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Römisches Kaisertum von Augustus bis Otto dem Großen

Illustration
Thema:

Der erste Kaiser – der neue Kaiser – der letzte Kaiser: Das römische Kaisertum von Augustus bis Otto dem Großen (in Verbindung mit der Ausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“ )

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G4; Modul G5; BA KuWioF: Modul 11A; Modul 12A; MA EuMo: Modul 1E; Modul 2E; Modul 4G; Modul 5G; Magister; weitere Interessierte auf Anfrage

Ort: Leipzig (04./05.10.12), Magdeburg (06.10.12)
Adresse: Regionalzentrum Leipzig
Universitätsstraße 16
04109 Leipzig
Seminarraum 4
Termin: 04.10.2012 bis
06.10.2012
Zeitraum: Do, 04.10.2012, 14:00 - 20:00 Uhr (Leipzig)
Freitag, 05.10.2012, 9:00 - 18:00 Uhr (Leipzig)
bis
Samstag, 06.10.2012, ca. 14.00 Uhr (Magdeburg)
Leitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Daniel Syrbe
Anmeldefrist: bis 31.08.2012
Anmeldung: ausgebucht!
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987 - 4752
E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987 - 2120
E-Mail: Daniel Syrbe
Telefon: +49 2331 987-2111

Im Januar des Jahres 27 v. Chr. gab Caius Octavianus in Rom in einer feierlichen Zeremonie die ihm vom römischen Senat (für den Kampf gegen den im Stile eines hellenistischen Königs in Alexandria residierenden Marcus Antonius) verliehenen außerordentlichen Machtbefug¬nisse zurück und erklärte, dass die alte römische Republik nun wiederhergestellt sei. Doch der Senat „bat“ Octavius, er möge doch auch weiterhin den römischen Staat schützen, übertrug ihm den Oberbefehl über alle Provinzen, in denen größere Militärkontingente stationiert waren, und verlieh Octavius den Ehrennamen „Imperator Caesar Divi Filius Augustus“. Auch wenn Augustus („der Erhabene“) seine Macht faktisch auf die Kontrolle des Militärs stütze, versuchte er seine nun unangefochtene Alleinherrschaft auch weiterhin möglichst in ein republikanisches Gewand zu kleiden. Trotzdem war etwas unverkennbar Neues entstanden: Augustus wurde (zumindest rückblickend aus beinahe einem Jahrtausend Abstand) zum ersten Kaiser Roms.
Gut 500 Jahre später wird Romulus, ein Knabe von etwa 16 Jahren, der wegen seines jugend¬lichen Alters als „Augustulus“ („Kaiserlein“) verspottet wurde und der in Ravenna als Herrscher über den allmählich zerfallenen Westen des Imperium Romanum residierte, von Odoaker, dem Anführer einer buntgemischten Soldateska, abgesetzt. Das war aber in keiner Weise das Ende des römischen Kaisertums, denn zu der Zeit gab immer noch einen mächtigen Kaiser der Römer, nur residierte dieser in Konstantinopel, konzentrierte seine politische Aufmerksamkeit zunehmend auf den Osten des Mittelmeerraums und sprach zumindest seit dem 7. Jahrhundert eher Griechisch als Latein.
Aber auch der Westen sollte wieder einen Kaiser bekommen. Der neue Kaiser, der Erneuerer des römischen Reiches Karl der Große, trug daher ebenfalls den Augustus im Titel, als er am Weihnachtstag des Jahres 800 das weströmischen Kaisertum gegen das Weiberkaisertum in Ostrom-Byzanz wiederbelebte – Augustus wurde auch Otto der Große genannt, als er um 962 das Kaisertum noch einmal erneuerte – Augustus nannte sich jeder Kaiser des Mittelalters, „semper Augustus“ seit Barbarossa im 12. Jh., was noch später mit „allzeit Mehrer des Reiches“ übersetzt wurde (wobei man Augustus von lat. augere, vermehren, ableitete). Das Reich zu mehren war kaiserliche Aufgabe, deren Erfüllung schon Augustus für sich in Anspruch genommen hatte – ebenso wie er stolz darauf war, Frieden gebracht zu haben. Eine Friedenszeit, die (so die mittelalterlichen Erben) er als Werkzeug Gottes heraufgeführt hatte, damit Christus geboren werden konnte – der vom größten der augusteischen Dichter mit den Worten der Cumaeischen Sybille angekündigt worden sei, obgleich dieser Dichter, Vergil, Heide war (und Vergil mit dem Knaben, der geboren sei, der Welt Frieden zu bringen, den Kaiser selbst gemeint hatte).
Prophetische Bedeutung begleitete den Kaiser stets. Das römische Reich, da waren sich die Zeitgenossen einig, war das letzte der vier Weltreiche, die der Prophet Daniel bereits in Alttestamentlicher Zeit prophezeit hatte. Seit dem 7. Jahrhundert verbreitete sich eine Prophetie im Christentum, die schließlich den letzten Kaiser der Römer als einen wichtigen guten Akteur der Endzeit vor dem Jüngsten Gericht etablierte. Just um das ominöse Jahr 1000 wurden diese Bilder intensiv bei den neuen Kaisern und in ihrem Umfeld rezipiert.

Zur Einführung empfohlene Literatur:

  • Classen, Peter, Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: Die Begründung des karolingischen Kaisertums, Sigmaringen 21988
  • Kienast, Dietmar, Augustus: Prinzeps und Monarch, Darmstadt 1982, 4. (bibliogr. aktualisierte und um ein Vorw. erg.) Aufl. Darmstadt 2009
  • Möhring, Hannes, Der Weltkaiser der Endzeit. Entstehung, Wandel und Wirkung einer tausendjährigen Weissagung, Stuttgart 2000

Und schauen Sie mal hier hinein: http://www.otto2012.de/

Anmeldeschluß 31. 8. 2012 (erst dann endgültige Zusagen!)

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen