Der Begriff ‚Praktikum’ ist nicht eindeutig definiert, er wird oft synonym mit Laborkurs, Betriebspraktikum, praktischer Anfängerübung und anderen gebraucht; er leitet sich von altgriechisch πρακτικη (τεχνη) Lehre vom aktiven Tun und Handeln, ab (vgl. Duden Etymologie, 2001).
Ein Praktikum ist ein geschützter Raum, in dem in der akademischen Ausbildung die jeweilige Methode zur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung erlernt und geübt werden soll. Dieser geschützte Raum besteht im Falle des virtuellen Praktikums aus
- dem Praktikumsraum,
- dem Labor,
- der Kommunikationsumgebung,
- der Community
- und der Betreuungsumgebung.
Die Ausgestaltung und die Offenheit des Raumes sind didaktische Entscheidungen, die sowohl durch die Bedürfnisse der Lernenden als auch durch die Voraussetzungen, die diese mitbringen, bestimmt werden.
Zusammenfassend soll das Praktikum folgendermaßen definiert werden: Das Praktikum ist ein geschützter Raum zur sinnlichen Erfahrbarmachung von Handlung, der der Entwicklung von Problemlösungskompetenz dient. Der geschützte Raum ist eine übergeordnete Metapher für die didaktische Umgebung, den Bereich in dem kontrolliert und betreut die Versuche der Teilnehmer stattfinden können, mit Hilfe ihrer Handlungen und anhand derer zu lernen. Der Begriff wird statt des geläufigeren ‚Lernraum’ gewählt, um den Aspekt der Schutzfunktion für das Praktikum zu betonen.