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Kolloquium

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Thema:

Extrablätter und Untergrundzeitungen. Die Entwicklung der deutschsprachigen Presse in DSWA während des Ersten Weltkrieges

Referent/-in: Tobias Döpker
Adresse: FernUniversität Hagen
Neubau KSW, Universitätsstraße 33
Gebäudeteil B, Raum B 0.025
Termin: 02.09.2014, 18:15 Uhr

In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich die Rolle der deutschsprachigen Zeitungen innerhalb der deutschen Kolonien in Afrika, Asien und in der Südsee. Insbesondere in den beiden Siedlungskolonien Deutsch-Ostafrika (DOA) und Deutsch-Südwestafrika (DSWA) sowie in dem chinesischen Pachtgebiet Kiautschou konnte sich nach Inbesitznahme der Territorien an der Schwelle zum 20. Jahrhundert eine differenzierte deutschsprachige Presselandschaft entwickeln, die nicht nur die Interessen verschiedener Gruppierungen wie Siedler, Kaufleute und Industrie im Schutzgebiet vertrat, sondern auch im Wettbewerb untereinander stand. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dem Beginn der Kampfhandlungen in Übersee fand die fast 20-jährige Entwicklung der kolonialen Medienlandschaft jedoch ein jähes Ende. Eine Sonderrolle für die Phase des Ersten Weltkrieges nimmt aber das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika ein. Hier gab es nach der Besetzung der Kolonie durch Truppen der Südafrikanischen Union nicht nur eine Wiederbelebung der deutschsprachigen Presselandschaft, die sich unter anderem auch durch eine Kontinuität der handelnden Personen (Schriftleiter und Redakteure) auszeichnete, sondern sich auch durch die Existenz verschiedener Untergrundzeitungen hervortat. Besonders zu betonen ist, dass mit dem „Kriegsboten“ eine afrikanische deutschsprachige Presse entstand, die sich – wenn auch zunächst zwangsweise – von den kolonialen Kontakten zum Reich emanzipierte. Diesen Entwicklungsweg setzte die bis heute in Windhoek erscheinenden „Allgemeinen Zeitung“ fort.

12.08.2014
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