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Präsenzveranstaltung

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Thema:

„Unser Kloster ist die Welt.“ Gesellschaft und Frömmigkeit im Zeitalter des Franziskus von Assisi

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Module G3/5; MA Europäische Moderne, Modul 2E und Magisterstudierende. (11A/G5 entfällt!)
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
Informatikzentrum (IZ), Universitätsstraße 1/11
(kleiner Eingang an der Feithstraße (Bushaltestelle) oder vom "Roten Platz" (Parkplätze) ganz nach hinten durchgehen)

Raum H 04, EG
Termin: 20.04.2012 bis
22.04.2012
Zeitraum:
Freitag, 20.04.2012, 16 - 20 Uhr
Samstag, 21.04.2012, 10 - 18 Uhr
Sonntag, 22.04.2012, 09 - 12 Uhr
Leitung: Dr. Uta Kleine
Anmeldefrist: 02.03.2012
Anmeldung: Online-Anmeldung s. u.
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Uta Kleine
Telefon: +49 2331 987-4324
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Im Anschluss an das Seminar (Sonntag mittag) ist ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Franziskus – Licht der Welt“ im Diözesanmuseum Paderborn vorgesehen.

ACHTUNG:

Der Titel wurde geändert. Die angekündigte Veranstaltung zum Thema „Geschichte im Museum“ wird im folgenden Semester nachgeholt.

Franziskus von Assisi dürfte wohl zu den bekanntesten Gestalten des Mittelalters gehören. Im Gegensatz zu manch anderen Vertretern dieser gern als ‚finster‘ geschmähten Zeit galt und gilt er als Lichtgestalt. Die Radikalität, mit der der ehemals reiche Kaufmannssohn seine Lebensideale - Armut, Demut, Gehorsam und Glaubensverkündigung – vertrat, erregten Aufsehen. Sein Ziel war die Erneuerung der Kirche, sein Weg die Rückkehr zum apostolischen Leben. Hierdurch fühlte er sich von Christus selbst berufen: „Gehe hin, stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz in Zerfall gerät“, so hatte der Erlöser ihm in einer Vision vom Kreuz herab geboten. Vom Papsttum unterstützt, erfasste seine Bewegung binnen kürzester Zeit große Teile Europas. Doch ihr Erfolg war begleitet von heftiger Kritik am radikalen Armutsgebot – immer wieder drohten franziskanische Gruppen als Ketzer verurteilt und von der Kirche ausgeschlossen zu werden.

Die Wirkung der franziskanischen Bewegung, ihre soziale Gestaltungs- und Sprengkraft ist nicht allein aus der charismatischen Persönlichkeit ihres Gründers erklärbar. Franziskus war nicht der Schöpfer völlig neuer Ideen. Er verkörperte und übersteigerte vielmehr ein religiöses Ideal, das um 1200 in weiten Kreisen der Bevölkerung Süd- und Westeuropas weit verbreitet war. Religiöse Laiengemeinschaften wie die norditalienischen Humiliaten, die südfranzösischen Waldenser und die flandrischen Beginen zeugen vom Wunsch breiter Gesellschaftsschichten, durch ein am apostolischem Vorbild ausgerichteten Wirken in der Welt am christlichen Erlösungswerk teilzuhaben. Die Armutsbewegung konzentrierte sich nicht umsonst in den wirtschaftlich florierenden Stadtlandschaften des nördlichen Mittelmeerraumes, Flanderns und des Rheinlandes. Hier führte eine hochentwickelte Geldwirtschaft zu einem Anstieg von Wohlstand, zu Forderungen nach politischer und religiöser Partizipation, zugleich aber auch zu enormen sozialen Spannungen und tiefgreifendenden Verwerfungen. Diese Gemengelage produziert eine bislang unbekannte sozialreligiöse Dynamik, die von der institutionalisierten Kirche nur mit Mühe eingehegt werden konnte: das radikale Armutsgebot wurde zur Scheidelinie zwischen Orthodoxie und Häresie.

Anhand der Lebensgeschichte des Franziskus soll die bewegte Zeit um 1200 beleuchtet werden. Quellen, Bilder und Sekundärliteratur bilden die Grundlage der Seminararbeit. Entsprechende Materialien zur Vorbereitung werden Ende Februar auf einer Moodle-Plattform bereitgestellt.

Zur Vorbereitung ist ferner von allen anzuschaffen und zu lesen:
H. Feld, Franziskus von Assisi, München 2007 (Beck Wissen)

Die Übernahme eines Referats ist erwünscht; eine Liste möglicher Themen ist ebenfalls über Moodle einsehbar. Hausarbeitsprojekte können im Laufe des Seminars besprochen werden. Bitte setzen Sie sich rechtzeitig mit der Dozentin in Verbindung.

Die Teilnehmerzahl für das Seminar ist nicht begrenzt. Für den Besuch der Ausstellung (mit Führung) gilt eine Teilnahmebeschränkung (maximal 20 Personen). Bitte vermerken Sie bei der Anmeldung, ob Sie auch die Ausstellung teilnehmen möchten (Kosten für Eintritt und Führung werden rechtzeitig bekannt gegeben).

Irmgard Hartenstein | 04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen