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Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Christliche Bildkultur

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Modul 4/G2, 5/G3 Magister, weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Wolfenbüttel
Adresse: Herzog August Bibliothek
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel
Termin: 02.06.2009 bis
05.06.2009
Zeitraum: Di 9:00 Uhr bis Fr 17:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Thomas Sokoll, Dr. Uta Kleine
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987- 4752

Die Geschichte des Christentums in Ost und West ist durchzogen von Überlegungen und Auseinandersetzungen um bildliche Darstellungen des Göttlichen und Heiligen. Im 4. Jahrhundert begann eine lange Geschichte theologischer Rechtfertigungen von solchen Bildern, die bis in die Neuzeit hinein andauerte. Zu bestimmten Zeiten gipfelte sie in heftigen Streitigkeiten und Kämpfen, in denen um den rechten Gebrauch dieser Objekte gerungen wurde: bei der Vernichtung der heidnischen Götzenbilder im Verlauf der christlichen Mission ebenso wie im byzantinischen Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts und im reformatorischen Bildersturm des 16. Jahrhunderts. Hierbei ging es wohlgemerkt nicht um Bilder im allgemeinen, sondern um eine bestimmten Typus: das kultisch verehrte Bild. In diese innerchristlichen theologischen Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Konfessionen (orthodox, katholisch, protestantisch) spielte immer auch die Abgrenzungsproblematik gegenüber dem Judentum und dem Islam hinein. Die alttestamentliche („Du sollst Dir kein Bild machen“) und die antike Tradition stritten miteinander, die Gefahr der Bilderanbetung stand dem didaktischen Gewinn durch Bilder (Gregor der Große: Die Bilder sind die Bücher der Laien) gegenüber. Mit der Fixierung der Reformation auf das reine Schriftprinzip wurde die Rechtfertigung des Bildes immer problematischer. Zugleich aber schuf nicht nur die Technik der modernen Druckgraphik (Holzschnitt, Kupferstich) die Voraussetzung für eine immer weitere Verbreitung religiöser Bilder im Alltagsleben, sondern es kam auch im Zuge der Konfessionalisierung zu einer enormen Ausdifferenzierung des didaktischen Bildprogramms der Kirchen und relgiösen Erneuerungsbewegungen.
In der Erarbeitung des historischen Materials werden wir – in epochenübergreifender Perspektive – einen großen Bogen von der Spätantike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit spannen.

Einführende Literatur:
Hans Belting, Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, München 21991
Jean-Claude Schmitt, Le corps des images: essais sur la culture visuelle au Moyen Âge, Paris 2002
Wolfgang Kemp, Mittelalterliche Bildsysteme, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 22 (1989) 121 ff.
Peter Blickle (Hrsg.), Macht und Ohnmacht der Bilder: reformatorischer Bildersturm im Kontext der europäischen Geschichte, München 2002 (Historische Zeitschrift, Beihefte, N.F., 33)
Norbert Schnitzler, Ikonoklasmus – Bildersturm: theologischer Bilderstreit und ikonoklastisches Handeln während des 15. und 16. Jahrhunderts, München 1996
Robert W. Scribner (Hrsg.), Bilder und Bildersturm im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, Wiesbaden: Harrassowitz, 1990 (Wolfenbütteler Forschungen, 46)

Arbeitsgrundlage des Seminars bilden die Kurse „Alteuropäische Schriftkultur“ (34201 bzw. 03505), „Leben mit den Heiligen“ (34205 bzw. 03509) und/oder „Bild und Bildkultur“ (03507).

Von allen Teilnehmerinne und Teilnehmern erwarten wir, daß ein kleiner Arbeitsauftrag übernommen wird (Referat eines Aufsatzes oder eines Buches, Vorstellung eines Hausarbeitsprojektes, Moderation oder Protokoll einer Debatte o.ä.).
Es wäre hilfreich, wenn diese Beiträge möglichst bald uns abgesprochen würden.
Die Dozenten vertreten verschiedene Epochen:
Spätantike, Mittelalter: Dr. Uta Kleine, Tel. 02331 987 4324, uta.kleine@fernuni-hagen.de
Spätmittelalter, Frühe Neuzeit: Prof. Dr. Thomas Sokoll, Tel. 02331 987 2123, thomas.sokoll@fernuni-hagen.de

Wir bitten dringend um frühzeitige Anmeldung, da die Teilnehmerzahl eng begrenzt ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Studierende, die bislang noch nicht an einem Seminar in Wolfenbüttel teilgenommen haben, Vorrang vor denen haben, die schon einmal dabei waren.

Übernachtung:
Sollten Sie eine Unterkunftsmöglichkeit suchen, empfehlen wir Ihnen die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Einzelzimmer kosten 41,50 € und Doppelzimmer 36,50 € pro Nacht incl. Frühstück (Auskünfte Frau Brohn: Fon 05331.808-419).
Bitte geben Sie in den Auswahlmöglichkeiten an, ob und wie lange Sie in der Bundesakademie für kulturelle Bildung übernachten wollen.
Sie müssen den entsprechenden Betrag bis zum 17.04.2009 an uns überweisen:
Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Konto-Nr. 1252970488
BLZ 500 502 01
Frankfurter Sparkasse von 1822
IBAN DE05 5005 0201 1252970488
Swift-Code / BIC-Code: HELADEF1822
Sollten Sie zum Seminar nicht zugelassen werden, erstatten wir den Betrag selbstverständlich zurück.

Veranstaltungsort ist die Herzog August Bibliothek.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen