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Lernraum, Praktikumsraum und der geschützte Raum

Der geschützte Raum ist zunächst unabhängig von bestimmten Erziehungs- oder Unterrichtsstilen. Eine zentrale Entscheidung wie die für einen Unterrichtsstil, muss sich jedoch auch in der Gestaltung des Raumes wiederfinden.

Bei der virtuellen Lehre muss man berücksichtigen, dass die Studierenden sich in vielen Fällen in einer ungewohnten Lernumgebung zurechtfinden müssen, dass Kommunikation und Kooperation mit anderen Mitteln als im Realen durchgeführt werden und dass weitere Einschränkungen zu Veränderungen der gewohnten Arbeits- und Lernweise führen müssen.

Die Anfangsphase einer virtuellen Veranstaltung unterliegt besonderen Bedingungen, die in einer zeitlichen Dimensionierung der didaktischen Entscheidungen resultieren muss.

Offenheit des geschützten Raumes

Es werden zwei Dimensionen für das virtuelle Praktikum postuliert:
  • den Grad der maximalen Lenkung,
  • die Freiheit innerhalb des Praktikums zu Handeln.
Diese Dimensionen sind allerdings nicht orthogonal, sondern funktional abhängig, und wurden in der Dimension „Offenheit des Raumes“ zusammengefasst.

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Die Offenheit des Raumes wird also – wie in Abbildung 5 geschehen – durch eine Auftragung gegen die Zeit genauer bestimmt, dies trägt den o.g. Besonderheiten der virtuellen Lehre entsprechend Rechnung.
Für das virtuelle Praktikum werden vier grundsätzliche Typen der Offenheit des geschützten Raumes eingeführt. Die enge Führung, die weite Führung und zwei dynamische Typen der Öffnung.
Dem autokratischen Stil entspricht die konstant enge Führung, dem Laissez-Faire die konstant weite Führung. Es werden zwei veränderlichen Stile eingeführt. Sie stehen für eine zunächst geringere, dann im Verlauf des Praktikums weitere Öffnung des geschützten Raumes; diese Öffnung spiegelt die bereits gewonnene Erfahrung der Teilnehmer in der größeren Freiheit zu Handeln bei geringerer Lenkung durch die Betreuer wider.
Hier werden zwei generelle Ausgestaltungen vorgestellt, die Öffnung nach kurzer Einführung und die schrittweise Öffnung von eng zu weit, die auf zwei unterschiedlichen didaktische Entscheidungen beruhen.
Eine umgekehrte Richtung der dynamischen Veränderung der Offenheit des Raumes (von weit zu eng) würde auf einer falschen Betreuungsentscheidung für eine zu große Offenheit am Anfang des Praktikums hindeuten – sie hat keine Entsprechung in der Erreichung von Lernzuwächsen, negative Lernzuwächse sind immer Indizien für falsche Lehre.

Vor- und Nachteile der Typen der Offenheit

  Vorteile Nachteile / Gefahren Einsatzbeispiele
enge Führung größtmögliche Schutzfunktion, gute Beurteilungsmöglicheiten, einfache Überwachung, einfache Vorbereitung fehlende Transparenz, fehlende Diskussionen, kaum Entfaltungsmöglichkeiten, wenig Eigeninitiative, eingeschränkte Lernziele gefährliche Praktika evtl. bei schwieriger Klientel
weite Führung hohe Eigeninitiative, eigenverantwortliches Lernen „Anarchie, Lustlosigkeit, Orientierungslosigkeit, mangelhafte Gruppenstruktur“[1] Probleme bei der Eingewöhnung in das Arbeiten im Virtuellen, Zeitaufwand zur Selbstorganisation, mangelnder Schutz, kaum Möglichkeiten zur Beurteilung weit Fortgeschrittene Studenten fortgeschr. wissensch. Arbeiten
von eng zu weit hohe Schutzfunktion, gute Betreuung, viele Erfolgserlebnisse, gute Beurteilungsmöglichkeiten hoher Aufwand, Gängelung, Antizipierung von Lernfortschritten nicht immer einfach Anfängerpraktika
Öffnung nach kurzer Einf. Schutzfunktion anpassbar, hohe Eigeninitiative, eigenverantwortliches Lernen, einfache Vorbereitung, wenig Aufwand, gute Diskussionskultur möglich Beurteilungsmöglicheiten eingeschränkt Praktika für Fortgeschrittene


[1]Köck, P; Ott, H. (Erziehung, 1994) S. 195, im Original mit Spiegelstrichen


Autor: Dr. Dominic Becking
Team virtuelle Lehre 04.03.2010
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