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Stadtbücher

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Thema:

Stadtbücher

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G3; BA KuWioF: Modul 4; Modul 5; MA EuMo: Modul 2E;
Ort: Frankfurt
Adresse: Regionalzentrum Frankfurt/Main
Seminarraum "Paulskirche"
Termin: 16.01.2014 bis
18.01.2014
Zeitraum: Donnerstag, 16.01.14: 17 – 20 Uhr
Freitag, 17.01.14: 9 – 18 Uhr
Samstag, 18.01.14: 9 – 12 Uhr
anschließend: Rundgang durch das mittelalterliche Frankfurt, max. 2 Stunden
Leitung: Prof. Dr. Schmieder
Prof. Dr. Michael Rothmann
Anmeldefrist: 17.11.2013
Anmeldung: Teilnahmebeschränkung
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752
E-Mail: Prof. Felicitas Schmieder

In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover

Im Laufe des hohen und späten Mittelalters nahm in Europa und spezieller im Heiligen Römischen Reich die Schriftlichkeit immer mehr zu. Nicht zuletzt die pragmatische Schriftlichkeit in den sich ausbildenden und wachsenden Städten – seitens der (Fern)Kaufmannschaft, aber auch seitens einer (Rats)Verwaltung – trug dazu erheblich bei. So entstanden serielle Quellen in Form kontinuierlicher, oft jährlicher Buchführung, aber auch in Form von Sammlung sämtlicher aus- und eingehender Korrespondenz. Die Einzelüberlieferung ging in den größeren Städten sukzessive in eine Buchüberlieferung über, die wiederum häufig von Sachakten abgelöst wurde. Diese Formen der Überlieferung setzten in den deutschen Städten zu unterschiedlichen Zeiten ein. Sie benötigten grundsätzlich eine ganze Weile, um ansatzweise Vollständigkeit zu entwickeln, sind unterschiedlich strukturiert – und haben zudem in unterschiedlicher Weise die Jahrhunderte überdauert.
Die Königsstadt Frankfurt am Main gehört zu den kleineren unter den großen Städten im Reich (im 15. Jh. um die 10.000 Einwohner), ist aber zugleich einer der Zentralorte der Herrschaft ebenso wir der Wirtschaft und mit beidem der Kommunikation im Heiligen Römischen Reich und darüber hinaus. Hier wurde spätestens seit dem 13. Jahrhundert der König gewählt, hier fanden im Laufe der Jahrhunderte zahllose Hof- und dann Reichstage, Fürstentreffen, Kurfürstentage etc. statt; hier war der Sitz der größten zentraleuropäischen Messen, und so liefen viele politische Fäden bereits seit langer Zeit regelmäßig hier zusammen und formten auf der Basis einer verkehrsgeographisch zentralen Lage eine gewachsene, hervorragende politische und wirtschaftliche Infrastruktur. Frankfurt wurde auf dieser Basis eine der wichtigsten deutschen politischen Begegnungsstätten und eines der bedeutendsten Informationszentren des Reichs. Frankfurt blühte auch nachmittelalterlich weiter und gilt so heute als eine Stadt, in der spätestens am 18. und 20. März 1944 das Mittelalter unsichtbar wurde. Auch die mittelalterliche archivalische Überlieferung wurde schwer getroffen – doch wie in der Stadt bis heute viel mehr Mittelalter zu finden ist, als gewöhnlich angenommen wird, sind auch im Archiv die Zeugnisse einer finanzkräftigen, selbstbewussten und relativ frühzeitig ganz oben „mitmischenden“ Stadt nach wie vor aufbewahrt und einsehbar.
Wir werden uns der Geschichte der Stadt vor Ort annähern und nicht zuletzt ausgewählte Fragestellungen in exemplarischer Quellenarbeit im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte erproben. Die dreitägige Präsenzveranstaltung bietet in einer Mischung aus Archivarbeit am Original, Blockseminar und Stadtbegehung die Möglichkeit der vertiefenden, konzentrierten Beschäftigung mit mittelalterlicher Stadtgeschichte an einem faszinierenden Beispiel und über dieses hinaus.

Die Veranstaltung findet als Kooperation zweier Universitäten statt; die Teil­nehmerzahl ist dementsprechend eng begrenzt. Die Übernahme von Referaten seitens der Teilnehmer ist willkommen; Themen für mögliche Referate mit Angabe der zuständigen Betreuer werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Für die FernUniversität (mit dem Adressatenkreis BA KW G2/ 4, G3/ 5; MA EM 2E):
Prüfungsleistungen (Hausarbeiten und mündliche Prüfungen) sind in Folge, nicht während des Seminars aufgrund der Referate und auch allgemeiner aufgrund des Seminars nach Absprache möglich und erwünscht.

Einführende Literatur:

  • Frankfurt am Main. Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen, Sigmaringen 1991 (darin die Beiträge Orth und Bund)
  • Rothmann, Michael, Die Familie der Diplomaten – Drei Frankfurter Gesandte zwischen Stadt und Hof, in: Jörg, Christian/ Jucker, Michael(Hg.), Spezialisierung und Professionalisierung. Träger und Foren städtischer Außenpolitik während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, Wiesbaden 2010, 143-60
  • Rothmann, Michael, Die Frankfurter Messen im Mittelalter. Unter besonderer Berücksichtigung des Zahlungs- und Kreditverkehrs, Diss masch. Frankfurt am Main 1995, u. d. T. Die Frankfurter Messen im Mittelalter, Stuttgart 1998
  • Schmieder, Felicitas, Des gedencke der rat, ob sie eynis malis der stad bedorfften. Geistliche Bürger, Ausbürger, Beisassen als besondere Gruppen in der spätmittelalterlichen Stadt Frankfurt am Main, in: Peter Johanek(Hg.), Sondergemeinden und Sonderbezirke in der Stadt des Mittelalters und der frühen Neuzeit (Städteforschung.Reihe A.), Münster/ W. 2004, S.125-63
  • Schmieder, Felicitas, Stadtstatuten deutscher Städte? Einige Überlegungen im europäischen Vergleich, in: Gisela Drossbach (Hg.), Von der Ordnung zur Norm: Statuten im Mittelalter und Früher Neuzeit. Tagungsakten München 2006, Paderborn 2010, S.217-223

Im Anschluß an des Seminar (Samstagnachmittag) bieten wir einen bis zu zweistündigen Rundgang durch das mittelalterliche Frankfurt an.

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen