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Präsenzveranstaltung

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Thema:

--ENTFÄLLT--Schriftkultur und Herrschaftspraxis: Kanzleiorganisation und Urkundenproduktion an der römischen Kurie im Hochmittelalter

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G3; BA KuWioF: Modul 4; Modul 5; MA EuMo: Modul 1E; Modul 2E; weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
Seminarraum 4+5, OG
Universitätstr. 33
58097 Hagen

Termin: 13.12.2013 bis
14.12.2013
Zeitraum: Fr. 13.12.13, 16:00 - 20:00 Uhr
Sa. 14.12.13, 10:00 - 18:00 Uhr
Leitung: Dr. Uta Kleine
Anmeldefrist: 15.11.2013
Anmeldung: keine Teilnahmebeschränkung
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Uta Kleine
Telefon: +49 2331 987-4324
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Spätestens seit das Reformpapsttum im 11. Jahrhundert den Anspruch des Papstes auf die universale christliche Herrschaftsgewalt formulierte (Gregor VII.), wurde die römische Kurie zu einer wichtigen politische Schaltzentrale Alteuropas. Der Papst verstand sich als universaler Monarch der gesamten lateinischen Christenheit. Dies nicht nur aus eigenem Anspruch, sondern auch deswegen, weil Christen aus der ganzen lateinischen Welt ihre Rechtsanliegen nach Rom trugen, um (unter Umgehung lokaler Instanzen) vom Papst eine höchstrichterliche Entscheidung zu erwirken. Eine solche „Herrschaft auf Antrag“ erforderte eine leistungsfähige Bürokratie. Tatsächlich wurde seit dem 12. Jahrhundert mit neuen Formen schriftgestützter Kommunikation experimentiert. Die Kurie begann, personelle und institutionelle Netzwerke zu schaffen, die diese neuen Formen des wachsenden politischen Einflusses gewährleisteten: Legaten, delegierte Richter, Inquisitoren. Eine wichtiges Instrument der Macht war die Kanzlei, damals ganz wörtlich die die oberste Schriftbehörde, die im 12. und 13. Jahrhundert ausgebaut und reorganisiert wurde. Es kann kein Zweifel bestehen das die hier entwickelten standardisierten Schriftguttypen (Urkunden, briefliche Weisungen, Verhandlungs- und Verhörprotokolle) und die zunehmend effizienten Techniken der Transmission und Speicherung des schriftvermittelten Wissens einen Grundpfeiler päpstlicher Machtausübung darstellten und für die weltlichen Fürsten vorbildhaft wirkten.

Mit diesen neuen Formen des Schriftgebrauchs und seinen politischen und gesellschaftlichen Funktionen wollen wir uns in diesem Seminar anhand von Quellen und weiterführender Literatur beschäftigen. Hierbei sollen nicht nur die innovativen Aspekte des päpstlichen Schriftwesens angesprochen werden, sondern auch die Aporien und Grenzen dieses Prozesses: Nicht immer lief dieses Tun nämlich geradlinig auf ein bestimmtes Ziel hinaus. Einerseits haben sich dem Papsttum mit der intensiven Nutzung der Schrift zwar neue Handlungsräume und -horizonte erschlossen, anderseits ist die Kurie auch immer wieder an technische und strukturelle Grenzen des Informationsaustausches und der Einflussnahme gestoßen. Vergleiche mit gegenwärtigen medialen Wandlungsprozessen liegen auf der Hand.

Die Übernahme von Kurzreferaten wird erwartet; Prüfungsleistungen (Hausarbeiten, mündliche Prüfungen) sind in den genannten Modulen im Anschluß an das Seminar und besonders die Referate möglich. Arbeitsmaterialien für das Seminar sowie eine Liste von Referatthemen werden baldmöglichst auf einer Moodle-Plattform bereitgestellt. Wer sich für ein Referat interessiert, möge sich möglichst bald mit mir in Verbindung setzen. Studierende mit Lateinkenntnissen sind besonders gefragt. Wer hier kompetent ist, möge sich doch zur Vorbereitung der ein oder anderen Quelle bitte bereithalten und rasch melden.

Zum Einlesen wird empfohlen:

  • Horst Fuhrmann, Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt VI., 4. Aufl. 2012 (Beck‘sche Reihe 1590)

Übernachtung
Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie in der Bildungsherberge des ASTA (ca. 2 km Entfernung) oder unter der Unterkunftsvermittlung der Touristik Hagen. Alle unter "Hagen-Nord" aufgeführten Pensionen und Hotels sind empfehlenswert und befinden sich in erreichbarer Nähe (max. 4 km). Das neu eröffneten Campushotel liegt gegenüber der FernUniversität. Die Jugendherberge Hagen (die Sie als Studierende der FernUniversität ohne JH-Ausweis benutzen können) ist ca. 2,5 km vom Campus der FernUniversität entfernt.

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen