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Präsenzveranstaltung

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Thema:

"Frauenherrschaften" – Familie und Verwandtschaft

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G3; BA KuWioF: Modul 5; MA EuMo: Modul 1E; Modul 2E; Modul 4G; Magister Geschichte: Haupt- und Nebenfach, weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Frankfurt
Adresse: Regionalzentrum Frankfurt/Main
Regionalzentrum Frankfurt am Main
Colosseo Frankfurt
(Sachsenhausen, altes Schlachthof-Gelände)
Walther-von-Cronberg-Platz 16
5. Obergeschoss
Seminarraum 3, Römer
60594 Frankfurt am Main

Termin: 12.01.2013 bis
13.01.2013
Zeitraum: Sa, 12.01.2013, 17:00 - 20:00 Uhr
So, 13.01.2013, 09:00 - 18:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Schmieder
Dr. Bettina Elpers
Anmeldefrist: bis 18.11.2012, Nachmeldefrist: 16.12.2012
Anmeldung: Wir bitten eindringlich, sich Ihre Anmeldung im Hinblick auf Ihre Teilnahme gut zu überlegen. Sollten Sie an dem Seminar doch nicht teilnehmen können, bitten wir Sie um baldmögliche Abmeldung.
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987-2120
E-Mail: Dr. Bettina Elpers
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Die Verwandtschaftsnetze, in die der europäische Adel im Mittelalter in vielfältiger Weise eingebunden war, wurden durch Frauen mitkonstituiert. Als Ehefrauen von Königen, Herzögen und Grafen übernahmen sie an der Seite ihrer Männer, aber auch in deren Abwesenheit und nach deren Tod als Regentinnen Herrschaftsaufgaben. Als Schwestern und Töchter standen sie oft als Äbtissinnen den von der Familie gegründeten Klöstern vor, durchaus nicht gänzlich von der Welt getrennt, blieben sie als Mitglieder der Familie am Herrschaftsgeschehen beteiligt. Über die Untersuchung der Partizipationsmöglichkeiten der weiblichen Angehörigen des adligen Hauses an weltlicher wie geistlicher Herrschaft soll zu einem besseren Verständnis der mittelalterlichen Herrschaftspraxis vorgedrungen werden. Diese wiederum ist nur wirklich zu erfassen, wenn man sie auf die Konzepte von Familie und Verwandtschaft bezieht. Folgerichtig werden wir uns diesmal auf einen konkreten Verwandtschaftsverband konzentrieren, nämlich dem der Ludowinger, Landgrafen von Thüringen. In deren Zentrum steht die Heilige Elisabeth als eine Frau, die sich fast hundertprozentig ihrer Herrschaftsaufgabe als Adlige entzogen und verweigert hat! Im direkten und weiteren Umfeld gibt es aber zahlreiche Frauen und Verwandtschaftsverhältnisse, die wir auf ihre Herrschaftsoptionen hin abklopfen können. Stichworte können hier sein: Heiratspolitik, Kulturtransfer, Traditionsvermittlung, Aufgabenverteilung, Handlungsräume und -grenzen, Geschlechterrollen, Verwandtschaftsrollen und –verhältnisse (Ehepartner, Schwiegerverwandte, Geschwister, Eltern-Kind, Tanten und Onkel), Lebensverläufe, -phasen und -abschnitte.

Eine begrenzte Anzahl von Kurz-Referaten kann gehalten werden; eine Themenliste wird rechtzeitig verfügbar sein. Doch werden auch Wünsche und Ideen der Teilnehmer wenn möglich berücksichtigt, allerdings sollten diese sich tatsächlich auf das Umfeld der Ludowinger beziehen.
Das Seminar kann zur Vorbereitung von schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen (Hausarbeiten, mündliche Abschluss- und Modulprüfungen; Abschlussklausuren) genutzt werden.

Vorbereitende Lektüre:
Diese ist bewusst breiter gewählt als das Thema und sollte auf verschiedene Forschungsansätze, Verwandtschafts- und Herrschaftskonzepte hin gelesen werden:

  • Bettina Elpers, Sola sedens domina gentium, principissa provinciarum: Die Beteiligung der Ludowingerinnen an der Landesherrschaft, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 46 (1996) 79-113
  • Daniela Müller-Wiegand, Vermitteln – Beraten – Erinnern. Funktionen und Aufgabenfelder von Frauen in der ottonischen Herrscherfamilie (919-1024), Kassel 2003
  • Claudia Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, Darmstadt 2011
  • Jörg Rogge (Hg.), Fürstin und Fürst. Familienbeziehungen und Handlungsmöglichkeiten von hochadeligen Frauen im Mittelalter (Mittelalter-Forschungen. 15), Sigmaringen 2004
  • Heide Wunder, Herrschaft und öffentliches Handeln von Frauen in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit, in: Ute Gerhard (Hg.), Frauen in der Geschichte des Rechts. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, München 1997, S. 27-54

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
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