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Miltenberg

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Thema:

Territorialstädte - Stadt und Stadtherr

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G3;
Ort: Miltenberg
Adresse: Hotel Restaurant Brauerei Keller Hauptstraße 66-70
63897 Miltenberg/Main
www.hotel-brauerei-keller.de
Tel.: 09371/5080
Termin: 21.10.2016 bis
23.10.2016
Zeitraum: Freitag, 21.10.2016, 16:00 - 20:00 Uhr
Samstag, 22.10.2016, 9:00 - 18:00 Uhr
Sonntag, 23.10.2016, 9:00 - 14:00 Uhr
Leitung: Dr. Andrea Clemens
Dr. Bernd Fuhrmann
Anmeldefrist: bis 25.09.16
Anmeldung: Die Veranstaltung findet als Kooperation des Studiengangs "Historische Stadt" des Zentrums für kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck der Universität Lübek sowie der FernUniversität Hagen statt. Die Teilnehmerzahl ist daher auf jeweils 15 für den Studiengang Historische Stadt und 15 für die FernUniversität begrenzt.
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Andrea Clemens
E-Mail: Dr. Bernd Fuhrmann
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Miltenberg, unterfränkische Kreisstadt und sich selbst so bezeichnende „Perle des Mains“, sowie Wertheim, obschon östlich davon, dennoch wiederum in Baden-Württemberg gelegen, sind Stationen eines Präsenzseminars im Oktober 2016, welches sich dem Thema "Territorialstädte - Stadt und Stadtherr" widmet. Die Veranstaltung findet als Kooperation des Zentrums für kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck der Universität Lübeck, Fernstudium "Historische Stadt", sowie der FernUniversität Hagen statt. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 15 seitens der beiden Hochschulen begrenzt.

Vorbemerkungen

Eine Nutzung erfuhr der Miltenberger Raum bereits in der Bronzezeit, und mit der Verlegung des Odenwaldlimes entstanden hier zwei Kastelle, die nach Zerstörung 233 und Wiederaufbau, das eine verkleinert, um 260 aufgegeben wurden. Auch Merowinger und Franken errichteten kleine Befestigungsanlagen; wo das größere Kastell gewesen war, entstand Ende des 12. Jahrhunderts im Zuge der Binnensiedlung die den Pfalzgrafen zugehörige Siedlung "Walehusen". Um 1200 dürfte es gewesen sein, dass der Mainzer Erzbischof vermutlich als Gegenanlage eine Burg errichten ließ (erste urkundliche Erwähnung 1226), um 1230 dann die Siedlung Miltenberg, welche erstmals 1237 als Stadt bezeichnet wurde. Um 1240 ließ der Erzbischof die ältere Siedlung Wallhausen zerstören, die Bewohner siedelten vermutlich um. Eine gute Verkehrslage mit Hafen förderte den Handel, und in Miltenberg saß der Mainzer Burggraf, ebenso befand sich dort die Amtskellerei. Bis 1379 erreichte die Mauer ihre heutige Dimension, in das gleiche Jahr fallen die Ersterwähnungen von Rathaus und zwei Stadttoren. Wechselvoll die weitere Geschichte, nicht zuletzt durch den 30jährigen Krieg. Zu einem Einbruch der Weinernten führte besonders die Kleine Eiszeit seit dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts, die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich deutlich. 1806 fiel Miltenberg an Baden, 1810 an Hessen-Darmstadt, 1816 schließlich an Bayern. Tourismus und mittelständische Industrie prägen das heutige Bild. In der Region konkurrierten über Jahrhunderte die Mainzer Erzbischöfe, die Würzburger Bischöfe, die Pfalzgrafen, die Grafen von Wertheim und zahlreiche weiteren Herren.

Für den Sonntag ist ein Besuch des 25km mainaufwärts gelegenen Wertheim vorgesehen. Die an der Mündung der Tauber in den Main gelegene Stadt war jahrhundertelang Mittelpunkt einer Grafschaft, deren oberhalb der Altstadt gelegener herrschaftlicher Sitz heute noch ein Wahrzeichen ist, und kam 1806 zum Großherzogtum Baden. Laut Wikipedia besteht „die Kernstadt .. bis heute aus mittelalterlichen Gassen und zahlreichen nach oben vorspringenden Fachwerkhäusern und weiteren Kunst- und Baudenkmälern um einen zur Kirche und Burg ansteigenden Marktplatz.“

Themen

Die Übernahme von Referaten (nicht länger als 20 Minuten) seitens der Teilnehmer ist erwünscht. Zur Absprache bitte unbedingt bei einem der beiden Seminarleiter (s.o.) melden. Folgende Themen sind denkbar, dabei dürfen auch gerne andere kleine Städte herangezogen werden:

  • Der Obergermanisch-Rätische Limes (seit 2005 UNESCO-Welterbe), Bedeutung für Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung
  • Lorscher Fehde. Im Verlauf dieser Fehde (zwischen dem Pfalzgraf bey Rhein und dem Mainzer Erzbischof) wurde Wallhusen zerstört, eine Stadt, die auf dem Kohortenkastel entstanden war.
  • Mainz und Würzburg: Geistliche Territorialherren als Stadtherren.
  • Neunstädtebund: ab der Mitte des 14. Jh. formierte sich im Mainzer Oberstift der Neunstädtebund. Im Bauernkrieg schlug sich dieser auf die Seite der Bauern. Der Ausgang des Kriegs bedeutete die Unterwerfung unter die Landesherrschaft.
  • Hexenverfolgung am Beispiel von Miltenberg
  • Johannes Drach, Theologe, Reformator
  • Siedlungsgenese am Neckar-Odenwaldlimes
  • Landwirtschaft und Stadt
  • Weinbau und -handel
  • Handel und Verkehrsinfrastruktur in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
  • Die Rolle der Städte im Erzbistum Mainz
  • Bauernkrieg und Städte im Odenwald
  • Die Bedeutung der Eisenbahn für die Erschließung des ländlichen Raums-
  • Terrritorialpolitik": Die Konkurrenz zwischen Erzstift Mainz, Bistum Würzburg, die Grafen von Wertheim und weitere Herren
  • Handwerk in kleinen Städten

Einführende Literatur

Über die Entwicklungen nicht nur in diesem Grenzgebiet (Erzstift Mainz, Kurpfalz, Bistum Würzburg, Grafschaft Wertheim, Herrschaft Rieneck) informieren ausführlich folgende Bände mit weiteren regionalen Untergliederungen:

  • Peter Kolb (Hg.), Unterfränkische Geschichte, 5 Bde., Würzburg 1989 ff.
  • Zu Miltenberg als Einstieg:
    Wilhelm Otto Keller, ;...bei Bayern viel verloren." Die Stellung der Stadt Miltenberg im Erzstift Mainz und im Königreich Bayern, in: Bernhard Kirchgässner/Ders. (Hg.), Stadt an der Grenze (Stadt in der Geschichte, 16), Sigmaringen 1990, S.9-38.
  • Zu Wertheim:
    Hermann Ehmer, Geschichte der Grafschaft Wertheim, Buchheim 1989.

Ansonsten:

  • „Chronik der Stadt Miltenberg“ von Michael Joseph Wirth von 1890 („Wirth’sche Chronik“), Nachdruck von 1987 im „Verlag für Kunstreproduktion“ – ISBN 3-923006-58-6
  • Festschrift "750 Jahre Stadt Miltenberg 1237 - 1987", Herausgegeben von der Stadt Miltenberg 1987
  • „Chronik der Stadt Miltenberg 1850 – 1926“ von Jakob Josef Schirmer (zwei Bände, „Schirmersche Chronik“), Hrsg.: Stadtwerke Miltenberg 2004 – ISBN 3-00-013149-3
  • „775 Jahre Stadt Miltenberg 1237 – 2012“, Beiträge zur Stadtgeschichte, Wilhelm Otto Keller („Kellersche Chronik“), Hrsg.: Stadt Miltenberg 2012 – ISBN 978-3-87707-864-8

Während des Bauernkriegs verfasste im Mai 1525 der Miltenberger Keller (Amtmann) Friedrich Weygandt einen relativ umfassenden Reformentwurf, der weit über die sonstigen bäuerlichen Beschwerdeschriften hinaus reichte, Forderungen zur Reichsreform erhob und reformatorisches Gedankengut gleichfalls einschloss. Diese Quelle soll, zumindest in Teilen, während der Präsenzveranstaltung eingehender thematisiert werden.

Zu spezielleren Themen:

  • Rudolf Vierengel: Miltenberg und seine Burg, Miltenberger Schriften zu Geschichte und Kultur am Main, Miltenberg 1979
  • „Weistümer, Ordnungen und Satzungen der Fischer- und Schifferzunft zu Miltenberg 1379 – 1919“ von Walter M. Brod und Otto Meyer. Mainfränkische Hefte, Heft 85 – 1988, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e. V. Würzburg.
  • Wilhelm Otto Keller (Hrsg.), Hexer und Hexen in Miltenberg und der Cent Bürgstadt: Beiträge zur Geschichte der Hexenprozesse am südlichen Untermain, Stadt Miltenberg, Volksbildungswer, 1989.

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Irmgard Hartenstein | 13.07.2016
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