Logo

Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Schriftgebrauch von unten

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften Modul 4/G2;Magister; weitere Interessierte nach Absprache
Ort: München
Adresse: Studienzentrum München
Gabelsbergerstr. 39
Raum 02
(Nebengebäude der TU München)
80333 München
Termin: 11.02.2011 bis
12.02.2011
Zeitraum: Fr, 11.02.11 , 16:00 - 20:00 / Sa, 12.02.11 , 10:00 - 18.00
Leitung: Prof. Dr. Thomas Sokoll
Dr. Konrad Stauner
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Thomas Sokoll
Telefon: +49 2331 987-2123
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

Alteuropäische Schriftkultur war sozial exklusiv, denn bis ins 18. Jahrhundert blieb die Aufzeichnung und Handhabung von Schriftstücken in der Regel kleinen Funktionseliten vorbehalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die sozialen und kulturellen Grenzen zwischen den wenigen Schriftkundigen und der Masse der Analphabeten unverrückbar oder undurchdringlich gewesen wären. Erstens konnten Einzelne oder sogar ganze soziale Gruppen in den engen Kreis der schriftkundigen Elite eindringen oder aufgenommen werden, wodurch sich unter Umständen die kulturelle Grenze der Schriftkompetenz deutlich ‚nach unten‘ verschob. Zweitens gab es stets vielfältige Formen des Austauschs und der Vermittlung zwischen den Trägern der mündlichen und schriftlichen Kultur, die es ratsam erscheinen lassen, weniger von einer scharfen kulturellen Grenze als von einer breiten Übergangszone zu sprechen, in der unterschiedliche Ausprägungen des pragmatisch begrenzten Schriftgebrauchs angesagt waren.

Das Seminar widmet sich solchen Formen des Schriftgebrauchs ‚von unten‘. Wir wollen exemplarisch zwei besonders markante Quellentypen behandelt, die einen tiefen Einblick in das Alltagsleben (bis hin zu privaten Belangen) der Betroffenen ermöglichen:
1. Schriftstücke römischer Soldaten aus dem 1. bis 3. Jh. n. Chr.
2. Englische Armenbriefe aus dem frühen 19. Jh.
Zur Vorbereitung dienen ausgewählte Quellenstücke und Zusatzliteratur, die den Teilnehmern über eine moodle-Plattform zugänglich gemacht werden (Freischaltung am 16.12.2010).

Ausgehend von der Arbeit an diesen Quellen aus zwei relativ eng begrenzten Zeitabschnitten soll das Seminar aber auch Gelegenheit bieten, der Frage nach den sozialen Grenzen und der kulturellen Praxis des Schriftgebrauchs aus einer langfristeigen, vergleichenden und epochenübergreifenden Perspektive nachzugehen, indem wir auch andere der im Kurs behandelten Fälle aufgreifen. Zur Vorbereitung sollte daher auch der gesamte Kurs durchgearbeitet und geistig verfügbar sein, zumindest was seine systematische Plattform betrifft.

Methodisch wollen wir im Seminar möglichst unterschiedliche Lernschritte unternehmen, um den Teilnehmern neben der Erschließung der ausgewählten Quellenstücke auch Anregungen für (und Hilfestellungen bei) der sachlichen Sicherung des Stoffs (Wiederholung/Vertiefung des Kurses und kritische Würdigung ausgewählter Forschungsansätze) und bei der Vorbereitung von Prüfungsleistungen zu geben (Vorstellung von Hausarbeitsprojekten; Simulation mündlicher Prüfungen; Übung zur Klausurgliederung). Wer an einem eigenen Beitrag interessiert ist (zur Vorbereitung einer Prüfungsleistung oder auch ‚freischwebend‘), sollte sich möglichst bald mit den Veranstaltern in Verbindung setzen.

Die Frist zur verbindlichen Anmeldung läuft bis 15. Dezember. Da das Seminar nicht teilnahmebegrenzt ist, wird die online-Anmeldung bis Ende Januar 2011 weiterhin geöffnet bleiben (verspätete Anmelder müssen natürlich eine entsprechend kürzere Vorbereitungszeit in Kauf nehmen).

Das Studienzentrum München hat eine Liste der empfehlenswerten Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten zusammengestellt.

Lageplan des Fernstudienzentrums München
Den Studierenden wird empfohlen:
a) sich den Lageplan auszudrucken und mit zu nehmen
b) sich etwas zu Essen und zu Trinken mit zu nehmen, da weder Mensa, noch Cafeteria geöffnet sind und
c) den aktuellen Studentenausweis nicht zu vergessen, diesen benötigen Sie am Samstag um eingelassen zu
werden.

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen