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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Sizilien - Insel im Schnittpunkt der Kulturen (Seminarvorbereitung)

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module G2 / 4, G3 / 5, G5 / 11A (Kurs 34239), G4 / 12A (Kurs 34240); MA Europäische Moderne, Module 1E, 2E (weitere auf Anfrage); Magisterstudiengang Geschichte
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
TGZ, Universitätsstr. 11
EG, Ellipse - Raum 3
Termin: 18.03.2011 bis
20.03.2011
Zeitraum: Fr, 18.03.11 ab 9 Uhr
So, 20.03.11 bis 13 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Schmieder
Prof. Dr. Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer
PD Dr. Toussaint (Hamburg)
Daniel Syrbe
Anmeldefrist: Die Exkursion ist ausgebucht.
Anmeldung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Telefon: +49 2331 987-2120
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Das Seminar dient als Vorbereitung für die Exkursion nach Sizilien vom 02.05. - 15.05. 2011. Das Vorbereitungsseminar ist eine Pflichtveranstaltung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sizilien-Exkursion und zugleich nur für diese geöffnet.

Mit der Zulassung zur Teilnahme am Vorbereitungsseminar sind Sie gleichzeitig für die Exkursion angemeldet.

„Sizilien liegt am äußersten Rand Europas“ schreibt der DuMont Kunstführer Sizilien. So verständlich die Feststellung dieser Randständigkeit angesichts moderner Zusammenhänge, wirtschaftlicher Verhältnisse und Migrationsprobleme sein mag, so historisch unsinnig ist sie doch auch. Ein unvoreingenommener Blick auf eine physikalische Karte zeigt Sizilien an zentralem Ort im Mittelmeer nahe bei beiden von uns als unterschiedliche Kontinente begriffenene Landmassen von Europa und Afrika und auch mitten auf dem Weg zwischen West und Ost. Und so ist die Insel Sizilien stets ein Durchgangsort gewesen und damit auch ein Schnittpunkt, an dem sich über die Jahrtausende hinweg praktisch alle seefahrenden und kolonisierenden Kulturen des Mittelmeerraumes trafen. Diese Kulturbegegnungen spiegeln sich in vielfältigen Zeugnissen: phönizische Häfen, griechische Tempel und Statuen, römische Villen, byzantnisch-arabisch-normannische Kirchen- und Klosterbauten, islamische Artefakte und Technologie, barocke Paläste und Stadtanlagen. Denn die Insel wurde bereits seit dem 10. Jh. v. Chr. von phönizischen Seefahrern (später Karthagern) und ab dem 8. Jh. von griechischen Kolonisten erreicht (und wird zu einem Zentrum der griechischen Welt), bevor sie im 3. Jh. v. Chr. von der aufstrebenden Großmacht Rom übernommen wurde. In der „Völkerwanderungszeit“ umstritten und zeitenweise Teil vandalischer und gotischer Herrschaftsbildung, blieb sie realer Teil des Byzantinischen Reiches (660/ 65 ist Syrakus Ort des Kaiserhofes), bis sie seit 827 zu immer größeren Teilen unter arabisch-muslimische (zwischen 902 und 1061 ganz) und dann seit 1061/ 91 unter normannisch-lateinisch-christliche Herrschaft fiel. Das 11./ 12. Jahrhundert wurden zur Blütezeit der mittelalterlichen Kulturenmischung, als man auf Sizilien in vier Alphabeten schrieb. Als dynastische Erben der Normannen beherrschten anschließend erst die Staufer und – nach kurzem Zwischenspiel durch die kapetingischen Anjou – das Haus Aragòn und schließlich die spanischen Könige die Insel, die erst jetzt mehr und mehr in eine Randlage der Interessen ihrer Herrscher und damit auch an den äußersten Rand der kulturellen und vor allem wirtschaftlichen Entwicklung Europas geriet. Dennoch finden sich Zeugnisse lokaler adeliger Lebenskultur, bis die Insel seit dem frühen 19. Jahrhundert in den Strudel der italienischen Nationalstaatsbildung geriet. Viele Ereignisse und Gestalten sizilianischer Geschichte sind zudem von der Erinnerungskultu des 19. und 20. Jahrhunderts überformt und in entsprechenden Denkmälern manifestiert worden.

Die Übernahme eines Referats (im Vorbereitungsseminar, vor Ort oder aufgeteilt auf beide Gelegenheiten) ist verpflichtend. Zum 15. Dezember wird auf der zu diesem Seminar erstellten Moodle-Plattform eine Referateliste zur Auswahl und ebenso ein Reader mit verpflichtender Lektüre zur Verfügung gestellt.

Studierende sämtlicher Studiengänge sind angesprochen. Magisterstudierende können Leistungsnachweise erwerben oder die Thematik zur Prüfungsvorbereitung nutzen. Für Leistungsnachweise in den neuen Studiengängen ist bereits bei der Auswahl der Referate auf Modulbezug zu achten (das Thema kann jedoch auch in späteren Modulen verwertet werden).

Bitte geben Sie untenstehend unbedingt an, ob Sie über Italienischkenntnisse verfügen.

Für das Vorbereitungsseminar an der FernUniversität gibt es Übernachtungsmöglichkeiten in der Bildungsherberge des ASTA. Eine Übernachtung in der Jugendherberge Hagen ist für Studierende der FernUniversität auch ohne Jugendherbergsausweis möglich. Weitere Hotels und Pensionen bietet die Hagen Touristik.

Die Anreise nach Catania wird von allen Teilnehmern eigenständig organisiert.
Der Preis für Übernachtung mit Frühstück und Bus wird im Doppelzimmer 700 - 800 € betragen, im Einzelzimmer 1000 - 1100 €. Bitte kalkulieren Sie weitere Kosten für Ihre Verpflegung tagsüber und abends und für Eintrittsgelder ein.
Spätestens ein halbes Jahr vor Fahrtantritt werden wir eine Anzahlung erbitten.
Der ASTA kann Studierende mit einem Zuschuss unterstützen.

Zur Vorbereitung empfohlene Lektüre:

  • Moses I. Finley/ Denis Mack Smith/ Christopher Duggan, Geschichte Siziliens und der Sizilianer, München 1989
  • Birgit Carnabuci, Sizilien, Du Mont Kunstreiseführer
04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen