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Präsenzveranstaltungen

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Thema:

Erinnerungskultur und historische Forschung: Alteuropäisches Bürgertum

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Modul G5/11A; Master Europäische Moderne, Module 1E, 2E, 5G; Magister; weitere Interessierte nach Absprache
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
IZ, Universitätsstr. 1
Raum H04

(Nebeneingang Feithstraße oder durch das TGZ, Universitätsstr. 11
zum IZ)
Termin: 17.06.2011 bis
18.06.2011
Zeitraum: Fr 16:00-20:00 Uhr
Sa 10:00-18:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Thomas Sokoll
Anmeldefrist: 17.04.2011
Anmeldung: Online-Anmeldung siehe unten! --- Es werden alle Anmeldungen berücksichtigt. ---
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Thomas Sokoll
Telefon: +49 2331 987 - 2123
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987 - 4752

Obwohl bereits in allen vormodernen Gesellschaften Europas von der griechischen und römischen Antike über das Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit der „Bürger“ als spezifischer Sozialtypus (wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung) greifbar ist, hat sich das Bürgertum im strengen Sinne des Wortes, d.h. als selbstbewusste soziale Klasse (und damit auch: „Bürgertum“ als politischer Kampfbegriff) erst im Übergang zur Moderne herausgebildet. Mehr noch: das Syndrom der Bürgerlichkeit war für die europäische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jh. so prägend, dass uns heute das ‚lange‘ 19. Jh. als das „bürgerliche“ Jahrhundert schlechthin erscheint (eine Einschätzung, die durch die neuere Bürgertumsforschung bestätigt worden ist).


Aus diesem Grunde sind auch alle Vorstellungen vom alteuropäischen Bürgertum durch die historische Erfahrung des 19. Jhs. überformt. Genau an diesem Punkt setzt das Seminar an. Wir wollen versuchen, uns dem alteuropäischen Bürgertum historisch zu nähern, indem wir ausgewählte neuere Arbeiten zur Geschichte des Bürgertums in der Vormoderne durchgehen, uns dabei aber zugleich darüber verständigen, inwiefern auch die fachhistorische Forschung erinnerungskulturell eingebunden bleibt (um nicht zu sagen: befangen ist), da sie die Last der historischen Leitbilder und Rückprojektionen des 19. Jhs. stets mitzutragen hat (selbst der Versuch, sich gegen diese Erbschaft zu stemmen, zehrt noch davon).


Von den ‚realhistorischen‘ Befunden soll der Schwerpunkt auf der Zeit seit dem Spätmittelalter liegen (14./15. bis 18./19. Jh.). Die antiken und mittelalterlichen Bezüge werden aber ebenfalls angesprochen, vor allem aus begriffs- und diskursgeschichtlicher Perspektive.

Methodisch möchte ich im Seminar möglichst unterschiedliche Lernschritte unternehmen, und zwar nicht nur um der guten gemeinsamen Arbeit willen, sondern auch, um den Teilnehmern Anregungen und Hilfestellungen zur Vorbereitung von Prüfungsleistungen zu geben (Vorstellung von Hausarbeitsprojekten; Simulation mündlicher Prüfungen; Übung zur Klausurgliederung). Wer an einem eigenen Beitrag interessiert ist (zur Vorbereitung einer Prüfungsleistung oder auch ‚freischwebend‘), sollte sich nach der ersten Durchsicht der Seminarunterlagen möglichst bald mir in Verbindung setzen.

Die Frist zur verbindlichen Anmeldung läuft bis zum 17. April 2011. Anschließend wird eine moodle-Plattform eröffnet, auf der alle Materialien zur Vorbereitung des Seminars online verfügbar sein werden (auch die studentischen Beiträge sollen sukzessive dort eingestellt werden). Da das Seminar nicht teilnahmebegrenzt ist, wird die online-Anmeldung bis Ende Mai 2011 weiterhin geöffnet bleiben (verspätete Anmelder müssen natürlich eine entsprechend kürzere Vorbereitungszeit in Kauf nehmen).

Wer sich vorab schon einmal grob orientieren möchte, dem empfehle ich neben dem Kurs 34239 zur Gegenwart Alteuropas (KE 1, Kap. 1 und KE 2, Kap. 6) folgende Literatur:

Ernst Bruckmüller, Bürger, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 2 (2005) 546-548.

Andreas Fahrmeir, Bürgertum, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 2 (2005) 583-594.

Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt (2009) 1079-1104.

Michael Schäfer, Geschichte des Bürgertums (2009, UTB).

Wolfgang Schmale, Bürgerliche Gesellschaft, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 2 (2005) 558-564.

Dorf Sternberger, ‚Ich wünschte ein Bürger zu sein‘ (1967, es 224) 10-27, 51-67.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in der Bildungsherberge des ASTA. Eine Übernachtung in der Jugendherberge Hagen ist auch ohne Jugendherbergsausweis möglich. Weitere Hotels und Pensionen bietet die Hagen Touristik.

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen