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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Bild und Kult im alteuropäischen Christentum

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module 4 und 5 / Magisterstudiengang Geschichte / weitere Interessierte auf Anfrage
Ort: Wolfenbüttel
Adresse: Herzog August Bibliothek
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel
Termin: 26.06.2006 bis
29.06.2006
Zeitraum: Mo 9:00 Uhr bis Do 17:00 Uhr
Leitung: Dr. Uta Kleine (Antike), Prof. Felicitas Schmieder (Mittelalter), Dr. Thomas Sokoll (Frühe Neuzeit)
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987- 4752

Die Geschichte des Christentums in Ost und West ist durchzogen von Überlegungen bis hin zu immer wiederkehrenden Streitigkeiten und Kämpfen (Bildstürme) um bildliche Darstellungen des Göttlichen und Heiligen. Im 4. Jahrhundert begann, mit Höhepunkten im 8. und im 16. Jahrhundert, eine lange Geschichte theologischer Rechtfertigungen von solchen Bildern. Immer wieder spielte in die innerchristlichen theologischen Auseinandersetzungen auch die Abgrenzungsproblematik gegenüber dem Judentum und dann dem Islam hinein. Die alttestamentliche („Du sollst Dir kein Bild machen“) und die antike Tradition stritten miteinander, die Gefahr der Bilderanbetung stand dem didaktischen Gewinn durch Bilder (Gregor der Große: Die Bilder sind die Bücher der Laien) gegenüber. Analog zu diesen von den Zeitgenossen wahrgenommenen Funktionen lassen sich analytisch zwei Bildtypen unterscheiden: Kultbilder (die eigene Verehrung erfuhren) und Erinnerungsbilder (die meistens begleitend zu schriftlichen Zeugnissen Heilsgeschichte erzählen). Im Unterschied zu Kultbildern stellen Erinnerungsbilder also ein wichtiges Vermittlungsinstrument im Zusammenwirken mit der Schrift dar (Wand-, Buch- und Tafelmalerei). Mit der Fixierung der Reformation auf das reine Schriftprinzip wurde – zumal vor dem Hintergrund der zunehmenden Alphabetisierung – die Rechtfertigung des Bildes immer problematischer; gleichzeitig schuf aber die moderne Druckgraphik (Holzschnitt, Kupferstich) die Voraussetzung für eine immer weitere Verbreitung religiöser Bilder im Alltagsleben.

Einführende Literatur:

  • Hans Belting, Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, München 21991
  • Jean-Claude Schmitt, Le corps des images: essais sur la culture visuelle au Moyen Âge, Paris 2002
  • Michael Camille, The Gothic Idol. Ideology and Image-Making in Medieval Art, Cambridge 1995 (Cambridge New Art History and Criticism)
  • Wolfgang Kemp, Mittelalterliche Bildsysteme, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 22 (1989) 121 ff.
  • Peter Blickle (Hrsg.), Macht und Ohnmacht der Bilder. Reformatorischer Bildersturm im Kontext der europäischen Geschichte, München 2002 (Historische Zeitschrift, Beihefte, N.F., 33)
  • Norbert Schnitzler, Ikonoklasmus – Bildersturm. Theologischer Bilderstreit und ikonoklastisches Handeln während des 15. und 16. Jahrhunderts, München 1996
  • Robert W. Scribner (Hrsg.), Bilder und Bildersturm im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, Wiesbaden: 1990 (Wolfenbütteler Forschungen, 46)

Arbeitsgrundlage des Seminars bilden die Kurse „Alteuropäische Schriftkultur/ -lichkeit“ (34201 bzw. 4101) und „Heiligenverehrung im christlichen Abendland“/ „Leben mit den Heiligen“ (34205 bzw. 4190), wobei aber bei den BA-Studierenden auch die Kenntnis der anderen zu den Modulen zählenden Kurse vorausgesetzt wird.

In der Erarbeitung des historischen Materials werden wir – in epochenübergreifender Perspektive – einen großen Bogen von der Spätantike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit spannen.

Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwarten wir die Erledigung eines kleinen Arbeitsauftrags (Referat eines Aufsatzes oder eines Buches, Vorstellung eines Hausarbeitsprojektes, Moderation oder Protokoll einer Debatte o.ä.). Wir bitten Sie, die Beiträge ab 24. April, dann aber recht zügig, mit uns abzusprechen.
Wir raten Ihnen zu einer frühzeitigen Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Sollten Sie eine Unterkunftsmöglichkeit suchen, empfehlen wir Ihnen die

Bundesakademie für kulturelle Bildung

in Wolfenbüttel. Sie können dort Einzelzimmer (36,20 €) oder Doppelzimmer (31,20 €) reservieren (Gastbelegung Frau Baeker: Fon 05331.808-419). Bitte geben Sie bei der Reservierung an, dass Sie Studierende der FernUniversität Hagen sind.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen