Logo

Tracks & Call for Papers

Die Veranstaltung befasst sich thematisch mit den drei folgenden Themenschwerpunkten:

Track 1: Technikgestütztes Lernen in Bildungsinstitutionen - Konstruktion von Wissen und Entwicklung von Kompetenzen in Wissensnetzwerken

Track 2: Webbasierte kollektive Intelligenz in Innovationsprozessen

Track 3: Bemessungsfaktoren, Leistungsbewertung und Grundkomponenten von CI-Systemen

Beiträge mit einem wissenschaftlichen oder auch praktischen Hintergrund sind herzlich willkommen. Die Beiträge können ausschließlich in englischer Sprache verfasst werden. Sämtliche Beiträge werden durch ein Programmkomitee 2-fach-blind begutachtet.

Die Beiträge sollen exakt der Formatvorlage entsprechen (Word 97-2003, Word 2007, LaTeX). Eine Länge von 12 Seiten soll dabei nicht überschritten werden. Die Autoren werden gebeten, ihre Beiträge bei der Einreichung zur Begutachtung zu anonymisieren, indem Namen etc. weggelassen und die Metadaten in den Word- bzw. den PDF-Dokumenten gelöscht werden.

Angenommene Beiträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Die Aufnahme eines angenommenen Beitrags in den Tagungsband setzt voraus, dass sich mindestens eine Autorin oder ein Autor zum Symposium angemeldet und den Symposiumsbeitrag entrichtet hat.


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Track 1: Technikgestütztes Lernen in Bildungsinstitutionen - Konstruktion von Wissen und Entwicklung von Kompetenzen in Wissensnetzwerken


Mit der Entwicklung der Netzwerkgesellschaft entsteht eine neue Art der Wissenskonstruktion. Wissen wird in Netzwerken entwickelt, die in informellen, nicht-hierarchischen, heterogen organisierten und im Wesentlichen kurzlebigen Strukturen betrieben werden. Diese neue Form der Wissenskonstruktion funktioniert in einem Anwendungskontext, in dem Probleme nicht ausschließlich innerhalb eines disziplinären Rahmens angegangen werden. Das Ergebnis wird eher transdisziplinär als mono- oder interdisziplinär sein. Dieser Prozess wird gerade durch die Entwicklung des technikgestützten Lernens und durch neue Webanwendungen beschleunigt, die Kollaboration, soziale Interaktion und Aushandlung von Wissen erleichtern (so genannte Social Software oder Web 2.0 Anwendungen).

Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels ändern sich auch die Eigenschaften und Kompetenzen der Lernenden, der „Wissensarbeiter“ oder der Mitglieder in einer Wissensgemeinschaft, die in technikgestützten Umgebungen interagieren. Kinder wachsen heutzutage in einer digitalen Welt auf und bilden aus diesem Grunde die „Internetgeneration“, mit bestimmten Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Kompetenzen.

Es ist in (höheren) Bildungsbereichen sowie in der beruflichen Weiterbildung bzw. der beruflichen Bildung eine Herausforderung, diese offenen Formen der Wissenskonstruktion zu integrieren und umzusetzen, da sich diese Bereiche bisher hauptsächlich auf die traditionellen und formellen Formen des Lehrens und Lernens stützen.

Hauptfrage ist: Welche sind die kritischen Faktoren, die sich für ein erfolgreiches Design und eine nachhaltige Einführung der technikgestützten Wissensnetzwerke ergeben?

Mögliche Themen für Forschungsbeiträge sowie Erfahrungsberichte innerhalb dieses Tracks sind:

  • Pädagogisch-didaktische Möglichkeiten für technikgestütztes Lernen und Lehren
  • Wissenskonstruktion und interaktive, kommunikative und kollaborative Lernaktivitäten
  • Zusammenarbeit in Gemeinschaften und/oder offenen Netzwerken
  • Modelle und Prinzipien für Instruktionsdesign
  • Neue Trends im Bereich der Bildungstechnologien (Web 2.0, Open Educational Resources, Mobile Learning)
  • Erforderliche Kompetenzen für das Lernen, Lehren sowie für die Betreuung in technikgestützten Netzwerken
  • Supportsysteme für Lehrende und Lernende
  • Technische Systeme für die Unterstützung des lebenslangen Lernens, On-Demand-Lernen und Wissensteilung
  • Change Management und Implementation und Verbreitung von Innovationen in Bildungseinrichtungen und Netzwerkorganisationen
  • Qualitätsmanagementsysteme im Rahmen des technikgestützten Lernens
  • Assessmentmethoden


Leitung:

Prof. Dr. Theo J. Bastiaens, FernUniversität in Hagen

Programmkomitee:
Prof. Dr. Claudia de Witt, FernUniversität in Hagen, Germany
Dr. Olaf Zawacki-Richter, FernUniversität in Hagen, Germany

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Track 2: Webbasierte kollektive Intelligenz in Innovationsprozessen

Für viele Unternehmen ist das Internet ein wirtschaftlich bedeutender Faktor geworden bzw. die Basis ihres Geschäftsmodells. Mit der Entwicklung hin zum sogenannten Web 2.0 stellt es jedoch nicht mehr nur einen reinen Verkaufs- und Informationskanal zwischen Unternehmen und Kunden dar. Die Weiterentwicklungen des Webs und das damit einhergehende veränderte Nutzerverhalten stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen und liefern gleichzeitig großes betriebswirtschaftliches Potenzial. In letzter Zeit steht vor allem die kollektive Intelligenz der Nutzer und Kunden im Mittelpunkt der Betrachtung. Verschiedene Ansätze und Konzepte, wie z. B. Crowdsourcing, Wikinomics, Social Commerce oder Wisdom of Crowds, befassen sich mit der Leistungsfähigkeit und Wertschöpfung der Masse an Nutzern bzw. Kunden. Wikipedia ist hier nur eines von vielen Beispielen, das das Nutzenpotenzial dieser webbasierten kollektiven Intelligenz aufzeigt. Viele Unternehmen haben bereits begonnen, die kollektive Intelligenz gezielt für die eigene Wertschöpfung zu nutzen. Threadless lässt die Kunden online das Produkt entwerfen, über die Aufnahme der Produkte ins Sortiment abstimmen und auch Marketingmaßnahmen durch die Nutzermasse ausführen. InnoCentive bietet als „Open Innovation Marktplatz“ Unternehmen Zugang zu einer breiten Masse an Nutzern, um spezifische Probleme lösen zu lassen. Diese Beispiele zeigen, dass eine wertschöpfende Verwendung der webbasierten kollektiven Intelligenz bereits stattfindet. Die zugrundeliegenden Mechanismen und ihre systematische Verwendung sind jedoch bisher nur wenig erforscht. Es bestehen viele offene Fragen darüber, wie webbasierte kollektive Intelligenz in der betrieblichen Wertschöpfung systematisch und effizient verwendet werden kann. Beispiele für Fragen sind hier, wie Geschäftsmodelle gestaltet werden können, wie eine Umsetzung auf der Ebene der Informations- und Kommunikationstechnologie erfolgen muss, um die webbasierte kollektive Intelligenz bestmöglich zu entfalten, oder wie die Masse an Nutzern und Kunden zu einer aktiven Teilnahme motiviert werden kann.

Mögliche Themen für Forschungsbeiträge sowie Erfahrungsberichte innerhalb dieses Tracks sind:

  • Methoden für die Ausgestaltung der auf webbasierter kollektiver Intelligenz basierenden betrieblichen Wertschöpfung
  • Beschreibung und Kategorisierung von Mechanismen webbasierter kollektiver Intelligenz
  • Geschäftsmodelle für die Umsetzung und Nutzbarmachung von kollektiv intelligentem Verhalten
  • Verbindung von klassischen Wertschöpfungsprozessen mit Wertschöpfungsprozessen, die auf kollektivem Verhalten basieren
  • Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für die Verwendung webbasierter kollektiver Intelligenz in Innovations- und Wertschöpfungsprozessen
  • Methoden für das Design von Umgebungen, die kollektiv Intelligentes Verhalten fördern
  • Methoden und Modelle zur Analyse webbasierter kollektiver Phänomene
  • Ansätze zur Koordination und Steuerung webbasierter kollektiver Wertschöpfung
  • Wissenschaftliche Theorien und Methoden zur Erforschung webbasierter kollektiver Intelligenz, insbesondere aus der Betriebswirtschaftslehre, der Psychologie, der Soziologie und der Sozialpsychologie
  • Wissenschaftliche Theorien und Methoden zur Erforschung von webbasierten Innovationsprozessen und Innovationsnetzwerken, sowohl innerhalb von Unternehmen als auch in Märkten
  • Technologische und organisationale Auslöser für das kooperative Verhalten von Personen, Gruppen oder Netzwerken
  • Fallbeispiele aus der Praxis zur erfolgreichen Verwendung webbasierter kollektiver Intelligenz


Leitung:
Prof. Dr. Ulrike Baumöl, FernUniversität in Hagen
Prof. Dr. Sabine Fliess, FernUniversität in Hagen
Dipl.-Ök. Henrik Ickler, FernUniversität in Hagen

Programmkomitee:
Dr. Homa Bahrami, University of California at Berkeley, USA
Dr. Peter A. Gloor, MIT Center for Collective Intelligence, USA
Dr. Axel Hochstein, Stanford University, USA
Norbert Hoffmann, Swiss Life AG, Zürich, Switzerland
Prof. Dr. Reinhard Jung, Universität St. Gallen, Switzerland
Prof. Dr. Wilhelm Rödder, FernUniversität in Hagen, Germany
Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Universität Graz, Austria
Prof. Dr. Brigitte Werners, Ruhr-Universität Bochum, Germany

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Track 3: Bemessungsfaktoren, Leistungsbewertung und Grundkomponenten von CI-Systemen

Das in sozialen Netzwerken und Wissensgemeinschaften entstehende Wissen stellt für Unternehmen, Organisationen und Individuen einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar. Es kann verwendet werden, um Kommunikationsströme zu verbessern, neues Wissen zu schaffen, Innovationsprozesse zu optimieren oder Kompetenzen zu entwickeln. Jedoch ist es immer noch offen, wie Informationssysteme das kollektive Wissen aus sozialen Netzwerken Unternehmen effektiv zur Verfügung stellen können. Um Lösungen hierfür zu finden, ist es notwendig, die verschiedenen Möglichkeiten zur Bewertung und Bemessung sozialer Netzwerke zu untersuchen und zu verstehen. Bewertungsergebnisse, die aus der Anwendung von Bemessungsfaktoren auf soziale Netzwerke hervorgehen, können dann zur Leistungsbewertung solcher Netzwerke dienen. In einen weiteren Schritt können dann Bemessungsfaktoren und Bewertungsergebnisse sozialer Netzwerke bei der Konstruktion von Collective-Intelligence-Systemen (CI-Systemen) berücksichtigt werden. CI-Systeme stellen nicht nur eine Umgebung zur kooperativen Wissenskonstruktion dar, sondern unterstützen auch die Entscheidungsfindung in bestimmten Problemsituationen durch das synergetische Zusammenwirken der Intelligenz vieler Menschen und die Informationsverarbeitungs-, Kommunikations- und Speicherleistung von Computern. Somit verändern diese Systeme die herkömmliche Wissensverarbeitung durch die Berücksichtigung sozialer Strukturen und die Integration unterschiedlicher Kompetenzen und Wissensbestände. Damit jedoch CI-Systeme eine nachhaltige Leistung erreichen können, ist es notwendig, bestimmte Gestaltungsdimensionen und Grundkomponenten von CI-Systemen zu finden und bei ihrer Anwendung zu berücksichtigen. Diese könnten z. B. durch eine Klassifizierung von CI-Systemen identifiziert werden.

Mögliche Themen für Forschungsbeiträge sowie Erfahrungsberichte innerhalb dieses Tracks sind:

  • Anforderungen an das Design und die Entwicklung von CI-Systemen
  • Architekturen und Komponenten von CI-Systemen
  • Anwendungsbeispiele von CI-Systemen
  • Entscheidungsverfahren, die soziale Netzwerke berücksichtigen
  • Bemessungsfaktoren für soziale Netzwerke
  • Leistungsbewertung von sozialen Netzwerken
  • Übertragung existierender Ansätze auf den Aufbau von Wissensnetzwerken
  • Methoden für die Gestaltung von CI-Systemen
  • Mechanismen für die Aufnahme, die Aufbewahrung und den Zugang zu kollektivem Wissen
  • Formelle Strukturierung und Darstellung kollektiven Wissens
  • IT-gestützte Modellierung kollektiven Wissens


Leitung:

Prof. Dr. Jörn Altmann, Seoul National University
Prof. Dr. Bernd J. Krämer, FernUniversität in Hagen

Programmkomitee:
Dr. Aurélie Aurilla Arntzen Bechina, College University I Buskerud, Kongsberg, Norway
Prof. Dr. Jörg M. Haake, FernUniversität in Hagen
Prof. Dr. Gunter Schlageter, FernUniversität in Hagen
Chen-Yu Phillip Sheu, University of California at Irvine, USA

19.03.2010
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, COLLIN 2010