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Profil

Das Lehrgebiet "Geschichte Europas in der Welt" verfolgt in Lehre und Forschung eine globalhistorische Perspektive. Wir befassen uns mit Interaktionen zwischen Europa und der außereuropäischen Welt, und zwar in beiden Richtungen, also in ihren Rückkoppelungen und Wechselwirkungen. Dabei setzen wir drei Hauptakzente:

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  1. Zunächst heben wir hervor, dass die Veränderungen in der überseeischen Welt, die sich seit dem 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit Kolonialismus und Imperialismus in formeller wie informeller Gestalt abspielten, ebenso sehr vom kreativen Umgang der Gesellschaften und Kulturen Asiens, Afrikas, Amerikas und Australiens mit der westlichen Herausforderung bestimmt wurden wie durch den Zugriff der nördlichen Metropolen.
  2. Zum Zweiten thematisieren wir Kontakte und Austauschprozesse auf einer Süd-Süd-Schiene. Sie waren zwar insofern europäisch angestoßen, als die Expansion erstmals alle Kontinente der Welt vernetzte. Ihr Charakter und ihr Verlauf jedoch wurden wesentlich von Dynamiken aus der südlichen Hemisphäre mitbestimmt.
  3. Schließlich gilt unser Interesse der Süd-Nord-Dimension der Expansion. In ihr wurden Güter, Wissen und Ideen nach Europa transferiert und dort verarbeitet. Die Rückwirkungen der Expansion brachten wirtschaftliche und soziale Gewinne für bestimmte Gruppen oder Individuen, veränderten aber in verschiedenen Transformationsstufen und -stadien auch vielfältig und tiefgreifend alltägliche Lebensformen und Konsumgewohnheiten ebenso wie wissenschaftliche Weltsicht.


Auch wenn ein deutlicher Akzent auf Europa liegt, vermeiden wir eine eurozentrische Perspektive im Sinne einer verklärenden Darstellung in der Tradition einer Kolonialgeschichte alten Typs. Wir sind lediglich insofern eurozentrisch, als wir uns für die Rolle Europas in der frühen Globalisierungsgeschichte interessieren und dafür, wie sich Europa selber im Zuge dieser Entwicklungen veränderte. Außerdem thematisieren wir in unseren Kursen und Präsenzveranstaltugnen regionalhistorische Zusammenhänge, wobei wir uns bemühen, .Asien, Lateinamerika, Afrika und Australien/Ozeanien gleichermaßen zu berücksichtigen.

Das Lehrgebiet ist derzeit in den Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften“ und in den Master-Studiengang „Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“ eingebunden. Im B.A. bieten wir neben spezielleren Themen wie „Europäische Expansion und außereuropäische Schriftkulturen“ auch eine allgemeine Einführung in die Geschichte der Europäischen Expansion an. Zum M.A. gehört ein kompaktes Modul „Ausbreitung der Moderne: Europa und die Welt“, das neben Angeboten zur lateinamerikanischen, australischen und südostasiatischen Geschichte einen Kurs zum Thema „Übersee in unserem Alltag. Die Rückwirkungen der Europäischen Expansion seit dem 16. Jahrhundert“ beinhaltet. Über unsere Homepage ist als Serviceangebot die „Bibliographie: Außereuropäische Geschichte in der deutschsprachigen Forschung“ abrufbar, die wir regelmäßig zu aktualisieren versuchen.

02.04.2015
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen