Logo

Dynastie – Familie – Adelshaus

Illustration
Thema:

Dynastie – Familie – Adelshaus
--- ausgebucht! ---

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G3; Modul G5; BA KuWioF: Modul 5; Modul 11A; MA EuMo: Modul 2E; Modul 5G; Magister Geschichte, Abschlussphase
Ort: Karlsruhe
Adresse: Regionalzentrum Karlsruhe
Kriegsstraße 100 (Postbankgebäude)
2. Obergeschoss
76133 Karlsruhe
und
REM Mannheim (Sonntag)

http://www.fernuni-hagen.de/karlsruhe/
Termin: 13.12.2013 bis
15.12.2013
Zeitraum: Freitag, 13. 12. 2013, 17.00 Uhr bis Sonntag, 15. 12. 2013, ca. 15.00 Uhr (Freitag/ Samstag in Karlsruhe; Sonntag Ausstellung Mannheim, ev. auch noch Heidelberg)
Leitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Gerda Brunnlechner, M.A.
Anmeldefrist: Online-Anmeldung bis 01.10.2013
Anmeldung: Teilnahmebeschränkung --- Mit der Anmeldung verpflichten Sie sich, ein Referat oder eine vergleichbare Aufgabe zu übernehmen.
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752
E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987- 2120

In vormodernen Gesellschaften traten weniger Individuen miteinander in Beziehung denn Gruppen von Menschen, die dauerhaft, auf Zeit oder sogar ad hoc konstituiert waren und deren "raison d'etre" ebenso Blut und Erbe wie andere gemeinsame Interessen und Rechtsakte sein konnten, sehr oft aber auch Mischungen aus beiden. Alle drei Begriffe, die über dieser Präsenzveranstaltung stehen, zielen auf unterschiedliche Weise auf das Phänomen der Adeligen Herrschaftsorganisation, und ein Schwerpunkt des Seminars wird die Auseinandersetzung mit der Forschungsdiskussion um diese Konzepte sein.

Beispielhaft wenden wir uns dabei der Familie der Wittelsbacher zu, ihrem Aufstieg zwischen anderen, zum Teil höherrangigen Adelsfamilien (wie den Andechs-Meraniern) und ihrer “Erfolgs-geschichte” und damit den Elementen, die im spektrum zwischen Struktur, Planung und Zufall dazu geführt haben, daß die Familie anders als die meisten anderen mittelalterlichen Adelshäuser bis heute existiert.
Die Wittelsbacher herrschten mehr als 600 Jahre über Bayern sowie über die rheinische Pfalz, die der Wittelsbacher Otto (II. in moderner Zählung) 1214 erheiratete durch Ehe mit der pfälzischen Erbtochter Agnes: eine der vornehmsten Fürstenwürden im Reich (Reichsvikariat, Kurwürde), zu der die Familie wegen ihrer guten Verbindungen zu den Staufern aufsteigen konnte. Obgleich Kai-ser Ludwig IV., der Bayer, (1314–1347), der römische König Ruprecht von der Pfalz (1400–1410) sowie Kaiser Karl VII. (1742–1745) Wittelsbacher waren und die Wittelsbacher nach Ludwig niemals den Anspruch aufgaben, einer der königswürdigen Dynastien des Reiches zu sein, gelang es ihnen doch niemals, eine Königsdynastie zu etablieren. -- Hausintern stellen die Wittelsbacher eine in vielen typische Adelsfamilie dar. Aufgrund von Erbschaftsregelungen kam es wiederholt zu Aufteilungen in Linien, die mit Teilgebieten des Hausbesitzes und der Herrschaften ausgestattet wurden: 1410 waren es acht, 1505 noch fünf Linien. Neue Teilungen konnten ab 1506 durch eine Übereinkunft zur Primogenitur verhindert werden. Schon früher wurde trotz der vielen Teilungen stets an der Vorstellung von der Einheit des Gesamthauses in allen seinen Linien sogar über Familienfehden hinweg in Hausverträgen (1310, 1329, 1392/93, 1410 und 1472) festgehalten. Dies wird auch in dem Titel „Pfalzgraf, bei Rhein, Herzog in (Ober- und Nieder-)Bayern“, den alle Wittelsbacher führten sowie in den heraldischen Symbolen deutlich. Auch Genealogien und Grablegen geben Hinweise auf Inszenierung und Selbstverständnis des Adelshauses.

Anlaß der Präsenzveranstaltung ist nicht zuletzt die große Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein“ in Mannheim, deren ersten Teil (1214 bis 1504) wir mit Führung besuchen werden und deren zweiten Teil (die neuzeitliche Epoche bis 1803) sich die Studierenden selbständig erarbeiten sollen, stets mit Blick auf Inhalte und Konzepte.


Zur Vorbereitung empfohlene Literatur:

  • Fried, Johannes, Der karolingische Herrschaftsverband im 9. Jahrhundert, in: Historische Zeit-schrift 235 (1982) 1-43
  • Holzfurtner, Ludwig, Die Wittelsbacher. Staat und Dynastie in acht Jahrhunderten, Stuttgart 2005
  • Moeglin, Jean-Marie, Dynastisches Bewußtsein und Geschichtsschreibung. Zum Selbstverständ-nis der Wittelsbacher, Habsburger und Hohenzollern im Spätmittelalter, in: Historische Zeitschrift 256 (1993) 593-635; sep. München 1993 (Schriften des Historischen Kollegs. Vorträge. 34)
  • Oexle, Otto Gerhard, Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, in: Wehler, Hans-Ulrich(Hg.), Europäischer Adel 1750 – 1950, Göttingen 1990, 19-56
  • Peltzer, Jörg/ Schneidmüller, Bernd/ Weinfurter, Stefan/ Wieczorek, Alfried(Hg.), Die Wittels-bacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsschichte?, Regensburg 2013
  • Rödel, Volker(Hg.), Der Griff nach der Krone. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein im Mittelalter. Be-gleitpublikation zur Ausstellung Karlsruhe 2000, Regensburg 2000
  • Schmid, Karl, Zur Problematik von Familie, Sippe und Geschlecht, Haus und Dynastie beim mit-telalterlichen Adel. Vorfragen zum Thema "Adel und Herrschaft im Mittelalter", in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins NF 66 (1957); wieder in: ders., Schmid, Karl, Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge. Festgabe zu seinem 60. Geburts-tag, Sigmaringen 1983, 183-44

Anmeldeschluss ist der 01.10. 2013. Erst dann wird über endgültige Zusagen entschieden!

Mit der Anmeldung verpflichten Sie sich, ein Referat oder eine vergleichbare Aufgabe zu übernehmen.

„Die Wittelsbacher am Rhein“
I: 1214 bis 1504 (Museum Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen);
II: die neuzeitliche Epoche bis 1803 (im kurfürstlichen Barockschloss der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg)
Darüber hinaus beteiligen sich die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben, das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das Kurpfälzische Museum Heidelberg und Schloss Erbach im Odenwald mit weiteren Ausstellungsteilen am Wittelsbacherjahr 2013.

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen