Hagen 2017 | 21.-24. Februar

Tagung

Die Tagung widmet sich der Problematik der Universal­werte in einer vom Globalisierungs- und Harmonisierungs­trend erfassten Welt. Die nationalen Verfassungen werden als Quintessenz des nationalen Selbst­verständnisses und letzte Festungen gegen den Drang des Universa­lismus angesehen. Die konstitu­tionelle Verankerung der Menschen- und Bürger­rechte, des Demokratie- und Rechts­staats­prinzips sowie der horizontalen und vertikalen Gewalten­teilung durch die absolute Mehrheit der Staaten­gemeinschaft zeugt jedoch davon, dass der Verein­heitlichungs­gedanke auch in die Ebene des Verfassungs­rechts eingedrungen ist.

Insbesondere trägt die Bildung zwischen­staatlicher Bündnisse sowie die Zusammen­führung der Staaten­gemeinschaft durch inklusiv formulierte völker­rechtliche Verträge dazu bei, dass Werte und Rechts­prinzipien ver­gemeinschaftet und globalisiert werden. Die Auswirkungen dieser Entwicklung lassen sich auch in eher national­rechtlich determinierten Dimensionen des Verwaltungs­rechts beobachten.

Währenddessen bringen die Staaten ihren Widerstand gegen die Globalisierung des Rechts bisweilen deutlich zum Ausdruck und legen die vermeintlich universalen Formulierungen unter Berufung auf ihre unikale Rechtskultur sehr unterschiedlich aus. Das Resultat dieser Prozesse ist eine Vielzahl an Interpre­tationen, die ein universales Werte­verständnis nicht möglich erscheinen lässt, woraus wiederum eine Irrationalität der Rechts­entwicklung folgt, die die gegenläufigen Tendenzen der Rechts­vereinheitlichung einerseits und der Rechts­divergenz andererseits umfasst.

Das Spannungs­verhältnis zwischen Rechts­kultur und Globalisierung stellt eine große Heraus­forderung für Juristen dar, die zur Ermittlung einer Formel für die Koexistenz der widerstreitenden Interessen berufen sind.


Team Assistententagung
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Team der Assistententagung 2017

von links nach rechts laut Abbildung:


Tradition der Assistententagung

Zur Eröffnung ihrer neuen Gebäude im Jahr 1960 gibt die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer einen Empfang. Am Buffet hecken drei damals noch unbekannte Assistenten – die Öffentlichrechtler Roman Schnur, Helmut Quaritsch und Ingo von Münch – die Idee aus, sich mit anderen Habilitanden zum fachlichen Meinungsaustausch zu treffen. Ohne ihre habilitierten Chefs streiten sie im darauf folgenden Jahr in Hamburg lebhaft im kleinen Kreis: Die Assistententagung Öffentliches Recht ist geboren.

Mittlerweile zählen die später selbst zu Professoren berufenen Gründer Schnur, Quaritsch und von Münch zu den großen Namen im Öffentlichen Recht. Auch die Assistententagung hat sich zu einer festen Institution in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft entwickelt. Seit dem Gründungsjahr 1961 richtet jährlich ein Universitätsteam aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz die Tagung aus. Seit 1977 werden Referate zu einem übergreifenden Tagungsthema gehalten und diskutiert. Das wissenschaftliche Programm der Assistententagung ist in ein kulturelles, touristisches und gesellschaftliches Rahmenprogramm eingebettet, das die Gelegenheit bietet, den Tagungsort und seine Umgebung kennen zu lernen sowie Kontakte zu den anderen Tagungsteilnehmern zu knüpfen.

Die Vorträge dieses bedeutenden öffentlich­rechtlichen Forums publizieren die Veranstalter regelmäßig in Tagungsbänden. Seit 2005 kooperieren die Organisatoren hierfür mit dem Nomos-Verlag.

Die traditionsreiche Assistententagung braucht jedoch von Zeit zu Zeit auch neue Impulse: Im Jahr 2017 kommt die Assistententagung daher erstmals nach Hagen an die FernUniversität.

Allerdings können auch wir direkt an die große Tradition anknüpfen: Ein Teil der Organisatoren arbeitet am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht, dessen Inhaber Prof. Dr. Andreas Haratsch selbst die Assistententagung in Mainz 1996 ("Herausforderungen an das Recht der Informationsgesellschaft") und Potsdam 2001 ("Religion und Weltanschauung im säkularen Staat") mitorganisiert hat sowie sich 2000 in Gießen ("Funktionen und Kontrolle der Gewalten") auch als Vortragender beteiligt hat.


Übersicht der vergangenen Tagungen

  • 2016: Mainz – Pfadabhängigkeit hoheitlicher Ordnungsmodelle
  • 2015: Augsburg – Rechtsfrieden – Friedensrecht
  • 2014: Graz – L‘État, c‘est quoi? Staatsgewalt im Wandel
  • 2013: Bern – Das letzte Wort – Rechtsetzung und Rechtskontrolle in der Demokratie
  • 2012: Hamburg Kollektivität – Öffentliches Recht zwischen Gruppeninteressen und Gemeinwohl
  • 2011: Speyer – Verwaltungsrechtsraum Europa
  • 2010: Greifswald Risiko im Recht – Recht im Risiko
  • 2009: Bonn Recht und Markt – Wechselbeziehungen zweier Ordnungen
  • 2008: Heidelberg Freiheit – Sicherheit – Öffentlichkeit
  • 2007: Berlin – Netzwerke
  • 2006: Wien – Recht und Medizin
  • 2005: Bielefeld – Die Europäische Verfassung – Verfassungen in Europa
  • 2004: Jena – Recht und Ökonomik
  • 2003: Luzern – Integration und Recht
  • 2002: Hamburg – Pluralität des Rechts – Regulierung im Spannungsfeld der Rechtsebenen
  • 2001: Potsdam – Religion und Weltanschauung im säkularen Staat
  • 2000: Gießen – Funktionen und Kontrolle der Gewalten
  • 1999: Zürich – Demokratie und Freiheit
  • 1998: Münster – Frieden und Recht
  • 1997: München – Föderalismus – Auflösung oder Zukunft der Staatlichkeit?
  • 1996: Mainz – Herausforderungen an das Recht der Informationsgesellschaft
  • 1995: Rostock – Kommunale Selbstverwaltung im Spiegel von Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht
  • 1994: Wien – Allgemeinheit der Grundrechte und Vielfalt der Gesellschaft
  • 1993: Bonn – Auf dem Wege zu einer Europäischen Staatlichkeit
  • 1992: Regensburg – Verfassungsreform und Grundgesetz
  • 1991: Bremen – Wandel der Handlungsformen im öffentlichen Recht
  • 1990: Marburg – Umwelt und Recht
  • 1989: Osnabrück – Wirtschaft und Recht
  • 1988: Trier – Bundesstaatliche Ordnung und europäische Integration – Objektives Recht und subjektive Rechte – Information als Staatsfunktion
  • 1987: Heidelberg – Die Leistungsfähigkeit des Rechts
  • 1986: Kiel – Umschuldung in der Krise – Finanzverfassung in der Bewährung – Gewerberecht im Wandel
  • 1985: Würzburg – Technische Entwicklung und parlamentarische Souveränität: Das Parlament als Souverän – Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Aspekte der Großtechnik
  • 1984: Graz – Demokratie und Wirtschaft im sozialen Rechtsstaat: Legitimitätsprobleme des modernen Staates – Neue Perspektiven des Wirtschaftsrechts?
  • 1983: Berlin – Grundrechtsschutz und Verwaltungsverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Asylrechts – Internationaler Menschenrechtsschutz
  • 1982: Tübingen – Tradition und Wandel im Verfassungsstaat: Die Rechtsstellung der Frau – Auswärtige Gewalt
  • 1981: Wien – Neuere Entwicklungen im öffentlichen Recht
  • 1980: Fribourg – Rechtliche Stellung und methodologische Probleme der Verfassungsgerichtsbarkeit – Nationales und internationales Wirtschaftsrecht
  • 1979: Hamburg – Der technologische Fortschritt und seine rechtliche Bewältigung
  • 1978: Konstanz – Aktuelle Fragen des öffentlichen Wirtschaftsrechts
  • 1977: Linz – Ausgewählte Probleme des Medienrechts
  • 1976: Bern
  • 1975: Berlin
  • 1974: Göttingen
  • 1973: Zürich
  • 1972: Mannheim
  • 1971: Köln
  • 1970: Wien
  • 1969: Speyer
  • 1968: Regensburg
  • 1967: Bochum
  • 1966: Kiel
  • 1965: Marburg
  • 1964: Freiburg i.Br.
  • 1963: Bonn
  • 1962: München
  • 1961: Hamburg

Anmerkung: Vor 1977 war es nicht üblich, ein übergreifendes Tagungsthema festzulegen.

Übergreifende Beiträge zur Assistententagung Öffentliches Recht:

Florian Groeblinghoff und Konrad Lachmayer, Die Assistententagung Öffentliches Recht auf dem Weg ins 21. Jahrhundert, JöR 55 (2007), S. 429–454.

Dirk Heckmann, Zwischen Spontaneität und Professionalität. Zehn weitere Jahre Assistententagung Öffentliches Recht (1986–1995), JöR 44 (1996), S. 237–254.

Helmuth Schulze-Fielitz, 25 Jahre Assistententagung. Über Geschichte und Funktion der Tagungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fachrichtung „Öffentliches Recht“ 1961–1985, JöR 34 (1985), S. 35–69.

Marcel Dalibor, Alfred G. Debus, Florian Gröblinghoff, Franziska Kruse, Konrad Lachmayer, Alexander Peters, Jörg Scharrer, Hanna Schröder, Olivia Seifert, Corinna Sicko, Isabel Stirn, Karl Stöger (Hrsg.) Perspektiven des Öffentlichen Rechts, Festgabe 50 Jahre Assistententagung Öffentliches Recht, 2011, Baden-Baden.


Die FernUniversität

Die FernUniversität in Hagen ist eine moderne Universität. Vor gut 40 Jahren, am 1. Oktober 1975 begann mit 1.330 Studierenden der Lehrbetrieb der erst wenige Monate zuvor, am 1. Dezember 1974, gegründeten FernUniversität.

Vorangetrieben wurde die Gründung der Universität maßgeblich vom damaligen NRW-Wissenschaftsminister und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau. Erster Lehrstuhlinhaber wurde mit Prof. Dr. Ulrich Eisenhardt ein Wirtschaftsrechtler. Kurz vor Beginn des Lehrbetriebs wurden laufende Pläne für eine Bundes-Fernuni von den Ländern im Mai 1975 aus Kostengründen endgültig gestoppt. Im Studienjahr 1979/80 hatte die Universität bereits 22.652 Studierende, die ersten freuten sich in diesem Jahr schon über ihre Abschlüsse.

Während ihres Aufbaus und viele weitere Jahre lang war die FernUniversität auf zahlreiche Standorte in ganz Hagen verteilt, arbeiteten Lehrgebiete wie Verwaltungsbereiche sogar in angemieteten Wohnungen. Außer dem Büro in der Fachhochschule Hagen hatte sie zunächst dort nur einen Pavillon. Erstes eigenes Gebäude war seit dem 3. Dezember 1974 die Villa Bechem, in der der Gründungsausschuss und später Rektor und Kanzler residierten. Im August 1975 beschloss das Wissenschaftsministerium, in 26 NRW-Städten Studienzentren einzurichten – die Hälfte nahm schon im Oktober und November die Arbeit auf, als erstes das in Lippstadt. Da sich auf dem Hochschulgelände lange Zeit nichts rührte, erfreute sich der Slogan „Bagger auf den Campus!“ bald bei vielen großer Beliebtheit. Am 10. September 1976 fand der erste Spatenstich für das 6.000 Quadratmeter große Aufbau- und Verfügungszentrum (AVZ) statt, das am 14. März 1981 von Johannes Rau, nun NRW-Ministerpräsident, eingeweiht wurde. Die ersten Lehrmaterialien wurden klassisch als gedruckte Studienbriefe (Skripte) verschickt.

Mitte der 1980er hatte die FernUniversität bereits sechs Fachbereiche und etwa 25.000 Studierende. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die FernUniversität in Hagen bereits gut in der deutschen Wissenschaftslandschaft etabliert und die ihr vorgegeben Ziele erreicht. Im Hinblick auf die Studienreform konnte die FernUniversität darauf verweisen, neue Lehrformen und -medien entwickelt, erprobt und evaluiert zu haben. Ein neuartiges, Computer-gesteuertes Betriebssystem zur Betreuung der Fernstudierenden war aufgebaut und die Öffnung der FernUniversität für Interessierte vorbereitet, die auch ohne Hochschulzugangsberechtigung zum Studium geeignet waren. Die Entwicklung, Anwendung und Konsolidierung der neuen fernstudienspezifischen akademischen Lehrformen unter Verwendung von Medien für vollständige Studiengänge war ein für die Bundesrepublik Deutschland einmaliges Reformergebnis. Seine hochschuldidaktischen und bildungspolitischen Auswirkungen waren damals noch gar nicht absehbar.

Ein Großteil der Studierenden ist berufstätig, weshalb die Universität Mitte der 1980er Jahre ihr Profil als Hochschule für Berufstätige schärfte. Als Universität, die früh die Vorzüge eines durchlässigen Bildungssystems erkannte, wurde im Herbst 1990 eine Einstufungsprüfung eingeführt, die es ermöglichte, berufserfahrenen Interessierten ohne Hochschulreife den Zugang zu einem Studium zu ermöglichen. Die deutsche Einheit Anfang der 90er Jahre sorgte ebenfalls für einen sprunghaften Anstieg der Studierendenzahlen. Mitte der 1990er Jahre waren bereits 56.000 Studierende immatrikuliert.

Die steigenden Studierendenzahlen führten zu Raumproblemen in Hagen und wegen der Aussetzung der Hochschulbau-Mitfinanzierung des Bundes 1982 konnten nur wenige Neubauten auf dem Campus realisiert werden. Angesichts der mehr als 20 Standorte in Hagen und Iserlohn war der Wunsch groß, alle Einrichtungen der FernUniversität zentral auf dem Campus zu haben. Auf die große Nachfrage reagierte die FernUniversität mit dem Ausbau ihrer Fächer und Fachbereiche. So gingen zu dem Zeitpunkt etwa die Magister-Studiengänge in den Geisteswissenschaften gingen an den Start. Neue Institute schossen aus dem Boden, die den Praxisbezug der Fachdisziplinen sichern sollten. Allerdings war die wissenschaftliche Lehre nach wie vor durch das in den 70er Jahren entwickelte Zusammenspiel von Printmedien und Präsenzveranstaltungen gekennzeichnet. Ergänzende Funktion kam in den 80er Jahren dem Fernsehen als Medium in der Lehre zu. Über viele Jahre verfolgte eine wissenschaftlich interessierte Fangemeinde die FernUni-eigenen Sendungen im WDR-Fernsehen. Ein Meilenstein beim Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien war die Leitentscheidung zur Entwicklung des Lernraums Virtuelle Universität. Dafür ebnete die FernUniversität 1994 den Weg mit der Inbetriebnahme ihres eigenen Web-Servers.

Die FernUniversität war ohnehin längst über ihren Gründungsauftrag hinaus gewachsen und von einer Entlastungs- zur Ergänzungshochschule geworden. Allerdings hielt die räumliche Entwicklung nicht Schritt mit dem Wachstum der Hagener Hochschule – nach 20 Jahren noch verteilte sich die FernUniversität auf über 20 Standorte im Stadtgebiet. Erst Anfang der 1990er Jahre kam Schwung in die Bauvorhaben. Das Logistikzentrum im Lennetal wurde eingeweiht, kurz darauf folgten auf dem Campus das Philipp-Reis-Gebäude als Neubau für den Fachbereich Elektrotechnik, das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) mit dem integrierten Informatikzentrum. Im Jahr 2001 wurde die Universitätsbibliothek um einen transparenten Neubau aus Glas erweitert, die Mensa war in Planung. Ihre Verbundenheit mit dem lokalen Umfeld wurde unter anderem auf den Unifesten durch steigende Besucherzahlen deutlich. Seit 2002 heißt die Straße um den Campus Universitätsstraße und seit 2010 schmückt sich die Stadt mit dem Zusatz „Stadt der FernUniversität“ auf ihren Ortseingangsschildern.

Aus dem traditionellen Fernstudiensystem mit Papier, Stift und Postversand ist seit Langem ein Mix aus digitalen und analogen Medien geworden – das Konzept des Blended Learning. Die FernUniversität nimmt eine führende Rolle in der Digitalisierung der Lehre ein. Im 25. Jubiläumsjahr der FernUniversität, im Jahr 2000, hatten bereits 14.000 Studierende einen Account zum Onlinesystem „Virtuelle Universität“, nur zwei Jahre später studierten bereits 30.000 virtuell. Mit dem europäischen Bologna-Prozess, der Novellierung des nationalen Hochschulrahmengesetzes (1998) und dem nordrhein-westfälischen Qualitätspakt (1999) hatte auf allen Ebenen der systematische Umbau der Hochschullandschaft begonnen: Modularisierung der Studienangebote, zunehmende Internationalisierung, mehr Durchlässigkeit und Berufsbezogenheit durch die Einführung gestufter Bachelor- und Masterstudiengänge.

Die FernUniversität baute auch Fachbereiche um und führte ein dreistufiges Modell ein: Neben den Regelstudienangeboten mit Bachelor- und Master-Studiengängen sowie den auslaufenden Diplom- und Magister-Studiengängen und den wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten konzipierte sie das Akademiestudium, das mit dem Gasthörerstudium an Präsenzuniversitäten zu vergleichen ist. Ab diesem Zeitpunkt waren einzelne Kurse und Modul on demand studierbar. Die gestuften Bachelor- und Masterstudiengänge wurden in den Folgejahren sehr gut angenommen. Sie sind aufgrund ihrer kürzeren Studienzeit gerade für die besondere Studierendengruppe an der FernUniversität gut geeignet, ermöglichen sie ihr doch neben dem Beruf, der Familie oder anderen Verpflichtungen einen akademischen Abschluss in einer überschaubaren Zeit. Das führte dazu, dass 2005 bereits 44.000 Studierende eingeschrieben waren. Binnen weniger Jahre stieg die Studierendenzahl auf 88.000 im Wintersemester 2012/13. Gemessen an dieser Zahl wurde die FernUniversität zur mit Abstand größten Hochschule Deutschlands. Der gesellschaftliche Bedarf für ein Angebot dieser Art wurde deutlich.

Seit 2012 sind nunmehr alle Außenstellen aufgelöst worden und die wesentlichen Fakultäts- und Verwaltungsgebäude sind auf dem Campus konzentriert. An den Abenden und vielen Wochenenden finden Seminare, Vorträge und Tagungen auf dem Hochschulgelände statt – es bildet sich ein wissenschaftliches, aber auch ein kulturelles Miteinander auf dem Campus aus.

Die vergangenen zehn Jahre der FernUniversität waren das Jahrzehnt der Digitalisierung der Lehre. In dieser Zeit ist der netzgestützte Studienbetrieb noch einmal in eine neue Entwicklungsstufe eingetreten. Laptops, Tablets und Smartphones ersetzen zunehmend den stationären PC. Die mobilen Endgeräte machen neue Lernszenarien möglich und erfordern von der Universität eine Überarbeitung ihrer Angebote.

Stichworte wie zunehmende Heterogenität der Studierenden, neue Überlegungen zur Studienstruktur oder auch die bessere Sichtbarkeit der Forschung bestimmen den aktuellen hochschulinternen Diskussionsprozess in Hagen. Über allem steht der Wille der FernUniversität, sich in Lehre und Forschung weiter zu entwickeln um – wie im neuen Hochschulentwicklungsplan 2020 als Ziel formuliert – ihre Systemführerschaft als größte Anbieterin universitärer Abschlüsse im Fernstudium aufrecht zu erhalten.


Campus
Der Campus der FernUniversität. Im Vordergrund das KSW Gebäude.
08.09.2016
57. Assistententagung „Rechtskultur und Globalisierung“, 21.-24. Februar 2017, Hagen