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Aktuelles

Kolloquium „25 Jahre Datenverarbeitungstechnik“

[27.10.2017]

Der Titel der Veranstaltung war doppeldeutig angelegt: Inhaltlich ging es darum, aktuelle und innovative IT-Anwendungen in verschiedenen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung vorzustellen, die damit verbundenen technischen Herausforderungen zu benennen und sie der Situation der Datenverarbeitungstechnik (DVT) vor 25 Jahren gegenüberzustellen, als PCs und Workstations begannen, Großrechner als Platzhirsche zu verdrängen und die notwendige Vernetzung heterogener Hard- und Software-Infrastrukturen interessante Forschungsprobleme aufwarfen. Zugleich hatte die Mehrzahl der eingeladenen Sprecherinnen und Sprecher Prof. Krämer vor 25 Jahren beim Neuaufbau des Lehrgebiets DVT mit Schwerpunkt auf softwaretechnischen Forschungsfragen und -projekten unterstützt.

Nach den Grußworten der Rektorin der FernUniversität und des Dekans der Fakultät MI startete B. Krämer seinem Vortrag mit einer Zeitreise beginnend mit Konrad Zuses Erfindung des weltweit ersten programmierbaren Rechners im Jahr 1941, dessen Nachbau im Jahr 2012 während einer von ihm organisierten Tagung in Berlin vorgestellt wurde. (Es gibt auch ein Video vom ZMI, in dem der Rechner von Horst Zuse erklärt wird: https://www.fernuni-hagen.de/videostreaming/zmi/video/2012/12-23_00000/.)Entlang verschiedener Weg-punkte, wie der Standardisierung offener verteilter DV-Systeme oder speicherprogrammierbarer Steuerungen, der Erfindung des WWW, dem Aufkommen von „Service-oriented Computing“ über „Cloud Computing“, dem Internet der Dinge bis hin zum „Edge Computing“, erklärte er, warum bestimmte Forschungsfragen im Lehrgebiet DVT aufgriffen wurden, und skizzierte zugehörige Forschungsprojekte und Ergebnisse.

Vier Vorträge befassten sich mit verschiedenen Aspekten des Internets der Dinge (Internet of Things, kurz IoT). A. Stuckenholz präsentierte eine niedrigenergetische Kommunikationsinfrastruktur, die es ermöglicht, dass eine Vielzahl von Sensoren, die über große Räume verteilt sein können, ihre Messwerte sicher und in Echtzeit an geeignete Empfänger übertragen können und dass sich Sensoren und Aktoren spontan vernetzen können. U. Steinmann stellte die neueste Technik, als Mikroprozessoren, Sensoren und Entwicklungsumgebungen für IoT-Anwendungen vor, während T. Koch eine innovative Anwendung für Post- und beliebige andere Dienstleitungen per Knopfdruck vorstellte, die er für die Schweizerische Post derzeit aufbaut. Das IoT wird sich dabei über die über die ganze Schweiz verteilte Briefkasteninfrastruktur spannen. S. Fakhers Beitrag griff die durch Digitalisierung ausgelösten Veränderungen in Unternehmen auf und schlug neuartige Organisationsformen und Talentfindungsstrategien auf, die dazu führen, dass sich Organisationen resilienter als bisher aufstellen und von zu erwartenden Disruptionen nicht überrollt werden und dabei die im Unternehmen vorhandenen Talente wirksam und gezielt einsetzen.

Zwei Beiträge griffen das für die hochvernetze Welt zentrale Problem der IT- oder Cyber-Security auf. Finanzsysteme, das Internet der Dinge, Cloud-, Edge-Computing und kommende IT-Neuerungen werden sich nicht nachhaltig durchsetzen, wenn nicht ein hohes Maß an Datensicherheit gewährleistet wird. I. Scheler, der seit fast 20 Jahren im Bankensektor tätig ist, skizzierte Details sowie die Entwicklung der Bedrohungsszenarien über die Zeit und verdeutlichte, dass eine hochprofessionelle, regelrechte Industrie von Cyberkriminalität entstanden ist, die streng nach betriebswirtschaftlichen Betrachtungen agiert und versucht, mit minimalem Aufwand maximalen finanziellen Ertrag zu generieren. In dem Maße, in dem die Unternehmen ihre technischen Abwehrmaßnahmen per Cyber-Security optimieren, wird das schwächste und damit bevorzugt von Cyberkriminellen angegriffene Glied der an den Prozessen beteiligte Mensch. In Ergänzung dazu präsentierte U. Kalinna aktuelle technische Abwehrlösungen und diskutierte und analysierte spektakuläre Sicherheitsvorfälle aus den letzten 3 Jahren, die er aus seiner Lehr- und Beratungstätigkeit bei Polizeibehörden genau kennt. Abschließend erläuterte er die Funktionsweise neuer Sicherheitssysteme, darunter auch eine Entwicklung, an der er als Sicherheitsexperte und Unternehmer aktiv beteiligt ist.

Zum Themenkreis softwareintensive Produktionstechnik gab es ebenfalls zwei Vorträge. D. Terstegge beschrieb die Veränderungen in den Produktionsverfahren der chemischen und pharmazeutischen Industrie berichtete über neue Entwicklungen, diese Verfahren durch den durchgängigen Einsatz von Software und IoT-Ausrüstung smarter zu gestalten. B. Krämer erläuterte die im Kontext eines Horizon 2020-Projekts entwickelten Ideen und Prototyplösungen, die es erlauben, Standardindustrieprodukte an neue Anforderungen durch die Einbettung bestimmter Sensoren und neuer Softwaredienste anzupassen.

N. Völker berichtete über seinen Ansatz, konkrete Lehrerfahrungen und Herausforderungen mit seinem an der Universität Essex gelehrten Anfängerkurs zum Thema Objektorientiertes Programmieren.

DVT-Webmaster | 02.11.2017
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