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Praktische Numismatik: Eine Einführung in die antike und mediävistische Münzkunde

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Thema:

Praktische Numismatik: Eine Einführung in die antike und mediävistische Münzkunde

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G3; BA KuWioF: Modul 4; Modul 5; (BA Kulturwissenschaften Modul G2/M4, G3/M5)
Ort: Duisburg
Adresse: Stadt- und Kulturhistorisches Museum Duisburg
Johannes-Corputius-Platz 1
47049 Duisburg
Termin: 09.07.2013 bis
10.07.2013
Zeitraum: Di, 09.07.2013, 9:00 - 18:00 Uhr,
Mi, 10.07.2013, 9:00 - 18:00 Uhr
Leitung: Christian Urs Wohlthat, M.A.
Ralf Althoff, M.A. , Stadt- und Kulturhistorisches Museum Duisburg
Anmeldefrist: 09.06.2013
Anmeldung: Online-Anmeldung - Teilnahmebegrenzung!
Auskunft erteilt: E-Mail: Christian Urs Wohlthat
Telefon: (02331) 987-2111
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Als Historiker legen wir das Augenmerk grundsätzlich auf die Schrift und beschäftigen uns mit Texten, die entweder als zeitgenössische Quelle oder moderne Darstellung vorliegen. Gerade die antiken und mittelalterlichen Kulturen produzierten jedoch verhältnismäßig wenig reine Textmedien, sondern verbanden Text und Bild oft zu dualen Medien. Münzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Kommunikationsmitteln, die Text und Bild kombinieren. Dennoch sind sie in der Forschung stark unterrepräsentiert, gelten in Museen als schwierig auszustellen und sind daher zu weiten Teilen unerschlossen. Dennoch bieten Münzen durch ihre geringe Größe, die hohe Anzahl erhaltener Exemplare und die extreme Diversität hervorragende Forschungsmöglichkeiten: Sie sind 2000 Jahre vor Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern eine erste Form mechanischer Massenproduktion. Da sie seit 2500 Jahren im Kulturraum Alteuropas ununterbrochen existieren, beziehen sich Bildprogramme sowohl auf andere Münzen als auch auf weitere Medien. Wirtschaftsgeschichtlich ist besonders die Frage nach dem Unterschied zwischen Materialwert und Nominalwert interessant, da die Antike Inflation als Problem ebenso wie moderne Wirtschaftssysteme kannte.

Die Veranstaltung führt in die Numismatik an Hand antiker und mittelalterlicher Münzen ein und stellt das praktische, „begreifende“ Arbeiten mit Münzen in den Mittelpunkt. Inhaltliche Fragen sind:

- Wie funktionierten Münzen in Alteuropa?

- Aus welchem Anlass wurden Münzen geprägt?

- Wer erlaubte Prägungen und wer führte sie aus?

- Wie hängen Text und Bild auf den Emissionen zusammen?

- Wie thematisieren Münzen Identitäten?

Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg statt, das die Köhler-Osbahr-Sammlung hütet, aus deren Inventar die Veranstaltung gespeist wird. Für das praktische Arbeiten wird eine Kenntnis des griechischen Alphabets hilfreich sein, Sprachkenntnisse sind aber nicht nötig. Ein kurzer Reader wird bereitgestellt werden. Als Einführungsliteratur vorab empfehle ich (in absteigender Priorität):

- Howgego, Christopher [u.a.]: Geld in der antiken Welt. Was Münzen über Geschichte verraten. Stuttgart 2000.

- Howgego, Christopher J.: Coinage and Identity in the Roman Provinces. In: Howgego, Christopher J. [u.a.] (Hg.). Coinage and identity in the Roman Provinces. Oxford, New York, 2005, S. 1–17.

- Eckhardt, Benedikt: Geld, Macht, Sinn. „Überpekuniarisierte Systeme“ im Athen des fünften und vierten Jahrhunderts v. Chr. In: Eckhardt, Benedikt/Martin, Katharina (Hg.). Geld als Medium in der Antike. Berlin, 2011, S. 14–56.

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen