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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Stadt und Religion (Apokalypse im Kontext)

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module 4 / G2; 5 / G3; MA Europäische Moderne, Modul 1E und 2E; Magister, weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Paris
Adresse: Deutsches Historisches Institut / Institut historique allemand
Termin: 29.10.2009 bis
01.11.2009
Zeitraum: Do 9:00 Uhr bis
So 17:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Dr. Sylvain Piron (EHESS)
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987 - 4752

Deutsch-französisches Seminar in Kooperation mit Dr. Sylvain Piron der L'École des hautes études en sciences sociales (EHESS)

Veranstaltungsort:
Deutsches Historisches Institut/ Institut historique allemand
Hôtel Duret-de-Chevry
8, rue du Parc-Royal
F-75003 Paris

Das Seminar wird sich vor allem der Stadt in der Vormoderne zuwenden (Schwerpunkt 13. – 16. Jh.), und damit einer Epoche, in der religiöse und weltliche Sphäre noch weitgehend ungetrennt waren und eine Symbiose bildeten. Kirchliche Bauten wurden für religiöse ebenso wie weltliche Zwecke genutzt, weltliche Bauten imitierten architektonisch kirchliche Vorbilder und wurden durch bestimmte Rituale wenigsten zeitweilig sakralisiert – die ganze Stadt konnte als sakraler Ritualraum beschrieben und genutzt werden. Die Menschen definierten sich über ihre Religion und waren Christen (oder Juden), sie gehörten dem geistlichen oder dem weltlichen Stand an, doch bildeten sich auch Lebensformen zwischen den beiden Ständen aus. Jeder sorgte sich um sein Seelenheil und setzten sich seine Denkmäler weitgehend im religiösen Raum. Da nicht nur das Leben kurz war, sondern auch die gesamte Geschichte verstanden wurde als Zeitspanne mit einem Anfang und einem Ende (on man nun meinte, dieses Ende stehe unmittelbar bevor, oder es irgendwann einmal erwartete) , gehörten endzeitliche und apokalyptische Vorstellungen untrennbar zum religiösen Gesicht einer Stadt: So gab es kaum eine Kirche, in er sich nicht – meist schon über dem Portal – mahnende apokalyptische Darstellungen fanden, aber auch an und in Rathäusern und Stadttoren konnte der Endzeit gedacht werden.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden all diese Phänomene nicht nur historisch-wissenschaftlich beschrieben, sondern dadurch neu erfunden (nicht immer nur zu wissenschaftlichen Zwecken). Auch dieser Problemkreis soll im Seminar angesprochen werden.
Wir werden Beispiele in der Stadt Paris besichtigen, aber im Seminar auch Vergleiche mit grundsätzlich allen anderen lateineuropäischen Städten ziehen.

Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, ein 10 - 15minütiges Referat zu halten, zu dem ein 2seitiges Handout vorzubereiten und spätestens zwei Wochen im Voraus einzusenden ist (möglichst zweisprachig). Französischkenntnisse sind von großem Vorteil, aber nicht zwingend notwendig; jeder darf in seiner/ ihrer eigenen Sprache vortragen, wobei Rücksicht auf die Nicht-Muttersprachler zu nehmen ist (und das heißt auch, daß man sich bei der Länge des Vortrags auf langsames Reden einstellen muß!). Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist (10 Teilnehmer von jeder Seite), werden Anmeldungen nicht in der Reihenfolge ihres Einganges berücksichtigt, sondern die Entscheidung über eine Teilnahme fällt mit Ende der Anmeldefrist (französische Sprachkenntnisse werden eines der Auswahl-Kriterien sein).

Die Aufenthaltskosten gehen wie üblich zu Lasten der Studierenden.

Lektüre zur Vorbereitung:

  • Baldwin, John W., Paris, 1200, Paris 2006
  • Borgolte, Michael(Hg.), Stiftungen und Stiftungswirklichkeiten vom Mittelalter bis zur Gegen-wart, Berlin 2000
  • Isaiasz, Vera/ Lotz-Heumann, Ute/ Mommertz, Monika/ Pohlig, Matthias(Hg.), Stadt und Reli-gion in der frühen Neuzeit. Soziale Ordnungen und ihre Repräsentationen, Frankfurt am Main – New York 2007
  • Moeller, Bernd(Hg.), Stadt und Kirche im 16. Jahrhundert, Gütersloh 1978
  • Sydow, Jürgen(Hg.), Bürgerschaft und Kirche, Sigmaringen 1980
04.12.2014
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