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FAQ's zum Urheberrecht

Nutzungsrechte:

1. Wie kann ich das Werk eines fremden Urhebers ohne Bedenken nutzen?

Für die Nutzung eines fremden Werkes brauchen Sie eine Nutzungserlaubnis (Lizenz).

Durch eine Lizenz werden Ihnen ein oder mehrere Nutzungsrechte (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 5) für das Werk übertragen. Dies könnte z.B. sein, dass sie das fremde Werk über eine bestimmte Anzahl von Jahren in einer bestimmten Auflage in Ihren (Papier-) Kursen abdrucken und/oder in Moodle veröffentlichen dürfen.

Eine Lizenz wird beim Inhaber der Rechte (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 3 und 5) beantragt.

Die Rechte können beim Urheber oder bei einem Dritten, etwa einem Verlag oder einer Hochschule, liegen.

2. Wer veranlasst die Einholung der Lizenz bzw. der Nutzungsrechte?

Lizenzen werden an der FernUniversität in Hagen zentral erworben und zentral verwaltet. Zuständig hierfür ist das Dezernat 2.4. Von dort aus werden alle Verhandlungen mit den externen Rechteinhabern geführt und die Lizenzverträge abgeschlossen.

Wenn Sie eine Lizenz benötigen, helfen Ihnen Herr Bartocha, Frau Klein sowie Frau Maus gerne weiter.

3. Welche Informationen muss ich dem Dezernat 2.4 für den Erwerb von Lizenzen zur Verfügung stellen?

  • Daten zum Werk:
    Wer ist die Urheberin / der Urheber (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 3) oder der ausschließliche Nutzungsberechtigte (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 5 und 7) des fremden Werkes ?
    Sind Ihnen Urheber oder Nutzungsberechtigter nicht bekannt, wird der zuständige Bereich Nachforschungen anstellen, die aber Zeitverzögerungen mit sich bringen können.

    Geben Sie auch die genaue Fundstelle, die Form (Aufsatz, Artikel, Kapitel eines Buches, Tabelle, Schaubild), den Titel, den Seitenumfang, den Verlag, die ISBN, sowie auf welchen Seiten des Gesamtwerkes das Werk (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) zu finden ist an. Zur Vereinfachung können Sie gerne auch die Excel-Datei "Lizenzanfrage" im Menue auf der rechten Frameseite nutzen.
  • Art der geplanten Nutzung:
    Soll das Werk in Papierform und / oder als CD-ROM und / oder im Internet genutzt werden?
    Teilen Sie bitte mit, ob die Nutzung im Rahmen eines Kurses (mit Kursnummer) oder eines anderen Projekts erfolgen soll.
  • Umfang der geplanten Nutzung:
    Mit welcher Laufzeit und / oder Stückzahl des Kurses / Projekts rechnen Sie? Bei eventuell notwendigen Schätzungen hilft Ihnen Dez. 2.4 gerne weiter.

Je genauer Ihre Angaben zum Werk sind, umso schneller kann die passende Lizenz für Sie eingeholt werden.

ACHTUNG:
Die Auflistung ist nicht abschließend. Teilweise möchten die Vertragspartner/innen auch weiterführende Angaben.

4. Wie lange dauert die Einholung einer Lizenz ?

Das Einholen einer Lizenz kann von einigen Wochen bis hin zu vielen Monaten dauern.

Dies ist abhängig von dem Umfang der Recherche, der Art der möglichen Kontaktaufnahme, dem Land des Lizenzgebers / der Lizenzgeberin und der Dauer der Rückantwort.

BEISPIEL:
Es soll ein Kartenauszug aus dem Internet für einen Studienbrief genutzt werden. Die Lizenzgeberin sitzt in den U.S.A. und eine Kontaktaufnahme ist nur brieflich möglich.

Das Versenden eines Briefes in die U.S.A. kann bis zu zwei Wochen dauern. Ebenso lange wird eine Rückantwort auf dem Postwege brauchen. Hinzu kommen Bearbeitungszeiten und möglicherweise weiterer Schriftwechsel.

ACHTUNG:
Sie dürfen das fremde Werk erst dann nutzen und in den Druck geben, wenn die Lizenz für Sie eingeholt worden ist!
Andernfalls liegt ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor.
Planen Sie daher bei der Vorbereitung eines Kurses immer genügend Zeit (mindestens 8 - 10 Wochen) für Lizenzeinholungen ein.

5. Wie werden die Lizenzen finanziert?

Die Lizenzen werden aus verschiedenen „Töpfen“ der FernUniversität bezahlt.

Handelt es sich um eine Lizenz für ein Werk, (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) das in einem Fernstudienkurs verwendet wird, dann geht die Lizenz zu Lasten des entsprechenden allgemeinen Kontos.

Soll eine Lizenz für eine Weiterbildung oder ein Drittmittelprojekt erworben werden, wird dies jeweils aus eigenen Projekt- oder Drittmitteln bezahlt.

6. Wie oft darf ich ein Werk verwenden, für das ein Nutzungsrecht erworben worden ist?

In einer Lizenz wird u.a. bestimmt, wie lange das fremde Werk (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) verwendet werden darf (Nutzungsdauer).

Die erlaubte Dauer einer Nutzung kann dabei von einem Semester bis hin zu mehreren Jahren reichen. Zum Teil wird auch eine Nutzung ohne zeitliche Beschränkung, aber dafür für eine ganz bestimmte Stückzahl von Kursunterlagen vereinbart.

Wenn Sie Bedenken haben, ob Sie ein Werk (noch) nutzen dürfen, helfen Ihnen Herr Bartocha, Frau Klein oder Frau Maus aus dem Dezernat 2.4 gerne weiter.

7. Darf ich ein Werk, für das ich eine Lizenz zur Nutzung in einem Printmedium habe, auch im Internet nutzen oder umgekehrt?

Die einmal erworbene Lizenz bestimmt die Nutzungsart des Werkes. Die Verwendung in einem neuen Medium (CD, Internet o. ä.) erfordert eine neue Lizenz.

ACHTUNG:
Nutzen Sie das fremde Werk auf andere Art und Weise (z. B. im Internet anstatt wie bisher in Papierform), ohne eine neue Lizenz einzuholen, verstoßen Sie gegen das Urheberrecht (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 8).

8. Muss ich Dez. 2.4 informieren, wenn ich ein fremdes Werk in Zukunft anders oder gar nicht mehr nutzen möchte?

Wenn Sie ein fremdes Werk (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) zukünftig nicht mehr nutzen wollen, ist es zur Vermeidung unnötiger Kosten sehr wichtig, dass Sie dies dem Dezernat 2.4 mitteilen.

Im Bereich der Lizenzverwaltung wird regelmäßig überprüft, welche Lizenzen in Kürze auslaufen.
Die Lizenz wird automatisch verlängert, wenn der Kurs, für den die Lizenz erworben wurde, weiterhin eingesetzt wird.

Wollen Sie das fremde Werk anders als bisher nutzen, (siehe Frage 7) muss i. d. R. eine neue Lizenz eingeholt werden.

9. Wem stehen die Rechte an Werken zu, die von Mitarbeitern der Hochschule erstellt wurden?

Wenn jemand aus dem Kreis des Hochschulpersonals ein Werk (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) schafft, dann ist sie/er selbstverständlich die/der Urheber/in (siehe "Urheberrecht im Allegmeinen", Frage 3) dieses Werkes.

Hat sie/er das Werk im Rahmen der Tätigkeit für die Hochschule geschaffen (z. B. Fernstudienmaterialien, Klausurunterlagen, Beiträge in Moodle), dann liegen die Nutzungsrechte (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 5) an diesem Werk alleine bei der FernUniversität.

Das Urheberrecht regelt, dass ein Arbeitgeber / Dienstherr automatisch alle Rechte an einem Werk erhält, das von seinen Arbeitnehmern / Beamten im Rahmen ihrer Arbeits- / Dienstverpflichtung geschaffen wurde.

Darüber hinaus unterzeichnet das Hochschulpersonal der FernUniversität bei der Berufung / Einstellung zusätzlich eine Urheberrechtsvereinbarung, die alle Nutzungsrechte an den für die FernUniversität geschaffenen Werken auf die FernUniversität überträgt.

Wenn jemand vom Hochschulpersonal ein solches Werk anderweitig nutzen möchte (etwa für eine eigene Buchpublikation), braucht sie/er hierfür eine Genehmigung seitens der FernUniversität (Nutzungserlaubnis). Eine solche kann beim Dezernat 2.4 beantragt werden und wird in der Regel auch erteilt.

10. Wem stehen die Rechte an Werken zu, die von Studierenden erstellt wurden?

Wenn eine Studierende / ein Studierender ein Werk (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 1) schafft, etwa eine Bachelor-, Masterarbeit oder eine Dissertation, dann ist sie/er sowohl die/der Urheber/in (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 3) als auch die/der alleinige Nutzungsberechtigte ( siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 5) dieses Werkes.

Wenn ein Hochschullehrer ein solches Werk nutzen möchte, braucht er hierfür eine entsprechende Genehmigung der/des Studierenden.

Anders ist die Situation aber, wenn die/der Studierende in einem Arbeitsverhältnis zur Hochschule steht, etwa als wissenschaftliche Hilfskraft. Wenn sie/er nun in dieser Funktion ein Werk für die Hochschule schafft, gelten die gleichen Regeln wie bei Werken von Hochschulmitarbeitern (siehe Frage 9).

ACHTUNG:
Wenn ein/e Studierende/r ein Werk zu Prüfungszwecken einreicht, dann darf dieses Werk nur zu diesem Zweck verwendet werden. Ein weitergehendes Recht zur Nutzung der Arbeit lässt sich aus der Übergabe an das Prüfungsgremium nicht herleiten.

11. Was sind „freie“ bzw. „Open Source“ Lizenzen?

Das Urheberrecht legt fest, dass der Urheber sein Werk grundsätzlich unter Ausschluss aller anderen nutzen darf. Die Einholung einer Nutzungserlaubnis vom Urheber ist oft schwierig, kostet viel Zeit, Geld und „Nerven“ des Einholenden.

Aus diesem Grund wurden zunächst für die U.S.A. die freien Lizenzen geschaffen, wie etwa die „GNU – General Public Licence“ (für Software-Werke) und die „Creative Commons Lizenz“ (für andere Werke).

Eine freie Lizenz ist eine Nutzungserlaubnis, die sich an jedermann richtet. Durch die Verwendung einer freien Lizenz erlaubt der Urheber jedem die Nutzung seines Werkes, jedenfalls in den Grenzen dieser Lizenz. Wie weit diese „Grenzen“ gehen, kann der Urheber selbst bestimmen. So kann er aus verschiedenen Lizenz-Mustern seine „Wunsch-Lizenz“ auswählen.

Allerdings sind diese Lizenzen für den Nutzer nicht nur hilfreich, sie bergen auch einige Probleme und Risiken:

  • Die freien Lizenzen setzen das deutsche Urheberrecht nicht außer Kraft. Es bleibt vollständig bestehen und muss vom Nutzer daher natürlich zusätzlich beachtet werden.
  • Viele Lizenzen sind nur auf Englisch erhältlich, was zu Übersetzungsfehlern bei der Übertragung auf deutsche Werke führen kann.
  • Einige der Lizenz-Regeln, die in den U.S.A. völlig problemlos möglich sind, sind auf das deutsche Recht nicht übertragbar. In so einem Fall entstehen Lücken in der Lizenzvereinbarung, die dann vom deutschen Recht ausgefüllt werden müssen.
  • Je nach Lizenz muss auch das eigene Werk unter eine freie Lizenz gestellt werden.

ACHTUNG:
Eine freie Lizenz bedeutet nicht, dass das Werk uneingeschränkt genutzt werden darf! Vielmehr muss sich der Nutzer streng an die vorgegebenen Lizenzbedingungen halten. Tut er das nicht, verstößt er gegen die Lizenz und somit gegen das Urheberrecht!

BEISPIEL:
Ein Hochschullehrer möchte in seinem wissenschaftlichen Beitrag ein Schaubild einfügen, das mittels einer freien Lizenz genutzt werden darf. Eine der Lizenzbedingungen ist, dass das verwendete oder veränderte Werk weiterhin unter eine freie Lizenz gestellt werden muss.

Durch die Verbindung des fremden Schaubildes mit dem eigenen Text wird eine „Bearbeitung“ (siehe "Urheberrecht im Internet", Frage 2) geschaffen. Diese muss komplett unter die freie Lizenz gestellt werden. Tut er das nicht, liegt ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor.

12. Darf / sollte ich meine eigenen Werke mit einer freien Lizenz versehen?

Um ein Werk unter eine freie Lizenz (siehe Frage 11) stellen zu dürfen, müssen Sie der Urheber ( siehe "Urheberrecht im Allgmeinen", Frage 3) des Werkes sein. Besonderheiten können sich hier ergeben, wenn Sie als Hochschulpersonal (siehe Frage 9) ein Werk für Ihre Hochschule geschaffen haben (Frage III 9). Gibt es mehrere (Mit-) Urheber (siehe "Urheberrecht im Allgemeinen", Frage 3), müssen alle mit der Verwendung der freien Lizenz einverstanden sein.

Vorteile einer freien Lizenz sind, dass ein Werk sehr schnell verbreitet und bekannt gemacht werden kann. Die Nutzung durch viele Personen beschleunigt die Weiterentwicklung des Werkes und fördert die Wissensverbreitung. Ebenso behält der Urheber bei einer freien Lizenz seine Verwertungsrechte am Werk.

Nachteile sind neben den bereits Genannten (siehe Frage 11) insbesondere, dass die Erlaubnis zur Nutzung des Werkes durch unbegrenzt viele Personen das Missbrauchsrisiko erhöht.

Wenn Sie Ihr Werk unter eine freien Lizenz stellen möchten, müssen Sie ein Lizenzsystem (etwa „GNU – General Public Licence“ für Software oder „Creative Commons“ für andere Werke) auswählen. Hier sind verschiedene Besonderheiten zu beachten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich an das Dez. 2.4.

13. Wie kann ich verhindern, dass jemand Material aus meinen Kursen im Internet veröffentlicht?

Die Erfahrung zeigt, dass es nahezu unmöglich ist, ein veröffentlichtes Werk vor einer unautorisierten Nutzung zu schützen. Um das Risiko einer unberechtigten Nutzung zumindest zu verringern, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Kennzeichnen Sie Ihr Werk mit einem Copyright-Vermerk, (siehe "Urheberrecht im Internet", Frage 3) damit Sie als Urheber/in erkannt werden.
  • Schützen Sie Ihre im Internet veröffentlichten Werke mit einem Passwort, dass sie nicht für jedermann frei nutzbar sind.
  • Sorgen Sie dafür, dass auf jeder ausdruckbaren Seite auf Ihre Rechte und die Rechte der FernUniversität hingewiesen wird. Dies kann mittlerweile mit Hilfe von Computerprogrammen automatisch geschehen.
  • Weisen Sie darauf hin, dass die Verletzung von Urheberrechten schwere strafrechtliche Folgen nach sich ziehen kann.

Alle hier genannten Möglichkeiten vergrößern den Schutz Ihrer Werke, schließen allerdings eine unberechtigte Nutzung nicht vollständig aus.

Wenn Sie eine unberechtigte Nutzung eines Ihrer Werke bzw. der Werke der FernUniversität bemerken, wenden Sie sich bitte an das Dez. 2.4. Dort wird man umgehend alle erforderlichen Schritte einleiten.

ACHTUNG:
Bei jedem Werk, das Sie veröffentlichen, besteht die Gefahr einer unberechtigten Nutzung.
Verschaffen Sie Dritten nicht leichtfertig eine unkontrollierbare Zugriffsmöglichkeit!

Dez. 2.4 26.07.2017
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