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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Alpenpässe in der Vormoderne

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften: Module G3 / M5, G4 / M12A, G5 / M11A;
Master Europäische Moderne: Module 1E und 2E; Magister;
weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Brig - Wallis
Adresse: Studienzentrum Brig
Überlandstrasse 12 / PF 265
3900 Brig
Termin: 25.07.2011 bis
29.07.2011
Zeitraum: Montag, 25. Juli 2011, 9.00 Uhr
bis
Freitag, 29. Juli 2011, ca. 18.00 Uhr (ggf. einschließlich Abend)
Leitung: Prof. Dr. Schmieder
Uta Kleine
Daniel Syrbe
Anmeldefrist: 10.04.2011
Anmeldung: Das Seminar ist teilnahmebegrenzt. Bitte melden Sie sich frühzeitig an.
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987-2120
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Pässe sind Scheidepunkte ebenso wie Verbindungen: Sie können Sprachgruppen, Kulturen, Rechtsgebiete, zwischen denen Gebirge liegen, dennoch zusammenbringen, sie sind die unvermeidlichen Knoten in ökonomischen Netzen. Sie sind bedrückende Engstelle und notwendige Passage: sind gefährdend, weil hier der Weg für den Gegner berechenbar ist, können verlegt werden und so große politische Pläne scheitern lassen, bedürfen der Spezialkenntnisse, um sie zu finden, zu begehen, zu überwinden – und bei alledem sind sie mehr als andere Straßen auch noch den Launen der Natur ausgesetzt. Sie sind es, die die Alpen, jene hohe Barriere in der Mitte des westlichen Europa, nie unüberwindbar werden ließen. Über sie zogen Könige und Heere, Pilger und Kaufleute, Luxusgüter und Krankheiten, Heilige und Ideen. Hier lassen sich alte Straßenzüge noch auffinden, weil es einerseits lange Zeit nicht viele Varianten des Wegeverlaufs gab und andererseits moderne, Altes von Grund auf zerstörende Trassen mit anderen technischen Möglichkeiten andere Verläufe fanden: Römische ebenso wie mittelalterlich-frühneuzeitliche Straßen sind von der blühenden Alpen-Altstraßenforschung in jüngerer Zeit verstärkt abgegangen, kartiert und (nicht zuletzt touristisch) erschlossen worden. All diese Fragen wollen wir an konkreten Beispielen epocheübergreifend zwischen Antike und Früher Neuzeit aufgreifen.

Der Ort unseres Seminars, Brig, liegt im Wallis (= oberes Rhonetal) am nördlichen Ausgang des Simplon-Passes (ital. Sempione), der von hier nach Domodossola und zum Lago Maggiore führt. Wir wollen uns Teile der alten, auf die Römerzeit zurückgehenden Simplonstraße zu Fuß erwandern, wollen aber auch den Simplon zum Ausgangspunkt für Verallgemeinerungen und für Blicke auf andere Pässe nehmen. Nicht zuletzt sollen die Westalpenpässe als Passage Hannibald in den Blick kommen, darunter der Große Sankt Bernhard einige Kilometer westlich vom Simplon mit dem alten Kloster Saint-Maurice an seinem nördlichen Ausgang, einem der Grabstationen am Weg der „Thebäischen Legion“, oder der Gotthard, der erst im Mittelalter gangbar gemacht wurde. Die Betrachtung des Simplon als Handelsstraße knüpft sich an die erfolgreichen Brüder Stockalper im 17. Jahrhundert (Stockalper-Palast in Brig) und soll von da aus rückverlängert werden. Das Wallis als Rückzugsgebiet soll ebenso zur Sprache kommen wie als Zentrallandschaft (Bistum Sion), aber auch ein schlichter Gebirgsbach als Sprachgrenzen in der Region. Doch auch der gute Wein des Wallis soll nicht übergangen werden …

Die Veranstaltung ist auf 25 Teilnehmer begrenzt.

Anreise und Aufenthalt werden von den Teilnehmern selbst organisiert; wenden Sie sich um Ratschläge bitte direkt ans Studienzentrum in Brig. Die Kosten für Busfahrten und Eintritte/ Führungen während des Aufenthaltes werden auf die Studierenden umgelegt. Wir werden die geschätzten Kosten ebenso wie die Kontonummer zur Überweisung sobald wie möglich bekannt geben. Bitte beachten Sie, daß wir wenigstens einige Strecken im Hochgebirge erwandern wollen und sorgen Sie selbst für geeignete Ausrüstung.

Die Übernahme eines Referates oder einer vergleichbaren Aufgabe wird erwartet; eine Themenliste wird rechtzeitig auf einer Moodle-Plattform verfügbar sein, ebenso wie eine Sammlung von Pflichtlektüretexten. – Das Seminar und insbesondere die Referate können wie üblich zur Vorbereitung von schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen (Hausarbeiten, mündliche Abschluß- und Modulprüfungen; Abschlussklausuren) genutzt werden. Bitte geben Sie unbedingt bei der Anmeldung das Modul an, für das Sie eine Prüfung zu machen gedenken.

Vorbereitende Lektüre (Weiteres wird auf der Moodle-Plattform ab April hinzugefügt):

– Über die Alpen. Menschen, Wege, Waren, Stuttgart 2002

04.12.2014
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