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Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Bildkultur und Bildkritik

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Modul 5/G3; Magister; weitere Interessierte nach Absprache.
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
Termin: 03.07.2009 bis
04.07.2009
Zeitraum: Fr 16.00 Uhr bis Sa 18.00 Uhr
Leitung: Uta Kleine
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Uta Kleine
Telefon: (02331) 987- 2123
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987- 4752

Die Geschichte des Christentums in Ost und West ist durchzogen von Überlegungen und Aus-einandersetzungen um bildliche Darstellungen des Göttlichen und Heiligen. Im 4. Jahrhundert begann eine lange Geschichte theologischer Rechtfertigungen von solchen Bildern, die bis in die Neuzeit hinein andauerte. Zu bestimmten Zeiten gipfelte sie in heftigen Streitigkeiten und Kämpfen, in denen um den rechten Gebrauch dieser Objekte gerungen wurde: bei der Ver-nichtung der heidnischen Götzenbilder im Verlauf der christlichen Mission ebenso wie im byzantinischen Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts und im reformatorischen Bildersturm des 16. Jahrhunderts. Hierbei ging es wohlgemerkt nicht um Bilder im allgemeinen, sondern um eine bestimmten Typus: das kultisch verehrte Bild. In diese innerchristlichen theologi-schen Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Konfessionen (orthodox, katho-lisch, protestantisch) spielte immer auch die Abgrenzungsproblematik gegenüber dem Juden-tum und dem Islam hinein. Die alttestamentliche („Du sollst Dir kein Bild machen“) und die antike Tradition stritten miteinander, die Gefahr der Bilderanbetung stand dem didaktischen Gewinn durch Bilder (Gregor der Große: Die Bilder sind die Bücher der Laien) gegenüber. Mit der Fixierung der Reformation auf das reine Schriftprinzip wurde die Rechtfertigung des Bildes immer problematischer. Zugleich aber schuf nicht nur die Technik der modernen Druckgraphik (Holzschnitt, Kupferstich) die Voraussetzung für eine immer weitere Verbrei-tung religiöser Bilder im Alltagsleben, sondern es kam auch im Zuge der Konfessionalisierung zu einer enormen Ausdifferenzierung des didaktischen Bildprogramms der Kirchen und reli-giösen Erneuerungsbewegungen.
In der Erarbeitung des historischen Materials werden wir uns besonders mit den Verhältnissen in der Spätantike und Mittelalter beschäftigen.
Arbeitsgrundlage des Seminars bilden die Kurse „Alteuropäische Schriftkultur“ (34201 bzw. 03505) und „Bild und Bildkultur“ (03507) für Teilnehmer/innen aus M4/ G2 bzw. „Leben mit den Heiligen“ (34205 bzw. 03509) für Teilnehmer/innen aus M5/ G3.

Zur Einführung können Sie sich einlesen in:

Hans Belting, Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, Mün-chen 21991
Hans Belting, Das Echte Bild. Bildfragen als Glaubensfragen, München 2005
Jean-Claude Schmitt, Le corps des images: essais sur la culture visuelle au Moyen Âge, Paris 2002

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in der Bildungsherberge des ASTA. Eine Übernachtung in der Jugendherberge Hagen ist auch ohne Jugendherbergsausweis möglich. Weitere Hotels und Pensionen bietet die Hagen Touristik.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen