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Einführung in die Materie

Intro

Barrierefreier Zugang zur Informationstechnik umfasst alle Angebote im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung, in einer virtuellen Universität also fast alles. Immerhin scheint es vernünftig, sich als ersten Schritt auf die Visitenkarte der Universität - ihre Präsenz im Internet - zu konzentrieren.

Vom barrierefreien Design profitieren vordergründig die Behinderten und chronisch Kranken: die Sehgeschädigten und Blinden, die Hörbehinderten, Gehörlosen und Ertaubten, die motorisch Geschädigten und Gelähmten, die psychisch Kranken. Es profitieren aber auch die Grafikabschalter, die in einem textbasierten Web unterwegs sind, die Google-Fans, die sich die Informationsflut des Web auf der Basis von Textinformationen organisieren lassen, die Ungeduldigen, die lange Wartezeiten nicht tolerieren, die Hardware-Eingeschränkten mit älteren Computern, Modem- und Terminalzugängen aber auch drahtlosen Zugängen wie Mobiltelefon oder PDA und die Gebühren-Geplagten. Letztlich profitieren wir alle.

Die Hürden, die wir alle mehr oder weniger nehmen müssen, sind vielfältig: Texte vergrößern (Zoom) bleibt wirkungslos, weil absolute Maßangaben verwendet wurden, es kann nur mit der Maus aber nicht über die Tastatur navigiert werden, Texte werden unsichtbar, weil Farbton, Helligkeit und Sättigung sich kaum vom Untergrund unterscheiden. Und es kommt noch schlimmer: Wussten Sie beispielsweise, dass ca. 8-10% aller Männer eine Rot-Grün-Schwäche (im Volksmund auch Farbblindheit genannt) haben, und bestimmte Textfarben auf einigen Hintergründen gar nicht wahrnehmen können?

Zu welchem Preis?

Befürwortende der Barrierefreiheit meinen, sie lasse sich ohne großen Mehraufwand erreichen - sie haben zum Teil Recht: Korrektes und strukturiertes HTML lässt sich kostengünstig warten. Leider fallen Webseiten nicht vom Himmel, in denen Struktur und Inhalt mit (X)HTML, Gestaltungsmerkmale hingegen mit CSS umgesetzt sind. Erste Erfahrungen einiger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus ZMI und Verwaltung zeigen, dass solche Seiten eine Menge Know-How erfordern. Darüber hinaus müssen sie im Sinne des grafischen Designs ein Mindestmaß an Ästhetik bieten und - ganz pragmatisch - die heutigen, nicht CSS2-konformen Web-Browser müssen sie anzeigen können. Um Synergien zwischen den o.g. Bereichen auszunutzen, haben sich interessierte Kollegen und Kolleginnen zu einem ersten Erfahrungsaustausch getroffen. Weitere Interessierte, für die Begriffe wie Element, Attribut und Selektor keine Fremdworte sind, sind herzlich eingeladen.

Jens Vieler 04.03.2010
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