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Kolloquium

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Thema:

Die technische Literatur der Antike und ihre mittelalterlichen Leser. Das Beispiel der römischen Agrimensoren.

Referent/-in: Uta Kleine, Hagen
Adresse: FernUniversität Hagen
Neubau KSW, Universitätsstraße 33
Gebäudeteil B, Raum B 0.025
Termin: 05.09.2017, 18:15 Uhr

Das Mittelalter hat zwar eine Reihe technischer Innovationen hervorgebracht, aber keine genuine technische Literatur. Referenzautoritäten blieben in Bereichen wie der Architektur, Wasserversorgung, Kriegstechnik und dem Ackerbau die Handbücher aus der römischen Antike, die besonders im 9. Jahrhundert intensiv rezipiert wurden. Dies gilt auch für die hochspezialisierte Literatur zur römischen Landvermessung, die dem Handschriftenbefund zufolge am Kaiserhof und in den karolingischen Reichsklöstern besonderes Interesse fand, obwohl die hier beschriebenen Techniken und die ihnen zugrundeliegenden Raum- und Herrschaftsverhältnisse längst obsolet geworden worden waren. Der Hintergrund dieses Interesses, die allmählichen intellektuellen Transformationen des antiken Wissensbestandes und seine Überführung in neue Anwendungsformen ist Gegenstand des Vortrags, der sich im Schnittfeld von Raum-, Überlieferungs- und Wissensgeschichte bewegt.

Karin Gockel | 27.07.2017
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