgeschwindigkeit läßt leider zu wünschen übrig; sie kann jedoch durch das lokale Ablegen der Grafiken oder die Installation auf einem eigenen (weniger stark ausgelasteten) Server erhöht werden. Zur "Verteidigung" von BSCW: Es ist ein komplexes System, das viele angenehme Funktionen bietet; die notwendige Einarbeitungszeit ist gut investiert.
  2. Senden von Mitteilungen: Es wird zwischen zwei Arten von Textbeiträgen unterschieden: neuen Beiträgen und Antworten, d.h. Reaktionen auf vorhandene Textbeiträge. Neue Beiträge werden über den in jedem Verzeichnis verfügbaren Button "add message" hinzugefügt. Während des Lesens eines Textbeitrags befindet sich darüber und darunter eine waagerechte Buttonleiste, einer der Buttons dort trägt die Aufschrift "Reply" und ermöglicht das Erstellen einer Antwort auf den angezeigten Text. Es gibt keine Vorschau. Außer den genannten Textbeiträgen gibt es die Möglichkeit, beliebige Dateien als Beitrag einzureichen, z.B. ein Word-Dokument. BSCW übernimmt auf Wunsch auch die Versionskontrolle dieser Dokumente (wer hat es wann bearbeitet, oder hat es zur Zeit in Bearbeitung). An alle Beiträge anderen Formats (d.h. keine Texte) können sog. Notizen angeheftet werden, ähnlich den Antworten auf Textbeiträge. Das Editieren eines Textbeitrags erfolgt auf einer anderen HTML-Seite. Der Rückweg ist unkompliziert.
  3. Mitteilungsformate (Text, HTML, Grafik, beliebige Dateien): BSCW erlaubt das Versenden von Textmitteilungen, Grafiken (GIF), URL und von beliebigen Dateien. Die Dateiformate gängiger Programme werden erkannt, so daß das Anklicken eines in BSCW abgelegten Word-Dokuments den Word-Viewer lädt und die Datei anzeigt. Ähnliches funktioniert mit Adobe Acrobat Dateien, Excel, RTF-Dateien etc. Über sog. HelperApplications (PlugIns für den Browser) können beliebige andere Dateiformate erkannt und das damit verbundene Anwendungsprogramm festgelegt werden. URLs in den Textbeiträgen werden erkannt und in aktive Verweise verwandelt. HTML-Tags in einem Textbeitrag werden nicht umgesetzt. Es ist allerdings möglich, ein HTML-Dokument als Datei zu verschicken. Wenn sie als solche deklariert wird (mime-type: HTML), dann wird sie im Browser dargestellt, wenn sie aufgerufen wird.
  4. Lesen von Mitteilungen: BSCW zeigt im oberen Bereich des Bildschirms einen Hypertext-Pfad an, aus dem hervorgeht, wie man zu der gerade angezeigten Ebene gelangt ist. Dadurch ist das gleichzeitige Lesen und Erkennen der Organisationsstufe, auf der man sich befindet, einfach.
  5. Aktualisierung: Die Aktualisierung "auf Knopfdruck" ist über den Button "catch up" möglich: wird er gedrückt, bedeutet es, daß der Benutzer alle Beiträge und Bearbeitungshinweise auf dieser Ebene und den dazugehörigen Unterebenen zur Kenntnis genommen hat, ebenso wie die dazu gespeicherten Protokollinformationen. Sie werden daraufhin nicht mehr angezeigt. Besucht man den BSCW nach einigen Tagen erneut, sind tatsächlich nur die seit dem Zeitpunkt des letzten "catch up" erfolgten Änderungen sichtbar. Neue Nachrichten erhalten ein Bild mit der Aufschrift "neu", Nachrichten die von anderen mittlerweile gelesen wurden, werden mit einem "R" versehen (= read) u.ä. Zu jedem Beitrag wird in der Protokollnotiz angezeigt, was sich damit seit dem letzten catch up ereignet hat. Insgesamt ein gelungenes System, um tatsächlich auf dem Laufenden zu bleiben.
  6. Empfangen von persönlicher Mitteilung/Benachrichtigung über Neues: Die Benachrichtigung über neu hinzugekommene Beiträge erfolgt über den Aktualisierungsmechanismus. Es ist nicht vorgesehen, daß der Autor eines Beitrags über Veränderungen automatisch informiert wird. Dennoch besteht die Möglichkeit, aus BSCW heraus eine "Rund-Mail" an alle Mitglieder einer Arbeitsgruppe zu versenden, und sie so manuell auf größere Veränderungen oder wichtige Neuigkeiten aufmerksam zu machen.
  7. Echtzeit / Online-Kommunikation: BSCW bietet die Möglichkeit, für die Mitglieder einer Arbeitsgruppe Meetings anzuberaumen, die wahlweise über Chat, Internetphone, Internetvideo u.ä. durchgeführt werden können. BSCW leitet den Terminvorschlag an die Mitglieder der Arbeitsgruppe weiter und überwacht deren Rückmeldungen darauf (sie können bestätigen oder ablehnen).
  8. Mitgliedschaft: Jedes Mitglied kann neue Mitglieder "werben", d.h. neuen Leuten die Mitgliedschaft gewähren, sofern die Installation von BSCW dies vorsieht (Funktion kann abgeschaltet werden). Informationen über ein Mitglied (Name, Spitzname, Bild, Homepage, Emailadresse, Telefon, Postanschrift) können von anderen Mitgliedern abgerufen werden, sind aber für eine Mitgliedschaft nicht zwingend notwendig.
  9. Gestaltungsmöglichkeiten/Systemadministration: Eigene Installation auf dem Server vorausgesetzt, sind die Gestaltungsmöglichkeiten vielseitig, v.a. hinsichtlich Sicherheit, Administration, Zugangsregelung usw. Auch die grafische Oberfläche (Farben, Schriftarten, Buttons) läßt sich anpassen (nicht ganz unproblematisch, aber es geht). Bei einer Verwendung auf dem BSCW Server gibt es Möglichkeiten der individuellen Anpassung hinsichtlich Zugangsberechtigung und hinsichtlich Oberfläche. Da sämtliche verwendete Grafiken als Download zur Verfügung stehen, können diese – falls gewünscht - den eigenen Anforderungen entsprechend verändert werden.
  10. Preis / Installation: BSCW ist kostenlos nutzbar, wenn es nicht kommerziell genutzt wird. BSCW kann wahlweise auf dem Server der GMD in Sankt Augustin oder auf dem eigenen Server eingerichtet und verwendet werden.

WebBoard 2.0 von O’Reilly

http://webboard.oreilly.com/

Voraussetzung: Javafähiger Browser (wenn die Chat-Funktion erwünscht ist)

  1. Organisation der Mitteilungen: Die Beiträge sind in einer Baumstruktur organisiert. Die erste Ebene ist die der verschiedenen Konferenzen. Ein neuer Beitrag wird auf der ersten Ebene einer Konferenz plaziert. Beiträge können auf unteren Ebenen nur als "Reply" eingereicht werden. Falls der Titel nicht manuell editiert wird, ist er identisch mit dem Titel der "Frage", d.h. mit dem Titel des Beitrags, auf den geantwortet wird. Dies ist verwirrend. Besser wäre es, zumindest das üblich "Re:" davorzustellen. Die Anzahl der Ebenen scheint nicht begrenzt zu sein. Die Beiträge sind nicht numeriert, innerhalb einer Ebene sind sie nach Datum sortiert. Textbeiträge sind auch in HTML möglich. An einen Beitrag kann eine beliebige Datei angehängt werden (attachment). Die Art der Datei (Dokument, Bild, Programm) wählt der Benutzer selbst aus (WebBoard erkennt sie nicht). Entsprechend der Benutzerangabe wird vor dem Verweis auf die Datei ein farbiges Icon plaziertes, das den Dateityp verdeutlicht. Dem Dateinamen kann eine Beschreibung der Datei angefügt werden. Der Titel eines Beitrags, dem eine Datei angefügt wurde, wird kursiv dargestellt. Die Verwendung von Frames ist bei WebBoard zwar möglich, aber recht ungeschickt gelöst. Auf der linken Hälfte des Bildschirms erscheint der Konferenzbaum. Auf der rechten Seite stehen ein einzelner Beitrag oder alle Beiträge eines Threads, je nach persönlicher Vorliebe. Es ist aber nicht möglich, die Anzahl der rechts angezeigten Beiträge oder die zu berücksichtigenden Unterebenen zu begrenzen; da heißt es: einer oder alle. Die Navigation in den beiden Bildschirmhälften ist gewöhungsbedürftig und - sehr unschön - voneinander unabhängig. Das "entfalten" eines Threads auf der linken Bildschirmhälfte (indem das vorhergehende +-Zeichen gedrückt wird) bewirkt nicht, wie man es erwarten würde, daß auf der rechten Hälfte der erste Beitrag dieses Threads erscheint: es bleibt der alte. Klickt man dagegen auf einen Beitrag in der linken Hälfte, um diesen in der rechten anzuzeigen, wird man erneut enttäuscht: Die Frames verschwinden und zu sehen ist nur der Beitrag selbst und alle folgenden Beiträge auf der selben Ebene oder auf darunterliegenden Ebenen. Das ist verwirrend. Ebenso bewirken Aktionen in der rechten Hälfte keine Veränderungen in der linken. Die Verwendung ohne Frames ist etwas komfortabler. Allerdings ist auch hier das Erkennen der Struktur der Beiträge sehr mühsam. Die Beschriftungen der Buttons sind ebenfalls problematisch. Angenommen, daß in der rechten Hälfte ein Beitrag auf der dritten Ebene stünde, dem man eine Datei zur Seite stellen wollte. In der Kopfzeile winkt ein Button mit der Aufschrift "Post": Nun, der ist es leider nicht. Richtig wäre es, im rechten Fenster auf das kleine, blaue und unterstrichene Wort "Reply" zu drücken, im darauffolgenden Fenster das Feld für den Textbeitrag leer zu lassen und nur die Option "Attach File" auszuwählen, dann auf "Post" zu drücken und die heraufzuladende Datei auszuwählen... Wie gesagt: verwirrend! Löschen und Editieren ist nur bezogen auf eigene Beiträge möglich. WebBoard macht nur auf den ersten Blick einen wirklich guten Eindruck. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr fehlen Funktionen, oder sind Abstriche bei der Benutzerfreundlichkeit in Kauf zu nehmen.
  2. Senden von Mitteilungen: Es wird zwischen zwei Arten von Textbeiträgen unterschieden: neuen Beiträgen auf der obersten Ebene einer Konferenz und Antworten, d.h. Reaktionen auf vorhandene Textbeiträge. Neue Beiträge werden über den Button "Post" in der Buttonleiste am oberen Rand hinzugefügt, und zwar immer auf der obersten Ebene. Während des Lesens eines Textbeitrags befindet sich darüber eine Liste blauer unterstrichener Befehle. Einer der Befehle dort ist "Reply" und ermöglicht das Erstellen einer Antwort auf den angezeigten Text. Auf Wunsch ist eine Vorschau des eigenen Beitrags möglich, außerdem wird eingegebener Text auf Wunsch auf Fehler hin untersucht (nur für englische Texte verfügbar). Außer den genannten Textbeiträgen gibt es die Möglichkeit, beliebige Dateien als Attachment zu einem Beitrag heraufzuladen.
  3. Mitteilungsformate (Text, HTML, beliebige Dateien): WebBoard 2.0 sieht vor, daß Beiträge als Text eingegeben werden. Die meisten HTML-Befehle werden erkannt, ebenso wie URLs. Bilder können nur als Attachment versendet, nicht in einen Text eingefügt werden. Klickt man eine Datei zum Download an, wird diese auf Festplatte gespeichert. Die entsprechenden Viewer können nicht gleichzeitig gestartet werden.
  4. Lesen von Mitteilungen: Wie in Punkt 1 bereits bemängelt, ist es schwierig, während des Lesens der Beiträge die Organisation derselben nachzuvollziehen.
  5. Aktualisierung: Die Aktualisierung "auf Knopfdruck" ist bei WebBoard über den Button "Mark all read" möglich: Wird er gedrückt, wird der Benutzer aufgefordert, eine Konferenz auszuwählen, deren Beiträge alle als "gelesen" gelten sollen. Es ist nicht möglich, das "gelesen" auf einzelne Unterebenen oder einzelne Beiträge zu begrenzen. Besucht man WebBoard nach einigen Tagen erneut, wird man mit der Nachricht begrüßt, daß x neue Mitteilungen hinzugekommen sind. Man kann sich die Liste der neuen Mitteilungen direkt anzeigen lassen und zu den neuen Mitteilungen springen, wobei nicht zu erkennen ist, zu welcher Ebene sie gehören, oder ob es Antworten sind. Das Icon "new" wird in der Baumstruktur zwar angezeigt, befindet sich aber nicht hinter einer neuen Mitteilung, sondern jeweils hinter der Mitteilung auf oberster Ebene. Dies soll dazu dienen, zu erkennen, zu welchem Thread etwas Neues hinzugekommen ist. Wo genau sich das Neue befindet, ist aus dem Baum nicht ersichtlich.
  6. Empfangen von persönlicher Mitteilung/Benachrichtigung über Neues: Die Benachrichtigung über neu hinzugekommene Beiträge erfolgt über den Aktualisierungsmechanismus bei Betreten von WebBoard. Es ist möglich, sich über Email informieren zu lassen, falls zu einer Konferenz neue Beiträge hinzukommen. Dem Autor eines Beitrags kann eine Email direkt zugesendet werden.
  7. Echtzeit / Online-Kommunikation: WebBoard hat eine eingebaute Chatkomponente. Sie setzt einen Java-fähigen Browser voraus und ist recht einfach zu bedienen. Einzelnen Teilnehmern kann man kurze private Nachrichten zukommen lassen ("whisper", Geflüster). Neben Kurznachrichten können auch längere Texte eingegeben werden. Den längeren Texten kann ein besonderes Format bezüglich Schriftgröße, Schriftfarbe usw. zugewiesen werden. Die Häufigkeit des Bildschirmaufbaus ist steuerbar. Die neuesten Nachrichten befinden sich ganz oben in der Liste.
  8. Mitgliedschaft: Die Mitgliedschaft wird entweder automatisch vom System selbst oder auf Wunsch nur von den Systemadministratoren vergeben. Informationen über ein Mitglied (Name, Homepage, Emailadresse, Land, Hobbys) können von anderen Mitgliedern abgerufen werden; sie sind für eine Mitgliedschaft nur zum Teil zwingend notwendig.
  9. Gestaltungsmöglichkeiten/Systemadministration: Eigene Installation auf dem Server vorausgesetzt, sind Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden sowohl hinsichtlich Sicherheit, Administration, Zugangsregelung usw. als auch bezüglich der Oberflächengestaltung (Farben, Schriftarten, Buttons). Die wenig gelungene Struktur der Mitteilungen läßt sich aber wohl kaum verändern.
  10. Preis / Installation: WebBoard kostet in der kleinsten Version $59.95 (maximal 2 Boards mit je maximal 10 Konferenzen). Es wird auf dem eigenen Server eingerichtet und verwendet.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

+ vorhanden und gut

o vorhanden, aber nicht gut gelöst

- leider nicht verfügbar

 

 

HyperNews

BSCW

WebBoard 2.0

Baumstruktur mit mehrerern Ebenen

+

+

o

URLs und HTML in Beiträgen

+

o

o

Hochladen von Dateien

-

+

+

Rechtschreibprüfung

-

-

+

Vorschau

+

-

+

Editieren nach dem Versenden

-

+

o

Anonymes Versenden

+

-

+

Ansicht der Ebenen einstellbar

+

+

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Aktualisierung

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Emailnachricht über Neues

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Suche in Nachrichten / Benutzern

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Cookie statt Paßwortabfrage

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Synchrone Kommunikation*

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Unterstützung von Frames

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Gestaltbarkeit der Oberfläche

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Archivierung der Beiträge

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Mitgliedschaftskontrolle

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Installationshilfen

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Preis

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$59.95

 

* WebBoard bietet eine Chatkomponente; BSCW bietet Meetings in den Formaten Chat, Audio- und Videokonferenz.