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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Epochen des Bibelgebrauchs von der Antike bis zum 19. Jh.

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G3; Modul G4; Modul G5; BA KuWioF: Modul 4; Modul 5; MA EuMo: Modul 2E; MA GeEu: Modul I; Modul II; Modul III; Modul IV;
Ort: Wolfenbüttel
Adresse: Herzog August Bibliothek
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel
Termin: 05.06.2018 bis
08.06.2018
Zeitraum: Di, 05.06.2018, 9:00 Uhr
bis
Fr, 08.06.2018, 15:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Prof. Dr. Thomas Sokoll
Dr. Julia Breittruck
Anmeldefrist: 15.04.2018
Anmeldung: Teilnahmebeschränkung
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987-4752

Die Bibel ist ein zweiteiliges Buch, bestehend aus dem (hebräischen) Alten und (griechischen) Neuen Testament (AT, NT). Das Problem ist nur, dass der ‚Urtext‘ der Bibel als solcher nirgends greifbar ist, da wir nur Abschriften (von Abschriften von Abschriften...) haben, von denen wir nicht wissen (können), inwieweit sie dem ursprünglichen Wortlaut entsprechen. Zudem war im Frühchristentum gar nicht der hebräische Text des AT, sondern dessen griechische Übersetzung maßgebend (Septuaginta, LXX, 3./2. Jh. v. Chr.). Beim NT wiederum stand der Kanon zwar ab dem 3./4. Jh. n. Chr. eigentlich fest, doch abgesehen davon, dass in der ‚westlichen‘ Kirche der lateinische an die Stelle des griechischen Textes trat, waren im Mittelalter auch ‚Bibeln‘ gebräuchlich, die unvollständig oder von vorneherein nur als Einzelbücher gedacht waren (Evangeliare, Epistolare etc.), und es waren zusätzliche Bücher im Umlauf, die nicht zum Kanon zählten (Jakobus- und Thomasevangelium, Petrusapokalypse etc.). Als im Spätmittelalter und dann verstärkt in der Reformation die Bibelübersetzungen in die europäischen Nationalsprachen (die es auch schon lange vorher immer wieder gegeben hatte) mit ‚ketzerischen‘ Bewegungen einher gingen, wurde die Bibel endgültig zum blutigen Politikum.

Historisch betrachtet ist die Bibel somit ein ziemlich komplexen Gebilde, um dessen Wortlaut, Gestalt und Geltung ständig gerungen wurde. Der Streit um die Bibel ist daher (mindestens) so alt wie diese selbst. Das Seminar setzt sich zum Ziel, diesen Prozess an ausgewählten Beispielen und Themen zu verfolgen, und zwar so anschaulich wie möglich, sprich: an Hand von Textzeugen aus den Schätzen der Herzog August Bibliothek, die über eine der weltweit bedeutendsten Bibelsammlungen verfügt.

Zu den Themen, die wir behandeln wollen, zählen

  • Kanonisierung AT und NT
  • Bibelhandschriften (Codex Sinaiticus)
  • Bibelübersetzungen (LXX, Vulgata, Wulfila, Heliand u.a.)
  • Bibelgebrauch im MA (Alkuinbibel, Pariser Bibel; NT-Apokryphen/ Kindheitsevangelien)
  • Volkssprachliche Bibel in SpätMA und Reformation (Wycliff, Huss, Luther, Tyndale)
  • Bibeldrucke (ab 1450: Gutenberg B42/35, Luther 1522/1534, Complutense u.a.)
  • Moderne Bibelkritik (19./20. Jh.)

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt (20 Teilnehmende). Sobald die Anmeldefrist vorüber ist, werden wir Sie darüber informieren, ob Sie teilnehmen können. Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwarten wir die Erledigung eines kleinen Arbeitsauftrags (Referat eines Aufsatzes oder eines Buches, Moderation einer Quelleninterpretation). Eine Liste möglicher Beiträge sowie Material zur Vorbereitung des Seminars wird rechtzeitig auf Moodle veröffentlicht werden. Es wäre hilfreich, wenn Sie sich dann zügig mit uns in Verbindung setzen könnten wegen der Absprache eines solchen Beitrages.

Prüfungsleistungen (Hausarbeiten und mündliche Prüfungen) sind in Folge, nicht während des Seminars aufgrund des Seminarthemas und der Referate nach Absprache möglich und erwünscht.

Allgemeine einführende Literatur:

Aland, Kurt/Aland, Barbara, Der Test des Neuen Testaments, 2. erw. Aufl., Stuttgart 1989
Andresen, Gisela/ Andresen, Dieter/ Friedlander, Albert H., Die Bibel. Geschichte und Gegenwart, Stuttgart u.a. 2002
Gertz, Jan Christian (Hg.), Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments, 4. durchges. Aufl., Göttingen 2010 (UTB)
Metzger, Bruce M., The Canon of the New Testament. Ist Origin, Development, and Significance, Oxford 1987
Metzger, Bruce M., The Text of the New Testament. Ist Transmission, Corruption and Restauration, 3. erw. Aufl., Oxford 1992
Miller, Stephen/ Huber, Robert V. (Hg.), Die Bibel. Das Buch der Bücher und seine Geschichte, Stuttgart 2004
Niebuhr, Karl-Wilhelm (Hg.), Grundinformation Neues Testament. Eine bibelkundlich-theologische Einführung, 4. durchges. Aufl., Göttingen 2011 (UTB)
David Parker, Der Codex Sinaiticus. Geschichte der ältesten Bibel der Welt, Darmstadt 2012 (WBG)
Reclams Bibellexikon, hg. v. Klaus Koch u.a., 7. überarb. u. erw. Aufl., Stuttgart 2004
Roloff, Jürgen, Einführung in das Neue Testament, Stuttgart 1995 (Reclam)
Schmoldt, Hans, Das Alte Testament. Eine Einführung, Stuttgart 1993 (Reclam)
Van Liere, Frans, An Introduction to the Medieval Bible, Cambridge 2014
Würthwein, Ernst, Der Text des Alten Testaments, 5. neubearb. Aufl., Stuttgart 1988

Irmgard Hartenstein | 23.05.2018
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