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forum philosophicum und Werkstattgespräche


Zur Veranstaltungsreihe:

Das forum philosophicum des Instituts für Philosophie der Fernuniversität in Hagen bietet seit 1987 regelmäßig Vortragsreihen an, die das Gespräch zwischen Fachvertretern der Philosophie und der Universitätsöffentlichkeit fördern wollen sowie den interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hagen die Möglichkeit geben, sich aus erster Hand über aktuelle wissenschaftliche Debatten zu informieren. Zu den Vorträgen auswärtiger Fachkollegen aus dem In- und Ausland treten dabei die Werkstattgespräche, in denen die Lehrenden des Instituts für Philosophie der FernUniversität ausgewählte Themen und Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vorstellen. Die Veranstaltungsreihe wird in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde der Fernuniversität durchgeführt.

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29. Juni 2017, 18:30 Uhr

Veranstaltungsort: Universitätsstraße 33, KSW-Seminargebäude, Raum 1 bis 2

Prof. Dr. Jan Slaby (Berlin)

„Affekt und Politik“

Das jüngste Aufkommen und der Erfolg rechtspopulistischer Bewegungen in Europa und den USA lassen die Frage nach dem Verhältnis von Affekt und Politik dringlich werden. Welche Rolle spielen Affekte und Emotionen im politischen Geschehen? Im Vortrag wird es zunächst um eine kritische Sondierung aktueller Positionen zu diesem Thema gehen, vor allem aber soll eine ontologisch grundlegende Verhältnisbestimmung von Affektivität und Politik unternommen werden. Das Politische betrifft die kollektive Gestaltung menschlicher Angelegenheiten, sofern diese kontingent und somit veränderbar sind. Die menschliche Affektivität ist ihrerseits nur verstehbar, wenn sie sowohl auf die Kontingenz und Endlichkeit des Lebens bezogen wird als auch in jenem „Bezugsgewebe der menschlichen Angelegenheiten“ (Arendt) situiert wird, das allein die Sinnhaftigkeit und damit Verstehbarkeit menschlicher Lebensvollzüge ermöglicht. Damit ergibt sich die Möglichkeit einer wechselseitigen Bestimmung von Affekt und Politik, und auf dieser Grundlage sowohl eine Politisierung der Affektforschung als auch eine affekttheoretisch fundierte Analyse politischer Vorgänge und deren Voraussetzungen. Es werden u.a. Arbeiten von Arendt, Butler, Massumi, Mohrmann, Nussbaum und Protevi angesprochen.


21. September 2017, 18:30 Uhr

Veranstaltungsort: Universitätsstraße 33, KSW-Seminargebäude, Raum 1 bis 2

Petra Lohmann (Siegen)

Fichtes Theorie des Unbewussten

Seit Freud ist „keine Bewußtseinsphilosophie mehr sinnvoll, die nicht zugleich eine Philosophie des Unbewussten ist“ und die „nicht auch“ die Beziehung [der Rationlität] zum ‚Irrationalen’“ (G. Böhme/H. Böhme 1985, S. 11) berücksichtigt. Während es „in der Forschung […] weitgehend unbestritten [ist], dass [in der Vorläuferschaft zu Freud] mit der Philosophie Schopenhauers ein bedeutender Schritt zur Entwicklung einer Theorie des Unbewußten verbunden ist, die in der Psychoanalyse eine klassische Gestalt erhalten hat“ (Koßler 2005, S. 180), würde man bei Schopenhauers Lehrer Fichte einen solchen Bezug auf das Unbewusste eher nicht vermuten, weil man ihn zu sehr auf das rein Spekulative einschränkt, so dass man ihm einen Schopenhauer ähnlich wirkungsmächtigen Vorbildcharakter für einen Anknüpfungspunkt an die Naturwissenschaften abspricht. Der Vortrag zielt auf die Widerlegung dieser vereinseitigenden Sichtweisen auf Fichte, indem erstens Fichtes Bezugsrahmen seiner Bestimmung des Unbewussten nachgezeichnet wird, der sowohl formale als auch faktische Aspekte des Unbewussten umfasst und deutlich macht, dass Fichte zwischen der Funktion des Unbewussten für den Aufbau des Systems der Wissenschaftslehre und der Funktion des Unbewussten als Bewusstseinsmodus für die Genese des Realitätsbewusstseins des Ich unterscheidet. Auf dieser Basis lässt sich am Beispiel von Helmholtz’ (1821-1894) Theorie des unbewussten Schlusses nachweisen, dass und wie Fichte mit seiner Theorie des Unbewussten auf die naturwissenschaftliche Psychologie Einfluss genommen hat.


Aufzeichnungen

Aufzeichnungen Archiv (12.2004 - 09.2008)

Bild und Ton werden aus dem Videostudio an einen „Streaming-Server“ vom Typ RealMedia übertragen. In diesen Server können Sie sich einwählen. Sie müssen über einen schnellen Zugang (z.B. DSL) verfügen.

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Boris Born | 17.05.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen