Tipps und Tricks für Ihren Kurzclip

Studentin mit Tablet an Tisch Foto: Torsten Silz
Es geht auch mobil: Eine Reihe von Apps hilft dabei, Clips auf dem Smartphone oder Tablet nachzubearbeiten.

Filme-Machen will gelernt sein: Damit ein Video gut aussieht und mit seiner Botschaft überzeugt, sind einige wichtige Punkte zu beachten. Angefangen bei der richtigen Idee zum Start über die Auswahl der idealen Location bis hin zur finalen Nachbearbeitung. Unsere Tipps und Tricks erklären Ihnen in vier Stufen, wie Sie den perfekten Clip erstellen. Dazu gibt es noch nützliche Hinweise zu Einstellungsgrößen sowie zu kostenfreien Apps und Tools, mit denen das Produzieren leicht von der Hand geht.



Vier Stufen zum perfekten Clip

  • Tipp 1: In der Kürze liegt die Würze
    Denken Sie daran, dass ihr Clip eine maximale Länge von drei Minuten nicht überschreiten darf. Achten Sie also bereits während der Planung Ihres Films darauf, dass das Material nicht ausufert.

    Tipp 2: Clip it!
    Wenn Sie zu einem unserer sechs vorgegebenen Kategorien eine Idee haben, dann zweifeln Sie nicht lange: Seien Sie mutig und machen Sie es!

    Tipp 3: Brainstorming
    Je mehr von Ihnen im Voraus geplant und organisiert worden ist, desto besser läuft der Dreh. Bündeln Sie Notizen. Schreiben Sie z. B. ein Kurzdrehbuch für Ihren Clip, damit Sie nichts vergessen, und schon kann es losgehen.

  • Tipp 4: Ein starker Anfang

    Die ersten paar Sekunden des Clips entscheiden häufig darüber, ob Ihr Publikum weiterschauen möchte oder nicht. Denken Sie also genau über den Einstieg Ihres Clips nach, damit Sie Ihre Zuschauerinnen und Zuschauer von Beginn an fesseln.

    Tipp 5: Location, Location, Location

    Das eigene Zimmer oder der eigene Hauseingang sind nicht immer für den Dreh geeignet. Werden Sie kreativ und investieren Sie etwas Zeit zum Suchen nach den perfekten Drehorten, um Ihr Thema anzupacken.

    P.S.: Perfekt bedeutet in diesem Fall zumeist auch: Hell, bzw. gut geeignet zum Ausleuchten.

    Tipp 6: Glaubwürdig besetzen

    Nicht immer kann oder möchte man in seinen eigenen Kurzfilmen selbst als Protagonistin oder Protagonist auftreten. Also müssen andere Personen vor die Kamera. Achten Sie im Vorfeld darauf, dass Sie nur Charaktere schreiben, die Sie später auch glaubwürdig mit Ihren Schauspielerinnen und Schauspielern besetzen könnt.

    P.S.: Einwilligung nicht vergessen: Auch Freundinnen, Freunde und Verwandte sollten sich schriftlich einverstanden erklären, dass Sie öffentlich und ggf. online im Rahmen Ihres Kurzfilms gezeigt werden.

  • Tipp 7: Klappe und Action!

    Machen Sie sich Gedanken über die Kameraführung und wie Sie sie als Stilmittel für Ihren Clip nutzen wollen. Setzen Sie sich mit Einstellungsgrößen und dem „Goldenen Schnitt“ auseinander und überlegen Sie, ob sie mit einem Stativ, einer dynamischen Hand-Hold Kamera oder vielleicht doch ganz anders drehen möchten.

    Tipp 8: Der Ton macht die Musik

    Ein guter Ton ist beim Kurzfilm mindestens genauso wichtig wie ein gutes Bild, vernachlässigen Sie ihn also nicht.

    Wenn Sie mit Musik arbeiten wollen, denken Sie auch darüber nach: Die unerlaubte Verwendung von Ton- und Bildmaterial ist mehr als nur kritisch, sie ist u.U. strafbar. Um auf Nummer sicher zu gehen, suchen Sie sich doch etwas auf Portalen aus, die eine Vielzahl an lizenzfreier Musik zum Download anbieten.

  • Tipp 9: Cut it!

    Die Nachbearbeitung eines Clips dauert erfahrungsgemäß und ein vielfaches länger als der Dreh. Nehmen Sie sich deshalb ausreichend Zeit für die Postproduktion. Schauen Sie sich die Freeware an, mit der Sie ihren Clip kostenfrei schneiden können.

    P.S.: Alles, was Sie bereits während des Drehs verbessern können, schieben Sie besser nicht auf die Postproduktion. Verbesserungen in der Nachbereitung sind meist mühsamer und sehen weniger gut aus, als hätten Sie einfach ein zweites Mal gedreht.

    Tipp 10: Last but not Least – Share it!

    Als letztes geht es an die Veröffentlichung des Films. In unserer Rubrik Einreichung und Regeln erfahren Sie, wie das geht. Wenn der Weg bis dahin einmal mühselig sein sollte, denken Sie daran: Fehler machen gehört dazu! Stellen Sie sich darauf ein, dass irgendetwas während des Drehs, der Vorbereitung oder der Nachbearbeitung schiefgehen wird. Geben Sie nicht auf und holen Sie das Beste aus Ihrem Clip heraus. Sie werden ihr Publikum begeistern.

 

Einstellungsgrößen im Überblick

Sie als Filmschaffende haben mithilfe der unterschiedlichen Einstellungsgrößen vor allem die Möglichkeiten, Ihrem Publikum bewusst Stimmungen wie z.B. Freude, Neugier oder Interesse zu vermitteln. Der Wechsel von Einstellungsgrößen macht Ihren Clip zu einem spannenderen Erlebnis für das Auge. Häufige Variationen können die Bedeutung der einzelnen Einstellungen noch verstärken. Bleibt eine Einstellung über einen längeren Zeitraum bestehen, wirkt die Szene ruhig aber unter Umständen auch eintöniger.

Unsere Fotostrecke gibt Ihnen Beispiele, wie die verschiedenen Einstellungsgrößen aussehen.

  • Panorama (Weit) | extreme long shot

    • Umgebung
    • Landschaft
    • Stimmung: Unendlichkeit, Freiheit aber auch Einsamkeit oder Isolierung

    Totale | long shot

    • Handelnde Person in ihrer Umgebung
    • Häufig verwendet, um den Zuschauenden einen Überblick über das Geschehen zu verschaffen

    Halbtotale | medium long shot

    • Darstellerinnen und Darsteller von Kopf bis Fuß, dabei Person und Umgebung gleich gewichtet
    • Unterstreicht Betonung der Körpersprache oder Bewegung einer Person, gut geeignet für Menschengruppen

    Halbnahe | medium shot

    • Person vom Kopf bis zur Hüfte, häufig verwendet in Dialogszenen
    • Mimik und Gestik werden gleichermaßen betont, eignet sich gut, um die Beziehung zwischen Personen hervorzuheben

    Amerikanische Einstellung | american shot

    • Person von Kopf bis zu den Knien (Ursprung im amerikanischen Western: Cowboy und Waffengurt sollten sichtbar sein)
    • Wie bei der Halbnahen liegt der Fokus auf der Person, die Umgebung ist aber deutlich zu sehen

    Nahe | medium close-up

    • Person vom Kopf bis zur Mitte des Oberkörpers, Mimik ist besonders betont
    • Die Zuschauenden können dabei Blicke und Reaktionen nachvollziehen, deswegen häufig in Dialogen verwendet

    Über die Schulter | over-shoulder shot

    • Bild des Sprechenden über die Schulter des Zuhörenden
    • Häufig bei Schuss-Gegenschuss-Montagen von Dialogen verwendet, um körperliche Nähe zwischen Agierenden zu zeigen

    Großaufnahme | close-up

    • Gesicht des Darstellenden (häufig angeschnitten)
    • Gut um Mimik und Gefühle hervorzuheben, der Zuschauende empfindet intime Nähe zu Darstellenden

    Detail | extreme close-up

    • Bestimmter Ausschnitt des Gesamtbildes
    • Lenkt die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt im Bild. Diese Nähe kann sehr intensiv aber auch erschreckend wirken

    Ein letzter Tipp: Beim Schnitt zwischen zwei Einstellungen ist es hilfreich eine Größe zu überspringen, damit es nicht wirkt, als würde das Bild springen. Groß auf Halbnahe wirkt optisch schöner als Halbnahe auf Nahe.

 

Kostenfreie Apps und Tools

junger Mann lehnt mit Smartphone an FernUni-Stele Foto: Torsten Silz
    • Zeitraffer
    • spart Akkukapazität und Speicherplatz

    Verfügbar bei: Google Play (Android) | iTunes (iOS)

    • Nimmt den Smartphone-Bildschirm auf

    Verfügbar bei: Google Play (Android)

    • Abspielen von verschiedenen Videoformaten

    Verfügbar bei: Google Play (Android) | iTunes (iOS)

    • Schnittprogramm für das Smartphone
    • Einfache Bedienung
    • Leicht verständliche Bedienoberfläche
    • Effekte und Schnitt
    • Fokus auf Effekten

    Verfügbar bei: Google Play (Android)

    • Zum Videokürzen
    • Schnelle und einfach Bearbeitung von „kleinen“ Filmen

    Verfügbar bei: Google Play (Android) | iTunes (iOS)

    • Verbinden von mehreren Videos und/oder Bildern zu einem Video
    • Mit Bearbeitung von Übergängen und Effekten

    Verfügbar bei: Google Play (Android) | iTunes (iOS)

    • Zusammenfügen von Dateien zu einem Video
    • Bearbeitung mit Effekten und Musik
    • Off-Stimme kann in der App eingesprochen und eingefügt werden
    • Aber: Wasserzeichen – entfernbar für einmalig 1,99€

    Verfügbar bei: Google Play (Android) | iTunes (iOS)

    • Ideales Schnittprogramm für längere Videos
    • Timeline-Optik für eine gute Orientierung
    • Eher Videoschnitt, statt Effektbearbeitung

    Verfügbar bei: Google Play (Android)

  • Konvertieren von Clips in die gewünschte Dateigröße. Nahezu für alle Formate anwendbar.

 

Lizenzfreie Musik

    • Tausende Musiktitel zum Herunterladen
    • Suche nach Künstler/Genre/Titel
    • Lizenztyp steht direkt bei dem Musikstück
    Die meisten Titel stehen unter der Creative-Commons-Lizenz, d. h. zu privaten, öffentlichen und kommerziellen verwendbar (Künstler im Video vermerken).

    • Suche nach Künstler/Genre/Titel
    • Die meisten Titel stehen unter der Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share-Alike-3.0 Lizenz

    Zu privaten und öffentlichen, nicht jedoch zu kommerziellen Zwecken verwendbar (Künstler im Video vermerken).

    • Eher unbekannte Künstler/Titel
    • Alle Titel unterliegen der Creative Commons Attribution-Noncommercial-ShareAlike Lizenz
    Zu privaten, öffentlichen und kommerziellen verwendbar (Künstler im Video vermerken).

 

Weitere Tipps

Der Westdeutsche Rundfunk hat auf seiner Internetseite weitere praktische Tipps rund um die Filmproduktion zusammengestellt. Das Themenspektrum reicht von der Ideenfindung bis hin zur Post-Produktion.


Ein Drehkonzept hält Ihre Ideen zusammen und hilft Ihnen dabei, beim Clip-Dreh den Überblick zu behalten. Hier finden Sie eine kostenlose Vorlage:

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Presse | 03.08.2018