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Abschlussarbeiten

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Abschlussarbeitsthemen

Nachfolgend finden Sie neben grundlegenden thematischen Schwerpunkten aus dem Bereich der Wirtschaftsinformatik auch spezifische Themenschwerpunkte, die sich mit aktuellen Forschungsarbeiten des Lehrstuhls beschäftigen, zu denen wir Abschlussarbeiten vergeben. Die konkreten Themen definieren Sie zusammen mit Ihrer Betreuerin/Ihrem Betreuer. Wenn Sie sich für einen Themenschwerpunkt interessieren, kontaktieren Sie bitte Frau Dipl.-Ök. Sarah Hackstein.

Grundlegende thematische Schwerpunkte:

  1. IT-Controlling
  2. Modellierung
  3. IT-Governance

Spezifische thematische Schwerpunkte:

  1. Business Intelligence
  2. Einsatz von Social Media in Unternehmen
  3. Applikationsarchitekturen in Dienstleistungsnetzwerken
  4. Collective Intelligence und ihre Erscheinungsformen im Web 2.0

Grundlegende thematische Schwerpunkte

1. IT-Controlling

Der Wertbeitrag der Informationstechnologie (IT) wird in Wissenschaft und Praxis häufig kontrovers diskutiert. Auch im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden erneut Forderungen nach der Realisierung von Kostensenkungspotenzialen bei der IT laut. Begrenzte und sinkende IT-Budgets erhöhen den Druck auf Unternehmen, den Beitrag der IT am Gesamterfolg transparent zu machen. Eine systematische und klar nachvollziehbare Übersicht über die von der IT verursachten Kosten und den gegenüberstehenden Leistungen, muss angestrebt werden. Ziel des IT-Controllings ist es, sämtliche Entscheidungen, die im Zusammenhang mit der Informatik als Organisation zur Entwicklung, Einführung und Betrieb der IT stehen, durch geeignete Informationen und Handlungsvorschläge zu unterstützen.

Beispiele für mögliche Themen:

  1. Methoden und Instrumente zur Steuerung des Business/IT-Alignements
  2. Ansätze zur Komplexitäts- und Wirtschaftlichkeitssteuerung der Informatik
  3. Gestaltung von IT-Contollingkonzepten zur Steuerung der Wirtschaftlichkeit des Architekturmanagements
  4. IT-Kennzahlensysteme zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Informatik
  5. IT-Projektportfolio-Mangement und IT-Projektmanagement

2. Modellierung

Modellierung ist eine grundlegende Technik, um sämtliche gestaltungsorientierten Aufgaben und Herausforderungen, die sich bei der Entwicklung und Umsetzung einer geeigneten IT im Unternehmen ergeben, zu bewältigen. Mittels Techniken der Geschäftsprozessmodellierung werden beispielsweise konzeptionelle Modelle sämtlicher Geschäftsabläufe im Unternehmen erstellt, verwaltet und zur Entwicklung und Umgestaltung dieser genutzt. Es werden darüber hinaus Techniken der Daten-, Funktions- und Organisationsmodellierung eingesetzt, um wesentliche Elemente aus der realen Unternehmenswelt abzubilden. Das Ziel sämtlicher Modelle ist es, eine Komplexitätsreduktion gegenüber der Realität vorzunehmen und entsprechende Wirkungszusammenhänge systematisch abzubilden, um basierend auf diesen Informationen Veränderungen oder Umgestaltungen erfolgreich planen zu können.

Beispiele für mögliche Themen:

  1. Analyse von Ansätzen zur Modellierung von Unternehmensarchitekturen

  2. Analyse und Vergleich von unterschiedlichen Modellierungssprachen für eine integrierte Modellierung von Geschäftsprozessen in der Unternehmensarchitektur

  3. Konstruktion eines Vorgehensmodelles zur Entwicklung und Gestaltung der Informatik im Unternehmen

3. IT-Governance

IT- Governance verfolgt das Ziel, eine möglichst erfolgreiche Abstimmung zwischen der Unternehmens- und der Informatikstrategie herzustellen. Dabei soll die Informatik in einem Unternehmen so positioniert werden, dass diese die Potenziale der IT vollumfänglich für die Umsetzung der gewählten Unternehmensziele ausschöpfbar macht und damit verbundene Risiken bestmöglich begrenzt. Um diese Zielsetzung sicherzustellen, wird auf das Regelwerk der IT-Governance zurückgegriffen. Wie ein geeignetes Regelwerk im Sinne der IT-Governance aufgebaut werden kann, und welche Ausgestaltungen dieses umfassen sollte, um optimale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Abstimmung zwischen Informatik und Unternehmensstrategie zu erzielen, wird sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis kontrovers diskutiert. Fragen, die dabei gestellt werden können, sind z. B.: Wie sind verschiedene IT-Governance-Konzepte zur Steuerung der Informatik aufgebaut? Welche Prozesse stehen jeweils im Vordergrund? Welche Vor- und Nachteile bietet das jeweilige Konzept? Wie kann ein systematisches Vorgehen im Rahmen der Entwicklung und Implementierung einer IT-Governance in Unternehmen aussehen?

Beispiele für mögliche Themen:

  1. Konzepte der IT-Governance: Entwicklung eines Bezugsrahmens für den Vergleich

  2. Vorgehen zur Ableitung der IT-Governance aus der Corporate Governance

  3. Kritische Erfolgsfaktoren bei der Abstimmung von Fachbereichen und IT-Abteilung

  4. Kritische Analyse von Frameworks und Architekturen für die IT-Governance

  5. Analyse der Komplexität und Komplexitätsmaße von IT und Business

Spezifische thematische Schwerpunkte

1. Business Intelligence

Informationen sind erfolgskritisch für die richtigen unternehmerischen Entscheidungen. Daher wird es für Unternehmen zunehmend wichtig, über die richtigen Informationen zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität zu verfügen. Dabei ist die zentrale Herausforderung, aus der verfügbaren Menge an Informationen, einen für den Entscheidungsträger maßgeschneiderten Ausschnitt zu erzeugen. Für die Unternehmen können hierbei jedoch Probleme entstehen, da das Informationsangebot sehr umfangreich ist und meist zu viele Informationen zur Verfügung stehen. Daher kann meist nur ein sehr kleiner Teil dieser Informationen analysiert, interpretiert und letztlich genutzt werden.

Business Intelligence ist in diesem Kontext ein vor allem aus der technischen Sicht diskutiertes Konzept der Datenaufbereitung zur Entscheidungsunterstützung. Jedoch ist Business Intelligence mehr als nur ein technisches Konzept, denn der intelligenten Entscheidungsunterstützung liegt eine betriebswirtschaftliche Basis zugrunde. Um eine intelligente Entscheidung treffen zu können, müssen vorab zunächst der Entscheidungsprozess verstanden sowie die betriebswirtschaftlichen Anforderungen und Strukturierungsmöglichkeiten untersucht werden, um darauf aufbauend technische Lösungsansätze zu entwickeln und auf ihre Umsetzung hin zu überprüfen. Aus den statistischen Auswertungen lassen sich dann Entscheidungen ableiten, die ohne technische Unterstützung möglicherweise nicht erkannt worden wären.

Beispiele für mögliche Themen:

  1. Gestaltung einer Business Intelligence Strategie zur Entscheidungsunterstützung im Unternehmen
  2. Datenbereitstellung zur intelligenten Entscheidungsunterstützung
  3. Bewertung verschiedener Methoden zur Klassifizierung von Daten
  4. Statistische Methoden zur Analyse von Geschäftsdaten

2. Einsatz von Social Media in Unternehmen

In den vergangenen Jahren sind Überlegungen über die wirtschaftliche Nutzbarmachung des Internets für Unternehmen immer mehr in den Fokus gerückt. Unter dem viel rezipierten Schlagwort Social Media, allgemein verstanden als digitale Medien, die es ihren Nutzern erlauben sich interaktiv auf webbasierten Plattformen auszutauschen, engagieren sich Unternehmen zunehmend mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Dabei ist das Potenzial für die unternehmerische Nutzung von Social Media umfassend, da sowohl der unternehmensinterne als auch unternehmensexterne Einsatz vielfache Anknüpfungspunkte für die Wertschöpfung liefert.

Die Nutzung von Social Media-Anwendungen steht allerdings sowohl für die Nutzer als auch die Unternehmen am Anfang womit Erfahrungswerte folgerichtig kaum zur Verfügung stehen. Ungeachtet dessen belegen Studien dennoch ein anhaltendes Wachstum sozialer Medien im Unternehmenseinsatz. Unter den weltweit 100 größten Unternehmen nutzen 89% mindestens eine, in der Regel sogar mehrere Social Media-Plattformen. Unter dem Druck von Mitläufereffekten sind zahlreiche Unternehmen mit weitreichenden, aber im Detail unpräzisen Vorstellungen und Erwartungen, dem Trend gefolgt. Dies geschah häufig vorschnell und ohne weiterführende Schritte, wie z. B. die Implementierung einer entsprechenden Social Media-Strategie eingeleitet zu haben. Auch Wirtschaftlichkeitsüberlegungen wurden aufgrund der Unklarheit darüber, wie der Nutzen des Social Media-Einsatzes zu messen ist, selten zugrunde gelegt.

Beispiele für mögliche Themenschwerpunkte:

  1. Untersuchung von Social Media-Adaptionsprozessen im Unternehmenskontext (Ebenen: mikro, global, institutionenübergreifend)
  2. Social Media unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten (quantitativ und qualitativ)
  3. Entwicklung von Konzepten zur Messbarkeit von Social Media-Strategien
  4. Potenziale für den Einsatz von Social Media im organisationalen Kontext (unternehmensintern und -extern)
  5. Social Media-Einsatz und dessen Einfluss auf organisationalen Wandel

3. Applikationsarchitekturen in Dienstleistungsnetzwerken

Unternehmen des Dienstleistungssektors sehen sich immer größer werdenden Anforderungen nach Integration und Flexibilität gegenübergestellt. Diese Anforderungen bestehen heutzutage nicht allein innerhalb eines Unternehmens, sondern auch unternehmensübergreifend. Diese unternehmensübergreifenden Kooperationen werden als Dienstleistungsnetzwerke bezeichnet. Dienstleistungsnetzwerke bestehen aus mindestens drei oder mehr Dienstleistungsunternehmen, die rechtlich selbstständig bleiben, jedoch hinsichtlich ihres Ressourcenaustausches voneinander abhängig sind. Dienstleistungsnetzwerke sind beispielsweise im Finanzdienstleistungssektor, im Tourismussektor oder auch im Verkehrsbereich, wie z. B. der Frankfurter Flughafen oder der Berliner Hauptbahnhof, zu finden.

Applikationsarchitekturen, die eine Verbindung zwischen den Geschäftsprozessen und der technischen Umsetzung der entsprechenden Anforderungen bieten, müssen so angepasst werden, dass die Unternehmen im Dienstleistungsnetzwerk optimal bei ihrer gemeinsamen Wertschöpfung unterstützt werden. Wichtig sind hierbei die genaue Analyse der Dienstleistungsprozesse, die integriert werden müssen, sowie eine effektive und effiziente Informationslogistik zwischen den Netzwerkpartnern. Der langwierige Prozess hin zu einer gut funktionierenden Applikationsarchitektur stellt große Herausforderungen an die Unternehmen im Netzwerk und muss immer wieder den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.

Beispiele für mögliche Themen:

  1. Gestaltung von Applikationsarchitekturen in Dienstleistungsnetzwerken
  2. Designprinzipien und Erfolgsfaktoren von Applikationsarchitekturen in Dienstleistungsnetzwerken
  3. Requirements Engineering für Applikationsarchitekturen in Dienstleistungsnetzwerken

4. Collective Intelligence und ihre Erscheinungsformen im Web 2.0

Seit Beginn der betrieblichen Verwendung des Internets und des World Wide Webs (WWW) im Speziellen, hat eine rasante Weiterentwicklung sowohl auf technologischer, soziokultureller und ökonomischer Ebene stattgefunden. Vor allem auf der Seite der Internetnutzer, haben in Verbindung mit den Schlagwörtern Web 2.0 und Social Software, tiefgreifende Änderungen stattgefunden. Das Internet dient nicht mehr nur als einseitiger Kommunikationskanal, sondern wird zur Kommunikation und Interaktion über verschiedene Ebenen und in verschiedene Richtungen verwendet.

Ein wesentlicher Aspekt des Web 2.0 ist, dass die Interaktion der einzelnen Webnutzer eine Verbindung zum Gebiet der Collective Intelligence herstellt. „Collective Intelligence bedeutet, dass Gruppen von Individuen kollektiv Dinge tun, die intelligent erscheinen.“ (Malone, 2008). Nicht nur erscheint die Handlung des Kollektivs intelligent, Sie erscheint sogar oft intelligenter als die Handlungen zu denen einzelne Individuen im Kollektiv fähig sind. Das Ganze ist hier mehr als die Summe seiner Teile.

Abschlussarbeiten auf dem Gebiet Collective Intelligence umfassen ein Spektrum von eher theoretisch-konzeptionellen Arbeiten über die formale Modellierung von Collective Intelligence Systemen bis hin zu empirischen Arbeiten und der Implementierung von Simulationen. Im Sinne der interdisziplinären Forschung sind Bezüge u.a. zu den Gebieten Mathematik/Statistik, Sozialwissenschaften, Spieltheorie, Mikroökonomie, künstliche Intelligenz und Machine Learning möglich.

Beispiele für mögliche Themenschwerpunkte:

  1. Folksonomies und Collaborative Tagging
  2. Collective Intelligence Systeme und Multi-Agenten Systeme
  3. Web Mining: Automatisierte Wissensgewinnung aus Web-Inhalten und Nutzungsdaten.

Annahmevoraussetzungen

In der Regel erfolgreiche Teilnahme an einem der Seminare des Lehrstuhls oder Abschluss der Module „Informationsmanagement“ oder "IT-Governance" des Lehrstuhls oder der Module "Modellierung von Informationssystemen" oder "Informationssysteme und Informationsmanagement" mit Klausur; bei Überhang: Studienfortschritt.

Beispiele für bereits betreute Abschlussarbeitsthemen

  • Potenziale der Web 2.0 Technologie zur Optimierung von eCommerce Geschäftsmodellen - Business Transformation am Beispiel der arvato direct services GmbH
  • Modellierung eines Referenzmodells für das Total Quality Management (TQM) zum Einsatz in kleinen und mittleren Unternehmen
  • Informationslogistik als Teilaspekt von betrieblichen Steuerungsprozessen - Status Quo systemgestützter Entscheidungsprozesse
  • IT-Sicherheit von Unternehmen - Eine ganzheitliche Betrachtung im Rahmen der Informationsverarbeitung
  • Konzept für ein Vorgehen zur Entscheidungsunterstützung am Beispiel der Telekom-Industrie
  • Die Rolle des Projektportfolio-Management und -Controlling im Business-IT-Alignment
  • Optimierung der Informationslogistik in Unternehmenskooperationen - Lösungsansätze durch die Principal-Agent-Theorie
  • Integrationsarchitekturen zur Unterstützung des Real-Time-Business. Herausforderungen im Rahmen der Prozess- und Datenintegration
  • Analyse der Konsequenzen der Einführung von IT-Governance auf das Prozessmanagement im Unternehmen
  • Aufbau eines Informationssystems zur Entscheidungsunterstützung im Rahmen einer bedarfsgerechten Kundenberatung
  • Management von Applikationsarchitekturen - Instrumente zur Auswahl von IT-Applikationen
  • Effizientes Informationsmanagement in heterogenen Systemen - Entwicklung eines Ansatzes zur Stammdatenintegration dargestellt am Beispiel des Verbandes des TÜV e. V.
  • Konstruktion eines Vorgehensmodelles zur Erhöhung des Differenzierungsgrades durch investive Dienstleistungen
Lehrstuhl Baumöl | 03.06.2013
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