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Bioethik im Kontext

Die drei aufeinander folgenden Sommerschulen sind einem innovativen, interdisziplinär ausgerichteten Begriff integrativer Bioethik verpflichtet. Dieser verbindet normativ-ethische Forschung mit einem, im Blick auf die sozio-kulturellen Lebenswelten grundsätzlich „pluriperspektivischen“ Ansatz. Er schließt dabei auch die Frage der konkreten Vermittlung zwischen akademischer Medizin- und Bioethik einerseits und Politik andererseits ein. Grundfragen und –begriffe der Bioethik sollen im Rahmen der Sommerschulen in philosophischer, medizinischer, rechtlicher und nicht zuletzt politikwissenschaftlicher Hinsicht beleuchtet werden. Durch den interdisziplinären Dialog können neue Perspektiven auf diese Fragestellungen eröffnet werden, die innerhalb der Einzeldisziplinen zu kurz kommen bzw. unbeachtet bleiben.

So werden der Gesetzgebung häufig Begriff wie „Würde“, „Autonomie“ oder „mutmaßlicher Wille“ zugrunde gelegt, die innerhalb des Rechts und der Politik zumeist überhaupt nicht weiter reflektiert werden, philosophisch gesehen aber höchst anspruchsvolle Konzepte mit einer langen Begriffsgeschichte sind. Umgekehrt fehlt der philosophischen Ethik häufig der Blick für die konkreten Probleme, mit denen der Mediziner vor Ort konfrontiert ist oder auf die die Politik mit den von ihr gegebenen rechtlichen Regelungen zu antworten versucht. An diesen Stellen setzen die Sommerschulen mit ihrer interdisziplinären Ausrichtung an, in der Überzeugung, dass so zu weiterführenden Lösungen beigetragen werden kann.

Thematische Schwerpunkte

Sommerschule 2012: „Individueller Wille und ethisch-rechtliche Willenskonstrukte in Medizin- und Bioethik“ (Kurzbeschreibung)

Sommerschule 2013: „Autonomie, Würde und Leben als Grundkoordinaten von Medizin- und Bioethik“ (Fluchtpunkt: bioethische Konsensfindung auch in interdisziplinärer Hinsicht).

Sommerschule 2014: „ Integrative Bioethik“ (Fluchtpunkt: gesellschaftliche Institutionalisierung eines in der Sache wohlbegründeten, jedoch mehr als akademischen Diskurses zu bioethischen Fragen)

Ziele

Im Rahmen der Sommerschulen werden zentrale Fragen der Medizin- und Bioethik wie Autonomie, Menschenwürde, Leben und Wille „praxistauglich“ durchdekliniert. In drei aufeinanderfolgenden Jahren sollen jeweils thematische Schwerpunkte aus multinationaler wie auch interdisziplinärer Perspektive reflektiert werden. Dabei finden die unterschiedlichen Fächerkulturen der in bio- und medizinethische Fragen involvierten Disziplinen ebenso Berücksichtigung wie die verschiedenen, kulturell und juridisch verankerten Perspektiven auf diese Fragen. Fluchtpunkt hierfür ist der Gedanke einer „Integrativen Bioethik“.

Zielgruppen

Zielgruppe sind Studierende vorwiegend auf Master-, aber auch Doktorandenniveau, welche die Teilnahme in die Lage versetzen soll, selbstständig in relevanten öffentlichen Kontexten bzw. in entsprechenden Institutionen (z.B. in Ethikbeiräten, Ethikkomitees etc.) an bioethischen Fragestellungen weiterzuarbeiten. Hier setzen auch die konkreten Elemente zur Unterstützung eines „lebenslangen Lernens“ an. Die erweiterte Zielgruppe bilden die Studierenden der jeweiligen Universitäten, die im Rahmen der einschlägigen Studiengänge, sowie des Weiterbildungsangebots Medizinische Ethik der Fernuniversität in Hagen von den neu erarbeiteten Lehrmaterialien profitieren.

Lernformen

Die Veranstaltungen werden im Sinne der an der FernUniversität in Hagen erprobten Methode des Blended Learning durchgeführt, das insbesondere aus den Komponenten Expertenvorlesung und Seminardiskussion, Gruppenarbeit zu konkreten Fragestellungen, Vorbereitung mit Hilfe von elektronisch zur Verfügung gestellten Studienmaterialien (E-learning) und der Nachbereitung mit Hilfe von Aufzeichnungen ausgewählter Vorträge und ggf. Diskussionen (Videostreaming) besteht.

In der Vorbereitungsphase arbeiten die Studierenden Lehrbriefe durch und reichen eine Arbeitsaufgabe ein. Sie bereiten sich so auf die Vorlesungen und Seminare der Sommerschule vor. Dabei ist auch die Bildung von bewusst multinational angelegten, kleineren Studiengruppen vorgesehen. Die Sommerschule wird aus Vorlesungen, Seminaren und Arbeitsgruppen bestehen und von thematisch relevanten Exkursionen begleitet werden. Die Brücke zur politisch-rechtlichen Praxis als dem eigentlichen Medium der Umsetzung bioethisch verantwortbarer Maßgaben wird zusätzlich durch Workshops bzw. Podiumsdiskussionen mit Vertretern des öffentlichen Lebens (z.B. Parlamentariern und Mitgliedern von Ethikräten und -ausschüssen) geschlagen. Am Ende der Sommerschule wird jeder Studierende sein Projekt (Hausarbeit, Masterarbeit oder Promotion) in einem Panel vorstellen und diskutieren. In der Vor- und Nachbereitung werden die Studierenden durch einen virtuellen Lernraum in der Lernplattform Moodle unterstützt, der zur Materialdistribution, für Rückfragen und zum gemeinsamen Lernen genutzt werden soll. Eine wissenschaftliche Hilfskraft wird zudem die mentoriale Betreuung dort unterstützen und die Kommunikation mit und zwischen den Studierenden moderieren.

20.03.2015

English Version

FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Kultur- und Sozialwissenschaften, Lehrgebiet Philosophie II, Bioethik, 58084 Hagen