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Literaturwissenschaft

0703- Gattung / Genre / Format

Kurs-Nr.: 07030 - 07032 – 07032 – 07034 - 07035

Original-Nr: 03550
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 3 Ringordner / 1 Daisy-CD

Kursbeschreibung:

Autor: Niehaus

Über literarische Texte und andere mediale Artefakte kann man nur sprechen (und infolgedessen auch nur nachdenken), wenn man über gruppenbildende Begriffe verfügt. Es lässt sich kaum eine Kultur vorstellen, für die sie nicht essenziell wären. Man hat nicht einfach ein Buch gelesen, sondern einen Fantasy-Roman; man hat nicht einfach einen Film gesehen, sondern einen Thriller; man hat nicht einfach ferngesehen, sondern eine Talk-Show konsumiert.

Die Verwendung solcher Begriffe ist implikationsreich. Unsere Kultur und unsere Medien sind strukturiert durch Formen, die auf dem Gebiet der Literatur klassischer Weise unter dem Begriff der Gattung subsumiert werden, die in Bezug auf den Film im allgemeinen Genres genannt werden und die, was das Fernsehen betrifft, als Formate firmieren.

Der Studienbrief gibt zunächst einen Einblick in die vielfältigen Problemfelder der Gattungstheorie. Dazu gehört die Geschichte des Nachdenkens über einzelne Gattungen ebenso wie die systematische Reflexion über den Stellenwert der sogenannten Gattungstrias, die Rekonstruktion der Tätigkeit des Definierens und Klassifizierens von literarischen Texten ebenso wie die Frage nach dem Status von Gattungen. Dabei wird erörtert, inwiefern Gattungen als Institutionen betrachtet werden können.

In einem zweiten und dritten Schritt wird der Begriff der Gattung mit Hilfe der Kategorien Genre und Format angereichert und hinterfragt. Auf diese Weise werden mediale und die institutionelle Dimension der Gruppenbildungsbegriffe herausgearbeitet.


0709- Grundlagen, Arbeitsweisen, Hilfsmittel der Literaturwissenschaft

Kurs-Nr.: 07090 - 07092 – 07092 – 07094 - 07095

Original-Nr: 03531
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 Daisy-CD

Kursbeschreibung:

Autor: Schneider u.a.

Der erste Kurs des Moduls zur Einführung in die Literaturwissenschaft bietet im ersten Abschnitt eine Übersicht über die wichtigsten Arbeits- und Hilfsmittel des Faches (Lexika, Literaturgeschichten, Wörterbücher, Nachschlagewerke benachbarter Wissenschaftsdisziplinen). Danach zeigt der Studienbrief Strategien literaturwissenschaftlicher Recherche auf (Bibliographieren) und macht in einen Überblick mit zentralen Begriffen und Methoden der Edition bekannt. Zwei weitere Kapitel zur Poetik und Rhetorik verschaffen einen ersten Zugang zu grundlegenden Arbeitsfeldern. Der Kurs wird durch ein Glossar abgeschlossen.


0710- Epochen und Gattungen

Kurs-Nr.: 07100 – 07101 - 07102 – 07104 – 07105

Original-Nr: 03532
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 Daisy-CD

Kursbeschreibung:

Autoren: Gretz u.a.

Der Kurs bietet einen literaturhistorischen Überblick über die wichtigsten Strömungen der deutschsprachigen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dabei werden zum einen die Verfahren und Probleme bei der Abgrenzung verschiedener Epochen - Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Vormärz, Realismus, Naturalismus, Moderne, Literatur der Weimarer Republik, des Exils und nach 1945 - vorgestellt, zum anderen die Karriere der verschiedenen literarischen Gattungen innerhalb der literaturhistorischen Entwicklung verfolgt. Auf diese Weise vermittelt der Kurs das zentrale Grundlagenwissen für eine historisch und ästhetisch angemessene Einordnung der im weiteren Studienverlauf zu analysierenden literarischer Texte. Gleichzeitig wird die Entstehung des Projekts nationalsprachliche Literatur- und Gattungsgeschichte im 19. Jahrhundert rekonstruiert und kritisch beleuchtet.

Es handelt sich um einen Netzkurs, der über den Virtuellen Studienplatz aufgerufen werden kann. Hier finden sich Vorträge verschiedener Lehrender zu den einzelnen Epochen.


0711- Franz Kafka: Die Aufgabe der Deutung

Kurs-Nr.: 07110 – 07111 - 07112 – 07114 – 07115

Original-Nr: 04445
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 Daisy-CD

Kursbeschreibung:

Autoren: Kleinwort

Kein literarischer Text versteht sich von selbst und keiner lässt sich endgültig verstehen. Um diese Herausforderung an die Literaturwissenschaft nachzuvollziehen und ihre Konsequenzen zu bedenken, eignen sich in besonderer Weise die Texte von Franz Kafka (1883-1924), über die Theodor W. Adorno (1903-1969) schrieb: "Jeder Satz spricht: deute mich, und keiner will es dulden". Über die Texte keines deutschsprachigen Autors wurde so viel geschrieben wie über Kafkas Texte, und in unzähligen dieser Forschungsbeiträge wird explizit darauf hingewiesen, dass diese Texte auch mit der jeweils vorgeschlagenen Deutung ihre grundlegende Rätselhaftigkeit nicht einbüßen. Im Kurs werden eine Reihe von methodischen Zugängen zu Kafkas Texten vorgestellt und deren Verhältnis zueinander behandelt. Im Spannungsfeld von Handschriftenlektüre, Literatur- und Diskurstheorie erweisen sich Kafkas Texte als komplexe ästhetische Gebilde, die durch die literaturwissenschaftliche Analyse an Wert gewinnen und im besten Falle ihren Reiz und ihre Fähigkeit zu überraschen behalten.


0716- Geschichte der deutschen Lyrik I: Vom jungen Goethe bis zu Heinrich Heine

Kurs-Nr.: 07160 – 07164 – 07165

Original-Nr: 04442
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 6 Ringordner

Kursbeschreibung:

Autor: Hermann-Trentepohl

Die Textgrundlage bildet ein den drei Kurseinheiten beigefügtes Textheft.
Ausgehend von Überlegungen zur Leistung von Dichtung, zu mimetischer Reflexion, zu Programmen von Wirklichkeit und der wechselseitigen Abhängigkeit dieser Fragestellungen zueinander, wird in aller Vorläufigkeit die Frage gestellt, was Lyrik ist und ob es in ihr gewissermaßen ahistorische Konstanten gibt; auf diesem Boden wird dann im Verlauf des Studienbriefs der spannungsreiche Komplex von Tradition und Innovation der Lyrik in einer konkreten historischen Situation zu erkennen und zu diskutieren sein.

Die Darstellung geht von Interpretationsansätzen zu einzelnen Gedichten aus, nicht mit dem Ziel, ein literaturgeschichtliches Kompendium der Lyrik dieses Zeitraums anzustreben, sondern mit dem Ziel einer exemplarischen Einübung in den Umgang mit Gedichten in ihrer Historizität. Von diesen In­terpretationen her werden jeweils übergreifende historische und gattungs­systematische Zusammenhänge entfaltet.


0717- Rhetorik des Lesens – Rhetorik des Schreibens

Kurs-Nr.: 07170 – 07171 – 07172 – 07174 – 07175

Original-Nr: 04426
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner /2 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Ueding / Lerch

Die beiden Kurse bieten dem Studierenden eine grundlegende Einführung und Anleitung für das Gebiet der Rhetorik, deren Schwerpunkt – wie es auch die neuesten Rahmenrichtlinien für das Fach Deutsch NRW fordern – auf die Textanalyse und Produktion gelegt wird.

Kurseinheit 1 soll nicht nur die Wichtigkeit der Kenntnis rhetorischer Tradition für eine Kunst des Lesens, also für die angemessene Rezeption, Untersuchung und Deutung von Texten aus ganz verschiedenen Bereichen an exemplarischen Fällen einsichtig gemacht und Hinweise zur Aneignung rhetorischer Kategorien und Techniken gegeben, sondern darüber hinaus die Umrisse eines rhetorisch bestimmten Literaturbegriffs und der ihm entsprechenden Interpretationsmöglichkeiten vermittelt werden.

Kurseinheit 2 wird den allgemeinen Regeln rhetorischer Textkonstitution nachgehen sowie rhetorische Techniken zur sprachlichen Verwirklichung des Themas im Schreibprozess untersuchen und darstellen, nicht nur in den einfachen Formen (Protokolle, Referat, Kurzbericht), sondern auch in den Formen gesprochener (Festrede, politische Rede) und schriftlicher Rede (Literaturkritik, Reportage) bis hin zum eigenen Creative writing.


0722- Methoden der Textanalyse

Kurs-Nr.: 07220 – 07221 – 07222 – 07224 – 07225

Original-Nr: 03533
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Huber

An praktischen Beispielen führt der Kurs in die literaturwissenschaftliche Textanalyse ein und vermittelt Grundkenntnisse der Bedeutung und Funktion von Methoden in der Literaturwissenschaft.


0730- Europäer in Italien

Kurs-Nr.: 07300 – 07301 – 07302 – 07304 – 07305

Original-Nr: 04545
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 4 Ringordner / 2 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Dieterle

Der Kurs ist als Einstieg in das breite Feld der Italienliteratur konzipiert. Er konzentriert sich auf Reiseschilderungen der Goethezeit und stellt die Unterschiede in der Auffassung Italiens sowohl aus literarhistorischen wie auch aus nationalen Gesichtspunkten dar. Das Augenmerk gilt ferner den Fragen, wie das reisende Ich seine Erfahrung in Text umwandelt und welche Veränderungen es dabei mit der Gattung „Reiseliteratur“ vornimmt.

Es werden sechs Autoren exemplarisch behandelt:

  • Charles de Brosses (Briefe aus Italien),
  • Goethe (Italienische Reise),
  • Madame de Staël (Corinna oder Italien),
  • Lord Byron (Childe Harold),
  • Stendhal (Rom, Neapel Florenz im Jahre 1818; Wanderungen in Rom)
  • Heinrich Heine (Reise von München nach Genua).

Zur Anschaffung empfohlen:

  • J.W. Goethe: Italienische Reise. München: DTV 1988. (5. Auflage 1997).
  • Stendhal: Reise in Italien. München: Diederich 1996.
  • Heinrich Heine: Reisebilder. Frankfurt am Main: Insel 1980 (= it 444).


Preisgünstige Ausgaben der Texte von Madame de Staël und von Byron gibt es zur Zeit nur in den Originalsprachen.


0731- Literarische Anthropologie im 18. Jahrhundert

Kurs-Nr.: 07310 – 07311 – 07312 – 07314 – 07315

Original-Nr: 04468
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 1 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Pfotenhauer

Die Konjunktion von Literatur und Anthropologie manifestiert sich in Roman und Romantheorie um 1780 (Wieland, Blanckenburg), im Drama (etwa des jungen Schiller) und - vor allem - in der Autobiographie. Die Selbstbio-graphie darf das Individuum in seinen mannigfaltigen und Einheit erheischenden Aspekten nicht oder nicht ganz erfinden; sie ist auf die der Fiktion widerstehende, selbst erlebte Menschennatur verwiesen und damit besonders nachdrücklich und literarisch spezifisch befasst mit der Physiologie unseres geistigen und seelischen Seins, welche die Anthro-pologie zum Gegenstand hat.

Autobiographie ist literarische Anthropologie im vornehmsten Sinne. Der Kurs ist deshalb vor allem eine kleine Geschichte der Selbstbiographie am Leitfaden dieser Konstellation von Naturkunde am Menschen und schreibender Selbstvergewisserung. Vermittelt werden sollen exemplarisch an den verschiedenen historischen Erscheinungsformen des Themenbereichs Einsichten in einige Fragestellungen, die die ästhetisierte bürgerliche Kunst des 18. Jahrhunderts leiten.


0732- Ritual und Literatur

Kurs-Nr.: 07320 – 07321 – 07322 – 07324 – 07325

Original-Nr: 34567
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 1 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Dücker

Der Kurs behandelt in chronologischer Abfolge von der Antike bis zur Gegenwart – mit Schwerpunkt auf der Moderne – die Funktion von litera­turfundierten ritualisierten Handlungssequenzen in Bezug auf Genese, Kon­tinuität und Dynamik eines kulturellen Kontexts.

Ausgangspunkt ist der Prozess der Ausdifferenzierung eines – in der Termi­nologie Pierre Bourdieus – literarisch-ästhetischen Funktionsbereichs aus religiös-politisch instrumentalisierten öffentlich vollzogenen Kultformen in der Antike. Quellenbelegte Ritualisierungen, zumeist Inszenierungen des Mythos, werden auf ihre soziokulturelle Integrations- und Desintegrations- sowie Wertvermittlungsfunktion untersucht.

In der Moderne mit ihrer Tendenz zur Fragmentierung sozialer Segmente geht es vor allem um Ritualisierungen neuer Handlungskomplexe: Literatur­kritik, Offene Briefe, Preisverleihungen, Bücherverbrennungen, Gedenkver­anstaltungen, Jahrestage etc. Rituelle Muster lassen sich in den öffentlichen Darbietungsformen von Literatur seit den Anfängen erkennen, das „literarische Leben“ wird auf unterschiedlichste Weise von ihnen geprägt, bildet die rituelle Grundlage von Publikumserfolgen, Statuswissen, literarischen Fehden etc., in denen literarische Kultur ihre öffentlichen Wirkungen entfaltet.


0736- Exemplarische Fallgeschichten: Literatur im Kontext von Recht, Medizin und Psychologie

Kurs-Nr.: 07360 – 07361 – 07362 - 07364 – 07365

Original-Nr.: 03539
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren:Huber

Anthropologisches Wissen entsteht seit dem 18. Jahrhundert auf der Grundlage empirischer Beobachtungen und gehört damit in die Domäne der medizinischen Physiologie und erfahrungsseelenkundlichen Psychologie. Zugleich aber stellt sich durch die Beobachtung einzelner Menschen die Frage, wie solche Einzelbeobachtungen generalisiert werden können. Der Kurs präsentiert das aus der Rechtswissenschaft stammende, bald aber auch in den verschiedenen Bereichen der Anthropologie eingesetzte Genre der Fallgeschichte als Gattung, die mir erzählerischen Mitteln den Übertrag vom einzelnen Beispiel zum allgemeingültigen Wissen vermittelt. Aufgrund dieser erzählerischen Mittel wird das Genre der Fallgeschichte zugleich auch in der Literatur der Zeit - bei Lessing, Kleist und Schiller - zur Grundlage fiktionaler Erzählungen. In diesem interdisziplinären Kontext zeigt sich die kulturhistorische Funktion der Exemplarität für die anthropologische Diskussion, die im 19. Jahrhundert zunehmend über die Unterscheidung zwischen dem besonderen Individuum und der statistisch bestimmbaren Normalität der Gesellschaft als ganzer geführt wird, wodurch sich die Funktion des Beispiels (example) zum statistischen Muster (sample) verschiebt.


0738- Theatralität. Theoretische Voraussetzungen und materielle Grundlagen der Theaterpraxis und Theaterkritik

Kurs-Nr.: 07380 – 07381 – 07382 - 07384 – 07385

Original-Nr.: 03541
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 2 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Harth

Das Kursangebot wendet sich an Studierende und Interessierte, die nach Erkenntnissen über die literatur- und kommunikationstheoretisch relevanten Wechselbeziehungen zwischen Text und Aufführung (Performanz) suchen, um diese mit den konkreten Erfahrungsfeldern der Inszenierung, des Spiels und der Kritik zu verbinden. Der Kurs beginnt mit einem kurzen Blick auf die Debatten in der Theaterwissenschaft, die eine kulturwissenschaftliche Erweiterung der konventionellen Problemkreise anstreben. Diese kulturwissenschaftliche Erweiterung schließt Interdisziplinarität, also eine Vernetzung zwischen verschiedenen Disziplinen und Theorieproduktionen ein. Auf dieser Beobachtung bauen die Folgekapitel des 1. Teils des Kurses auf. So schließt an einen anthropologischen Exkurs, der u. a. die Leibzentriertheit des Schauspielens zum Thema hat, ein Überblick über die Geschichte des europäischen Theaters und seine Anleihen bei außereuropäischen Überlieferungen an. Die Verknüpfung mit dem Außereuropäischen ist wiederum Anlass für eine Überprüfung der Beiträge der neuesten ritualwissenschaftlichen Forschungen und performanz- sowie spieltheoretischen Thesen zur Theateranthropologie. Im 2. Kursteil kommen die Räume und semiotischen Raumkoordinaten theatralischer Aufführungen zur Sprache. Hier geht es u.a. um den Entwurf eines Grundmodells, das von der Abgezirkeltheit, Positionierung und möglichen Bildlichkeit (Theaterikonographie) der Bühne ausgeht. Ein Kapitel über den Wandel der Theaterarchitektur schließt sich an und wird ergänzt durch eine exemplarische soziogeographische Analyse des urbanen Ambiente der Schaubühnen und Schauspielhäuser. Der 3. Kursteil enthält mehrere Fallstudien, die sich analytisch zum einen verschiedenen Realisierungen der komplexen Beziehungen zwischen Dramentext bzw. sprachlicher Improvisation und Performanz und zum andern den vielfältigen Relationen und kommunikativen Prozessen zuwenden, die sich in der Interaktion zwischen Bühne und Zuschauerraum ereignen.


0739- Kultur des Opfers. Sakralität und die Heiligkeit der Texte.

Kurs-Nr.: 07390 – 07391 – 07392 - 07394 – 07395

Original-Nr.: 03542
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 3 Ringordner / 2 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Schödlbauer / Steiner

Sakralität ist ein Thema, das literaturwissenschaftliche mit kultur- und religionswissenschaftlichen Themenstellungen verbindet. Der Kurs zeigt dies zunächst an der Figur des Opfers, die mit Hilfe der Theorie des Kulturanthropologen und Literaturwissenschaftlers René Girard erläutert und für die literaturwissenschaftliche Analyse einschlägiger Werke fruchtbar gemacht wird. Im Anschluss an die kulturtheoretische Figuration des Opfers wird das Weiterleben mythologischer Narrative im Text der modernen Kultur untersucht. Es stellt sich dabei die Frage nicht nur nach der Anwesenheit von ?Sakralem? in Texten, sondern nach der ?Heiligkeit? von Texten selber, bzw. der Erfahrungen von Sakralität im Umgang mit Texten in einer Schriftkultur. Die Anwesenheit der "heiligen" Texte in der Literatur ist umfassend und durchgängig, ebenso die Tendenz zur Sakralisierung. Der Kurs geht diesen Bezügen sowohl historisch (antike Tragödie, bürgerliches Trauerspiel, Mythopoetik in Lyrik und Roman) als auch in neueren ästhetischen Leittexten nach. Ästhetik und Literatur sind nirgends "säkular", die Differenz des Sakralen und des Profanen (Durkheim) wirkt in ihr konstitutiv, von der romantischen Kunstreligion bis zur ?heiligen Poesie? der Hochmoderne. Perspektivisch fragt der Studienbrief auch nach dem Verhältnis von Opfer, Kultur und Gewalt.


0758- Gedächtnis und Erinnerung in der Autobiographie

Kurs-Nr.: 07580 – 07581 – 07582 - 07584 – 07585

Original-Nr.: 03544
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 3 Ringordner / 2 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Moser / Schäfer

Alternativ zum Modell eines kollektiven kulturellen Gedächtnisses verfolgt der Kurs die Literaturgeschichte der individuellen Erinnerung, die sich, bezugnehmend auf Augustinus in der Spätantike, Montaigne in der Frühen Neuzeit sowie Rousseau in der Aufklärung, aus der Tradition der Lebensbeichten, Selbstporträts und Bekenntnisschriften speist. Insbesondere die Entdeckung der Subjektivität und Individualität im 18. Jahrhundert konstituiert sich auf der Grundlage derartiger Schriften, die aber innerhalb der europäischen Romantik immer stärker fiktionalisierenden Tendenzen folgen. Im Rahmen der literarischen Moderne gerät das Vertrauen in die Rekonstruierbarkeit individueller Erinnerungen und die Identität des Ich durch die Zeit zunehmend abhanden. Als Ursachen hierfür werden die zunehmend traumatisch erfahrene Zeitgeschichte, die Auswirkungen des 'linguistic turn' auf die Techniken autobiographischen Erinnerns, die Infragestellung der Grenzziehung zwischen persönlichem und kollektivem Erinnern sowie schließlich das Zerbrechen des Zusammenhangs zwischen Erinnern und Erzählen diskutiert.


0759- Memoria. Rhetorisches Gedächtnis und literarische Erinnerung

Kurs-Nr.: 07590 – 07591 – 07592 - 07594 – 07595

Original-Nr.: 03543
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Pethes

Der Kurs führt in die für die abendländische Wissensorganisation und Texttradition zentrale rhetorische Erinnerungstechnik ein, die es dem Redner in der Antike erlaubte, einen Redetext auswendig zu lernen, deren Kombination von Erinnerungsorten und Erinnerungsbildern aber zugleich auch für die Literaturgeschichte von großer Bedeutung gewesen ist: Dieser Gedächtnisraum der literarischen Überlieferung wird zunächst von der rhetorischen Topik bis zur modernen Intertextualitätsforschung verfolgt. Anschließend wird anhand der Probleme von Kanonisierung und Zensur aber auch die Kehrseite der vermeintlichen Kontinuität literarischer Traditionsbildung problematisiert: In der literarischen Moderne, zumal aber in der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg, tritt immer mehr der Stellenwert des Vergessens, der Unverfügbarkeit von Erinnerungen und des Orientierungsverlusts in rhetorischen Gedächtnisräumen in den Blick.


0761- Kulturelle Differenz und Verfolgung

Kurs-Nr.: 07610 – 07611 – 07612 – 07614 – 07615

Original-Nr.: 34569
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 2 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Harth / Schödlbauer

Die Begriffe „kulturelle Differenz“ und „Verfolgung“ kennzeichnen die Kern­themen des Kurses, der Beiträge unterschiedlicher Verfasser umfasst: Ein­führungen in Theorie und Praxis der Hermeneutik der Verfolgung am Leit­faden der Literatur.

Ein wesentlicher Teil vergangener wie gegenwärtiger Literatur erschließt sich über das in ihr wirksame, mehr oder weniger versteckte oder offene, subtil oder massiv vorgetragene Motiv der Distanzierung, Ausgrenzung, Verfolgung etc. (Verfolgertexte versus Verfolgtenliteratur).

In unterschiedlich angelegten Auseinandersetzungen mit der Kulturtheorie des französischen Kulturanthropologen René Girards werden Motive, Denkfiguren, Strategien und ästhetische Implikationen einschlägiger litera­rischer Arbeiten vornehmlich des 20. Jahrhunderts dargestellt.


0762- Literatur und Geschlechterdifferenz

Kurs-Nr.: 07620 – 07621 – 07622 – 07624 – 07625

Original-Nr.: 04427
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 2 Ringordner / 1 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Schäfer u.a.

Der Kurs besteht aus drei Einheiten, die von Prof. Dr. Susanne Lüdemann, Prof. Dr. Annette Keck und PD Dr. Dietmar Schmidt verfasst und von Armin Schäfer herausgegeben wurden. Der Kurs versucht in eine gendersensible Literatur- und Kulturwissenschaft einzuführen und verknüpft hierzu theoretische Modelle mit Lektüren ausgewählter Texte von Daniel Casper von Lohenstein, Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Sophie von La Roche sowie von Texten der Moderne. Sachliche und methodische Orientierung findet der Kurs in neueren soziologischen, historischen, diskursanalytischen und literaturwissenschaftlichen Arbeiten, welche das Geschlecht als eine gemachte Kategorie begreifen, die kulturell hervorgebracht wird. Die Kurseinheit "Zur Literaturgeschichte des Frauenopfers" (Susanne Lüdemann) zielt zunächst auf eine exemplarische Analyse der kulturstiftenden Funktion von Frauen und fragt nach Rolle und Funktion von Frauen in den Gründungserzählungen Roms. Die Kurseinheit verfolgt dann, wie ein Opfernarrativ, das in der römischen Kultur geformt wird, in der neueren deutschen Literatur wiederkehrt, welche Transformationen es hierbei erfährt und welche Funktion es für die Imagination einer politischen Ordnung innehat. Die Kurseinheit "Geschlechterdifferenz um 1800" (Annette Keck) führt in gendersensible literaturtheoretische Positionen ein und analysiert, wie um 1800 die Geschlechterdifferenz als ein definierendes Merkmal des Menschen funktioniert. Die Kurseinheit "Prostitution und Literatur um 1900" (Dietmar Schmidt) untersucht, wie literarische Texte sich zu den kulturellen Prägungen von geschlechtlichen Unterschieden in Beziehung setzen. Die Kurseinheit nimmt das diskursive Feld der Prostitution in den Blick, auf dem die geschlechtliche Ordnung verhandelt wird, die durch die Prostitution bedroht zu sein scheint und deshalb gewahrt werden und wiederhergestellt werden muss. Die drei Kurseinheiten führen exemplarische Analysen der rhetorischen, literarischen und medialen Verfasstheit der Geschlechterdifferenz vor; sie zeigen auf, wie die Geschlechterdifferenz literarische Texte formt; und sie bestimmen spezifische Funktionen, die um 1650, um 1800 und um 1900 von der Geschlechterdifferenz ausgeübt werden.


0783- Literarische Science Fiction

Kurs-Nr.: 07830 – 07831 – 07832 – 07834 – 07835

Original-Nr.: 04546
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 5 Ringordner / 2 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Esselborn

Die Science Fiction ist als internationale Literaturgattung aus der Auseinan­dersetzung mit der modernen Zivilisation, besonders den Möglichkeiten und Folgen der Technik entstanden und aus der Gegenwart nicht mehr wegzu­denken. Im Gegensatz zur häufig gemachten unzulässigen Identifikation mit dem amerikanischen Trivialgenre der Nachkriegszeit, das eine radikale Re­duktion der literarischen Qualität auf Massenliteratur bedeuten würde, ist zu betonen, dass es sich um eine vielfältige Gattung mit philosophischer Tra­dition handelt. Ihre modernen Vorstufen sind die fiktiven Reisen und Traumphantasien des 17. und 18. Jahrhunderts (vgl. Cyrano de Bergerac und Jean Paul). Die eigentliche Entstehung der Gattung erfolgt dann als technischer Zukunftsroman J. Vernes in Frankreich, K. Laßwitz' in Deutschland und H.G. Wells in England, als gegen Ende des 19. Jahrhun­derts die Technik infolge der allgemeinen Industrialisierung gesellschaftlich bestimmend geworden war.

Die Science Fiction wird damit zum Erbe der alten Sozialutopie. Doch bleibt sie über das Weiterdenken der technischen Zivilisation hinaus ein utopisch-literarisches Möglichkeitsdenken, das die Begegnung mit dem ganz Ande­ren imaginiert und sich so etwa bei P. Scheerbart mit der fantastischen Lite­ratur berühren kann.


0789- Literatur- und Kulturtheorie

Kurs-Nr.: 07890 – 07891 – 07892 – 07894 – 07895

Original-Nr.: 03534
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 4 Ringordner, 1 Reader / 2 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Pethes

Der Kurs führt in die zentralen literaturtheoretischen Modelle innerhalb der jüngeren Fachdebatte, die auf die sozialhistorische Ausrichtung der Literaturwissenschaft gefolgt sind, ein: Vorgestellt werden Strukturalismus, Dekonstruktion, Diskursanalyse sowie der New Historicism. Dabei steht mit Blick auf die kulturwissenschaftliche Wende der Literaturtheorie in den 1990er Jahren die Frage im Mittelpunkt, wie die jeweiligen Modelle das Verhältnis zwischen Text und Kontext konzipieren: Während der herkömmliche rhetorische, ästhetische und formalistische Literaturbegriff die kulturellen Kontexte von Literatur ebenso wenig in den Blick genommen hat, wie die geistesgeschichtliche und die hermeneutische Methode, geht die Theorie einer "Poetik der Kultur" von einem unauflöslichen Wechselverhältnis zwischen gesellschaftlichem Wissen, kulturellen Symbolordnungen und literarischen Fiktionen aus. Auf dieser Grundlage stellt der Kurs abschließend die fünf Gegenstandsbereiche des literaturwissenschaftlichen Schwerpunkts im B.A. "Kulturwissenschaften" vor: Mediengeschichte, Anthropologie, Ethnologie, Textualität von Kultur und Gedächtnistheorie.


0792- Literatur und kulturelle Differenz. Kulturwissenschaftliche Theorien und Lektüren

Kurs-Nr.: 07920 – 07921 – 07922 – 07924 – 07925

Original-Nr.: 34558
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner /1 CDs Daisy-Format + 1 Reader als Print

Kursbeschreibung:

Autoren: Gretz / Dürbeck / Dunker

Der Kurs „Literatur und kulturelle Differenz: Kulturwissenschaftliche Theorien und Lektüren“ führt in die Grundbegriffe und zentralen Theorien einer kulturwissenschaftlichen Analyse der literarischen Darstellungsformen von kultureller Differenz ein. Der Studienbrief bietet eine übergreifende theoretische Rahmung des Moduls „Literatur und kulturelle Differenz“. Deshalb wird auch empfohlen, dass Sie zunächst diesen Kurs bearbeiten, bevor Sie die weiteren Kurse des Moduls, „Europäer in Italien“ (04545), „Die literarische Science Fiction“ (04546) und „Die Großstadt in der Literatur“ (04550) in Angriff nehmen. Der Kurs führt in drei selbstständigen und aufeinander aufbauenden Beiträgen in die interkulturelle Germanistik, die komparatistische Imagologie und die postkoloniale Theorie in die drei maßgeblichen historischen Entwicklungsstufen einer literaturwissenschaftlichen Analyse kultureller Differenz ein: Hierbei werden die Konzepte der Alterität und des Fremden in seiner kulturellen und poetischen Verfasstheit erschlossen, Wege zur Analyse von Stereotypen und Klischees aufgezeigt sowie die exemplarische Lektüre eines literarischen Texts vorgestellt. Eine Einführung in die zentralen aktuellen postkolonialen Theorien rundet den Kurs ab. Der Kurs umfasst einen begleitenden Reader, der zusammen mit dem Kursband versendet wird.


0794- Literatur und Medien

Kurs-Nr.: 07940 – 07941 – 07942 – 07944 – 07945

Original-Nr.: 03551
GSWS: 4,0
SWS: 4,0
Versand: 6 Ringordner /3 CDs Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autoren: Güsken / Niehaus / Lück / Peeters

Zur Frage nach den Medien gibt es keinen Zugang ohne Literatur - ohne historisierende, theoretisierende und fiktionalisierende Zugänge aus der Welt der Litterae, der Buchstaben. Zweitens ist die Welt der Kultur, die gerne mit Literatur in Verbindung gebracht wird, immer schon geprägt von einem Zusammenspiel unterschiedlichster Medien. Das kulturelle Geschehen ist drittens nicht beliebig, sondern immer eingefasst in institutionelle Zusammenhänge, welche die Vermittlung - Medium heißt eben auch Mittler, Öffentlichkeit, Gericht - kanalisieren, subventionieren oder mit mehr oder weniger Gewalt korrigieren. Viertens verbreitet sich die Welt der Erzählungen nicht nur über das Medium Literatur, sondern auch über eine ganze Reihe anderer Medien, die keine Supplemente sind, sondern sich vielmehr von Beginn an und unablässig auf die Art und Weise des Erzählens ästhetisch auswirken. Der Studienbrief führt zunächst in diese vier grundlegenden Dimensionen ein und bietet einen Überblick der Auswirkungen auf die prägenden Medien unserer Kultur in historischer Reihenfolge. Zu jedem Kapitel werden nach einem einführenden Text Ausschnitte aus wirkmächtigen medientheoretischen Texten, die relevante Problemstellungen zugänglich machen, angeboten. Begleitende Übungsaufgaben ermöglichen, anhand von Fragmenten aus historischen und literarischen Quellen, sich mit den Auswirkungen der medialen Einschnitte vertraut zu machen. Weitere Begleitangebote werden in Moodle bereitgestellt.


0851- Die Großstadt in der europäischen Literatur


Kurs-Nr.: 08510 – 08511 – 08512 - 08514 – 08515

Original-Nr.: 04550
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Dieterle

Die Großstadt ist seit langem Bestandteil unserer Wirklichkeit, jeder kommt regelmäßig mit ihr in Berührung - und sei es nur durch die Druck- und Bildmedien oder durch Literatur und Film. Dem war freilich nicht immer so, das Phänomen der Urbanisierung ist historisch, nur allmählich haben sich immer größere Städte entwickelt und nur allmählich haben die Autoren die großen Städte entdeckt und sich dieses Gegenstandes angenommen. Der Kurs wird nicht auf die Großstadt per se eingehen, sondern auf ihre Relevanz als literarisches Thema. Um der Komplexität dieses historisch breit gefächerten Gegenstandes Herr zu werden, wird eine drastische Reduzierung auf eine Handvoll Werke der Erzählliteratur vorgenommen. Es handelt sich um:

  • Victor Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame (1830)
  • Wilhelm Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse (1856)
  • Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)
  • Andrej Belji, Petersburg (1902)
  • James Joyce, Ulysses (1922) J
  • John Dos Passos, Manhattan Transfer (1925)
  • Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz (1929).

Anhand von Hugo und Raabe soll zunächst eine historische Perspektivierung vorgenommen werden. Die anderen Werke, die zeitlich in das erste Drittel des vorigen Jahrhunderts fallen, wo das Phänomen "Großstadt" ihren literarischen Höhepunkt erreichte, werden dann im Hinblick auf die drei folgenden Leitfragen untersucht:

a) Welche Rolle spielt die Großstadt, ist sie bloß Kulisse der Handlung oder wirklich auch Thema des Textes? und was heißt das?

b) Welche sind die literarischen Verfahren, die der jeweilige Autor anwendet, um die Stadt ‚zur Sprache zu bringen‘, sie für den Leser anschaulich-greifbar zu machen?

c) Welche historischen und literarhistorischen Bedingungen scheinen in der jeweiligen Darstellung des Großstädtischen durch?


0852- Literatur der Shoah

Kurs-Nr.: 08520 – 08521 – 08522 - 08524 – 08525

Original-Nr.: 03545
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 1 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autorin: Günter

Innerhalb der autobiographischen Literatur nehmen Erinnerungstexte an die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und des Holocaust insofern eine Sonderstellung ein, als die zu erinnernden Erlebnisse sich nicht in den Rahmen des mit herkömmlichen literarischen und erzählerischen Mitteln Darstellbaren fügen lassen. Adornos Ablehnung jeglicher ästhetischer Formbildung nach bzw. über Auschwitz auf der einen Seite, die aporetische Frage nach der Figur des authentischen Zeugen der Vernichtung auf der anderen Seite scheinen dem Projekt einer literarischen Erinnerung enge Grenzen aufzuweisen. Dem steht die Vielzahl autobiographischer Romane, dokumentarischer Dramen und avantgardistischer Lyrik entgegen, die die Realität der Vernichtungslager ins Zentrum eines Schreibens gegen das Vergessen stellt. Der Kurs rekonstruiert die Geschichte der Literatur zu Auschwitz in den verschiedenen Gattungen und diskutiert ihren Status innerhalb des Versuchs der Institutionalisierung eines kulturellen Gedächtnisses des 'Dritten Reichs' in der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland.


0853- Praxis des Schreibens: Die Kunst der Reportage (Nur für Akademiestudierende!)

Kurs-Nr.: 08530 – 08531 – 08532 - 08534 – 08535

Original-Nr.: 04482
GSWS: 1,0
SWS: 1,0
Versand: 1 Ringordner / 2 Tonkassetten / 4 digitale mp3-Dateien

Kursbeschreibung:

Autoren:Simon / Schödlbauer

Wie entsteht eine Reportage?

Der Kurs behandelt Fragen der Recherche, des Stils, der Affinität des Re­porters zum Stoff, dies alles nicht in einer distanziert-analytischen, sondern zum eigenen Arbeiten anregenden Form. Der Student lernt nicht nur im technischen Sinn eine gute von einer schlechten Reportage zu unterscheiden, sondern es wird sein Instinkt für das Machbare, für Risiken und Möglichkeiten der Reportage angesprochen. Der Kurs ist Teil einer im Entstehen begriffenen Kursreihe mit dem Titel „Praxis des Schreibens“, in der Autoren der verschiedenen Sparten und literarischen Gattungen ihre Erfahrungen mit dem Medium beschreiben und aus der Werkstatt berichten. Die Reihe richtet sich vorrangig an Studenten, die selbst über Schreibpraxis verfügen oder einen handwerklich vermittelten Zugang zur Literatur suchen. Die in dieser Reihe erscheinenden Kurse werden sowohl einzeln innerhalb des Hauptstudiums als auch als Kurspaket innerhalb des strukturierten Weiterbildungsprogramms angeboten.

Hinweis: Dieser Kurs wird im studienrelevanten Kursprogramm nicht mehr angeboten. Er ist aber in der für Blinde und Sehgeschädigte überarbeiteten Fassung nach wie vor im Akademiestudium belegbar.


0854- Kriminalanthropologie

Kurs-Nr.: 08540 – 08541 – 08542 - 08544 – 08545

Original-Nr.: 03540
GSWS: 2,0
SWS: 2,0
Versand: 4 Ringordner / 1 CD Daisy-Format

Kursbeschreibung:

Autor: Linder

Zur Entdeckung des "ganzen Menschen" gehört auch das Interesse an den Entwicklungsgeschichten der Verbrecher, die auf der Basis einer kausal motivierten Psychologie des Verbrechens zur Kriminalgeschichte werden. Der Kurs entwickelt die literarische Gattung aus ihrem Entstehungskontext, skizziert die dahinterstehende Kriminalanthropologie und stellt am Beispiel der Serienmörder diachron vom 18. bis ins 20. Jahrhundert insbesondere die Rolle der Medien bei der Repräsentation von Kriminalität dar.

Angela Trothe-Voß | 29.11.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, ZMI, Audiotaktile Medien, 58084 Hagen