home
FuXML Entwicklung Nutzung News Kontakt

Konzeption

a) Didaktische und methodische Anforderungen

Die Lehrmaterialien der FernUniversität in Hagen sind Studientext und Arbeitsmaterial zugleich. Sie enthalten über die zu vermittelnden Inhalte hinaus differenzierte Hilfestellungen für das Selbststudium, z.B. Übungsaufgaben, Beispiele, Zusammenfassungen etc. Lehrtexte werden von Beginn an unter Rückgriff auf bewährte fernstudiendidaktische Prinzipien verfasst und weisen spezifische Gestaltungsformen auf. Dies findet seinen Ausdruck u.a. vor allem in Typografie und Design besonders auch einzelner Kurselemente. Lehrmaterialien an der FernUniversität in Hagen sind von daher über die unterschiedlichen Fachdisziplinen hinweg vergleichbar und entsprechen gewissen Mindestanforderungen hinsichtlich ihrer Gestaltungsprinzpien.

Dieses didaktisch-methodisch-gestalterische Anforderungsprofil hat sich über viele Jahre bewährt. Im Grundsatz findet es seine medienspezifisch angepaßte Entsprechung auch in virtuellen Lehrangeboten. Von daher war es klare Vorbedingung für die Entwicklung des FuXML-Redaktionssystems, die spezifischen Parameter bei der Konstruktion zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit der Etablierung neuer Lehr- und Lernwege geschaffen werden (z.B. unaufwändige Verfügbarkeit einzelner Inhaltsmodule etwa für virtuelle Seminare).

b) Grundgedanke

Bislang werden alle einzelnen Elemente eines Kurses mit ihrer spezifischen Struktur und Gestaltung in einer Datei gespeichert.

Beispiel
In einem Studienbrief soll ein bestimmtes Textelement ein Zitat sein. Es ist mit der Formatvorlage "Zitat" als Strukturform gekennzeichnet; gleichzeitig ist mit dieser Zuweisung aber auch eine bestimmte Gestaltung verbunden, z.B. eingerückt, kleinerer Schrifttyp und kleinerer Durchschuss als der "normale" Standardabsatz.

Und genau hier liegt das Problem: Die Zuweisung der Struktur ist korrekt – die damit verbundene Gestaltung kann je nach Ausgabemedium aber vollkommen unterschiedlich sein und deshalb möglicherweise manuelle Eingriffe für die Erstellung einer anderen Ausgabeversion nach sich ziehen.

Es erscheint sinnvoll, zukünftig die Inhalte datenbankbasiert unter strikter Trennung von Struktur und Gestaltung abzulegen. Strukturierte Inhalte können dann mittels verschiedener Gestaltungs- und Konfigurationsumgebungen je nach Ausgabemedium produziert werden.

In der Konsequenz bedeutet das:

Lehrende strukturieren die Inhalte, d.h. sie legen fest, welcher Art ein bestimmter Absatz, ein bestimmtes Element ist. Sie müssen differenzierte Gestaltungen nicht mehr selbst manuell vornehmen und können sich vorrangig auf die Abfassung von Inhalten konzentrieren.

Designer / Programmierer sind für die Programmierung unterschiedlicher für den Produktionsprozess erforderlicher Dateien zuständig, nehmen die kursspezifische Anpassung der Gestaltungsparameter vor und stellen diese den Lehrenden bereit.

Zu Beginn eines Projektes (z.B. Abfassung eines neuen Kurses) sind sog. Mediendesignvereinbarungen vorgesehen, in denen die Autorinnen und Autoren ihre Vorstellungen hinsichtlich des Design ihrer zu erstellenden Lehrmaterialien äußern. Diese werden entsprechend umgesetzt und über den Produktionsserver zur Verfügung gestellt.

Hinweis
Unterschiedlich aufgelöste Grafiken, multimediale Elemente etc. werden z.Zt. nicht über das Redaktionssystem, sondern mittels üblicher Tools erzeugt. Sie werden im Redaktionssystem lediglich abgelegt und verwaltet.

c) Praxis: Das XML-Format

Autorinnen und Autoren legen ihre Texte zukünftig im XML-Format ab. Erfassen, Bearbeiten und Strukturieren der Texte erfolgt in einem XML-Editor. Im Rahmen der Entwicklung des Redaktionssystems wurde der Editor "XMetaL" ausgewählt. Dieser kann aber jederzeit durch andere geeignete XML-Editoren ersetzt werden.

Bereits erstellte Texte (z.B. in Word) können in den XML-Editor übernommen werden; es werden spezielle Filter in Form von Makros bereitgestellt, die die Übernahme solcher Dateien optimieren. Sie sind auf der Grundlage der an der FernUniversität in Hagen existierenden Lehrmaterialen speziell entwickelt worden.

Texte im XML-Dokument müssen strukturiert werden. D.h., Absätze müssen – wie oben schon erwähnt – hinsichtlich ihrer Zuordnung und ihrer formalen Bedeutung erkennbar sein (eine Überschrift, ein Zitat, eine Fußnote, eine Definition etc. müssen jeweils als solche erkennbar sein). Dazu bedarf es einer DTD (Document Type Definition), d.h. einer Sammlung von zuweisbaren Strukturelementen. Im Redaktionssystem existiert gegenwärtig nur eine DTD – sie gilt für alle Lehrmaterialien der Hochschule und bietet alle spezifischen Möglichkeiten der Strukturierung. In diesem XML-Dokument werden nur strukturierte Inhalte, aber keine Formatierungen i.S. der Gestaltung hinterlegt.

Hinsichtlich der Akzeptanz besonders des XML-Editors, also dem Instrumentarium, mit dem zukünftig gearbeitet wird, war es dem Entwicklungsteam wichtig, der gewohnten Wysiwyg-Darstellung gebräuchlicher Programme wie z.B. Word so nahe wie möglich zu kommen. Deshalb wurde eine sog. Darstellungs-CSS (Cascading Style Sheet) entwickelt, die den Nutzerinnen und Nutzern des Editors zumindest eine Anmutung der Gestaltung des Textes gibt, obwohl dieser zum Zeitpunkt der Erfassung keine Formatierung i.S. von Gestaltung für die beiden Ausgabeformate besitzt.

Darüber hinaus helfen Makros bei der Strukturierung des Textes, bei der automatischen Generierung von Elementen und bei der Spezifizierung der Attribute. Sie entlasten zudem den Autor von Verwaltungsaufgaben und organisieren die Handhabung benutzerfreundlich.

Auf der Grundlage des Zusammenspiels dieser gesamten Editionsumgebung entsteht dann ein XML-Dokument mit entsprechend nach den Maßgaben der DTD erstellten Strukturierungen.
Die Arbeit der Autorinnen und Autoren ist mit der Erstellung und Speicherung der XML-Datei im Grunde beendet.

Ausgabemedien

Das XML-Dokument ist die Grundlage für Cross Media Publishing. Über die Verbindung von Dokumentenstruktur (DTD), Ausgabeformaten (XSL) und Gestaltungsfiltern (CSS) kann nun ohne zusätzlichen manuellen Aufwand der Produktionsprozess erfolgen.

d) Produktionsprozess

Die XML-Datei wird an den Produktionsserver übergeben; der eigentliche Produktionsprozess, der jederzeit angestoßen werden kann, erstellt – je nach Wunsch – eine oder beide Ausgabemedien: die Datei für das gedruckte Lehrmaterial in Form einer PDF-Datei (= Ausgabe- bzw. Transportmedium für Offset- oder Digitaldruck) und die Dateien für die Webausgabe in Form von HTML-Dateien (= Basis für eine CD-ROM oder die Onlinepublikation).

Ziel ist, dass die PDF-Datei das gewohnte Aussehen der schriftlichen Studienmaterialien erhält und die Online- bzw. CD-Dateien ebenso im gewünschten Design präsentiert werden kann, inclusive aller Navigationen, Hyperlinks und Steuerungen sowie der Integration der multimedialen Elemente. Das alles erfolgt innerhalb der Produktion ohne manuellen Eingriff.

Damit diese beiden Ausgaben als Cross Media Publishing erfolgen können, ist eine bestimmte Konfigurationsumgebung notwendig: dem Produktionsserver werden über die config.xml die erforderlichen Parameter für die Erstellung der beiden Ausgabeversionen mitgeteilt. Die Design-Dateien steuern die Gestaltung für die Webausgabe.

Ausgabemedien

Auf den Produktionsserver kann jederzeit zugegriffen werden; es ist möglich, sich wann immer das gewünscht wird, beide Ausgabenmedien im jeweils entsprechenden Entwicklungsstand anzeigen zu lassen.

Das Redaktionssystem FuXML ermöglicht über seine spezifische Art der Konstruktion die modulare Verfügbarkeit der Inhalte und die individuelle Auswahl und Zusammenstellung von Lernszenarios im Studiensystem.

zum Seitenanfang