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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Alexander der Große und die griechische Entdeckung Asiens

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module 11A/G5, 12A/G4; MA Europäische Moderne, Module 1E, 2E; Magister, weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Karlsruhe, Mannheim
Adresse: Freitag und Samstag:
Studienzentrum Karlsruhe
Karl-Friedrich-Str. 17
76133 Karlsruhe
Sonntag:
Reiss-Engelhorn-Museum
Museum Weltkulturen
D5
68159 Mannheim
Termin: 22.01.2010 bis
24.01.2010
Zeitraum: Fr 15:00 - 20:00 Uhr bis
So 14:00 Uhr
Leitung: Daniel Syrbe M.A.
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Daniel Syrbe M.A.
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987 - 4752

Der makedonische König Alexander III. gehört zweifelsohne zu den umstrittensten Persönlichkeiten der griechischen Geschichte. Während Siegfried Lauffer ihn als in die Zukunft weisenden Herrscher pries, der die politischen und kulturellen Grenzen zwischen Ost und West relativierte und so in der Tat Alexander der Große sei (1978), zeichnete Wolfgang Will das Bild einer übersteigerten Persönlichkeit, die rücksichtslos megalomane Pläne verfolgte (1986). Wie auch immer man sich in dieser Frage positioniert, festhalten lässt sich zumindest, dass infolge der Politik Alexanders die griechische Welt tiefgreifend und dauerhaft verändert wurde. Für die folgenden fast 300 Jahre, bis das aufstrebende Rom die Kontrolle über den Ostmittelmeerraum und die angrenzenden Regionen übernahm, wurde der weite Raum zwischen der Levante, dem Nil und dem Indus zum neuen Schauplatz griechischer Geschichte und Kultur (auch wenn im Laufe dieser Zeit Schwerpunktverschiebungen selbstverständlich nicht ausblieben). Das ist das Zeitalter, das wir seit dem Historiker Johann Gustav Droysen (1808 – 1884) als „Hellenismus“ bezeichnen. Schon Droysen sah diese Epoche nicht so sehr durch politische Prozesse, als vielmehr durch weitreichende kulturgeschichtliche Entwicklungen geprägt. Die Griechen öffneten sich –oft genug äußerst gewaltsam – eine Welt, deren geographische Dimension bis dahin praktisch unbekannt war und traten in Kontakt mit den Hochkulturen Ägyptens, Judäas, Mesopotamiens und des Iran, um nur einige Beispiele zu nennen. Dieser Kontakt transferierte aber nicht nur die griechische Kultur in die genannten Räume, sondern war – und das ist das entscheidende! – interaktiv und veränderte auch die griechische Welt. In Politik, Religion, Wissenschaft, Philosophie und Kunst hat sich dieser gegenseitige Austauschprozess unverkennbar niedergeschlagen und Droysen fasste den Hellenismus daher als die moderne Zeit des Altertums auf.

In diesem Präsenzseminar soll die Zeit des Hellenismus in Asien, zwischen Syrien und Nordwestindien, im Mittelpunkt des Interesses stehen. Beginnend mit den Alexanderzügen und weiter über die Zeit der Seleukiden bis hin zur Entstehung neuer, indigener, aber griechisch geprägter Herrschaften, wie z.B. in Baktrien (im heutigen Afghanistan) oder Parthien (Nordostiran) seit dem 2. Jh. v. Chr. wollen wir den geographischen Entdeckungen, den politischen, aber vor allem den kulturgeschichtlichen Entwicklungen in diesem weiten Raum nachgehen.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen