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Gestufte Studienstruktur, Studiengangsprofile, Studiendauer

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Die Einführung einer gestuften Studienstruktur mit Bachelor- und Masterstudiengängen ist ein zentrales Anliegen deutscher Hochschulpolitik. Mit ihr verbindet sich eine weitreichende organisatorische und inhaltliche Reform der Studiengänge, die zu einer stärkeren Differenzierung der Ausbildungsangebote im Hochschulbereich führt.

Bachelorstudiengang

Bachelor-Studiengänge sind grundständige Studiengänge und vermitteln einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss.

Ziel eines Bachelorstudiengangs ist die Vermittlung wissenschaftlichen Grundlagenwissens, von Methodenkompetenz und berufsfeldbezogenen Qualifikationen. Ein erworbener Bachelorabschluss bietet die Möglichkeit des direkten Einstiegs ins Berufsleben oder der Weiterqualifizierung in einem Masterstudiengang. Die Weiterqualifizierung kann sofort oder nach einer Phase der Berufstätigkeit erfolgen.

Masterstudiengang

Ein Masterstudiengang setzt einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss voraus. Neben dem erforderlichen ersten Hochschulabschluss soll das Studium im Masterstudiengang von weiteren Zugangskriterien abhängig gemacht werden. Im Rahmen eines Masterstudiums können die Kenntnisse des ersten Studiengangs vertieft werden oder aber ergänzende Qualifikationen in einer anderen Fachrichtung erworben werden.

Master-Studiengänge sind obligatorisch nach den Profiltypen "stärker anwendungsorientiert" und "stärker forschungsorientiert" zu differenzieren. Der Profiltyp wird bei der Akkreditierung nach folgenden Kriterien festgestellt:

  • Studierende stärker anwendungsorientierter Studiengänge sollen in der Lage sein, berufsspezifische Frage- und Problemstellungen aufzugreifen und sie mit Hilfe des aktuellen Wissensstandes zu lösen. Die Lehre wird von Lehrenden vertreten, die über einschlägige Erfahrungen in der berufspraktischen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden verfügen. Die Lehrinhalte müssen die Anwendung des Wissens für berufsrelevante, anwendungsbezogene Problemstellungen beinhalten, und die Hochschulen müssen über Ausstattungen für berufsfeldbezogene praktische Übungsmöglichkeiten verfügen.
  • Studierende stärker forschungsorientierter Studiengänge werden auf der Basis vermittelter Methoden- und Systemkompetenz und unterschiedlicher wissenschaftlicher Sichtweise zu eigenständiger Forschungsarbeit angeregt, die auch über die aktuellen Grenzen des Wissensstandes hinausreicht. Die Lehre soll getragen werden von Lehrenden, die neben berufspraktischen Erfahrungen auch aus eigener aktiver Forschung schöpfen können. Die Lehrinhalte sind auf die Befähigung zur Integration wissenschaftlicher Vorgehensweisen unterschiedlicher Fachgebiete und die Einbindung von Studierenden in Forschungsprojekte ausgerichtet. Die Hochschulen müssen eine entsprechende Ausstattung und Forschungskontakte nachweisen, an denen Studierende partizipieren können.

Gemäß eines KMK-Beschlusses vom 10. Oktober 2003 i.d.F. vom 04. Februar 2010 werden Masterstudiengänge unterschieden in:

· Konsekutive Masterstudiengänge

Konsekutive Masterstudiengänge sind als vertiefende, verbreiternde, fachübergreifende oder fachlich andere Studiengänge auszugestalten. Bachelor- und Masterstudiengänge können an verschiedenen Hochschulen, auch an unterschiedlichen Hochschularten und auch mit Phasen der Berufstätigkeit zwischen dem ersten und zweiten Abschluss konsekutiv studiert werden.

· Weiterbildende Masterstudiengänge

Weiterbildende Masterstudiengänge setzen qualifizierte berufspraktische Erfahrung von i.d.R. nicht unter einem Jahr voraus. Die Inhalte des weiterbildenden Masterstudiengangs sollen die beruflichen Erfahrungen berücksichtigen und an diese anknüpfen. Bei der Konzeption eines weiterbildenden Masterstudiengangs legt die Hochschule den Zusammenhang von beruflicher Qualifikation und Studienangebot dar.

Weiterbildende Masterstudiengänge entsprechen in den Anforderungen den konsekutiven Masterstudiengängen und führen zu dem gleichen Qualifikationsniveau und zu denselben Berechtigungen. Die Gleichwertigkeit der Anforderungen ist in der Akkreditierung festzustellen.

Studiendauer

Regelstudienzeit von Bachelorstudiengängen:

Mindestens sechs und höchstens acht Semester

Regelstudienzeit von Masterstudiengängen:

Mindestens zwei und höchstens vier Semester

Gesamtregelstudienzeit konsekutiver Studiengänge:

Höchstens zehn Semester

Dezernat 1.1 11.01.2011
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