Logo - Fakultät für Mathematik und Informatik Lehrgebiet für Datenverarbeitungstechnik

Morad Ahmad

Ein XML-basiertes Modell für synchrone Gruppenarbeit auf gemeinsamen Informationsräumen

In dieser Arbeit wird ein generisches Modell für synchrone Gruppenarbeit auf gemeinsamen Informationsräumen entwickelt. Für die Entwicklung dieses Modells müssen die Grundfunktionen für Anwendungen der synchronen Gruppenarbeit realisiert werden. Neben der Modellierung des Datenraumes (Datenmodell) und der operationellen Schnittstelle (Interaktionsmodell), müssen Mechanismen für die Darstellung der Aktivitäten der Gruppenmitglieder auf dem Informationsraum (Awareness), sowie für die Synchronisierung gleichzeitiger Zugriffe verschiedener Benutzer auf dem Datenraum realisiert werden (Nebenläufigkeitskontrolle). Das Grundproblem bei der Lösung der Nebenläufigkeit liegt bei der Aufgabe der Isolation aus den klassischen ACID-Transaktionen zu gunsten von Awareness.

Die rapide Entwicklung von Techniken der mobilen Kommunikation ermöglicht den Einsatz dieser Geräte für den Zugriff auf Daten im Internet. Durch UMTS- und WLAN-Technologien können Mobilgeräte für Anwendungen über die reine Kommunikation hinaus eingesetzt werden. Eine natürliche Folge dieser Entwicklung sind Anwendungen für die Zusammenarbeit mehrerer Benutzer. In der Arbeit wird daher auf die Unterstützung mobiler Geräte besonderen Wert gelegt.

Die Interaktion der Benutzer auf den gemeinsamen Datenraum wird durch einfache Navigationsoperationen mit einem Cursor (Finger) realisiert, wobei der Datenraum durch XML-Dokumente dargestellt wird. Die Visualisierung basiert auf der Transformierung von XML-Dokumenten in andere XML-basierte Sprachen wie HTML oder SVG durch XSLT-Stylesheets. Awareness-Informationen werden, ähnlich dem Fokus/Nimbus-Modell, von der Interaktion der Benutzer und der Ermittlung der sichtbaren Objekte bei dem Benutzer hergeleitet.

Für eine geeignete Kontrolle der Nebenläufigkeit wurde der Begriff der visuellen Transaktion eingeführt, wo die Auswirkungen einer Transaktion von anderen Benutzern (Transaktionen) beobachtet werden können. Die Synchronisierung basiert auf einem Sperrverfahren und der Einführung der neuen W-Sperre und der Grundoperationen readV und writeV.

Das Modell (Groupware-Server) wird in der Arbeit in einem Prototyp implementiert. Weiterhin wird eine Java-Anwendung sowohl auf einem Desktop PC als auch auf einem Pocket PC (iPAQ 3970) implementiert, welche die Einsetzbarkeit dieses Prototyps demonstriert.

Gutachter
Prof. Dr. L. Wegner, Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Bernd Krämer, Fernuniversität in Hagen

DVT-Webmaster | 18.02.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät für Mathematik und Informatik, Lehrgebiet Datenverarbeitungstechnik, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-371, E-Mail: dvt-webmaster@fernuni-hagen.de