Logo

Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Schlesien: Mitteleuropäische Kulturkontaktzone und Ort der Erinnerungskultur

Adressatenkreis: BA Kulturwissenschaften, Module 11 A und 12 A (auch 4 und 5), Master FEM, Modul 1, Magisterstudiengang Geschichte, weitere Interessierte auf Anfrage
Termin: 22.04.2008 bis
27.04.2008
Leitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Anmeldefrist: abgelaufen
Auskunft erteilt: E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: (02331) 987- 4752

Im Zusammenhang einer Kooperation mit dem Department for Medieval Studies, Central European University Budapest, stehen im April 2008 für eine Exkursion nach Schlesien (Polen und Tschechische Republik) etwa 10 bis 15 Plätze zur Verfügung. Bedingung ist die Bereitschaft der Übernahme eines Referates (zu dem ein Text vorab für einen Reader anzufertigen ist), wenn möglich in englischer Sprache (nicht zwingend), sowie die Akzeptanz der relativ schlichten Unterbringung (2 – 3-Bett-Zimmer). Die Kosten stehen noch nicht fest, werden sich jedoch entsprechend der Unterbringung sehr im Rahmen halten; die Anreise ist selbst zu organisieren.

Schlesien war bereits im Mittelalter ein Land, das an wichtigen transeuropäischen West-Ost-Handelsrouten lag und Durchgangsgebiet für (ost)siedelnde Menschen sowie mit ihnen Stadtrechte und andere kulturelle Austauschgüter war. Auch in Nord-Süd-Richtung war das Land unmittelbar nördlich der europäischen Mittelgebirgszüge als Durchgangsland zwischen Böhmen und Polen umstritten zwischen den beiden slavischen Fürstentümern: Eine geostrategische Lage, die sich, mutatis mutandis, in die Neuzeit hinein fortsetzte (man denke nur an die Kriege um Schlesien zwischen Österreich und Preußen im 18. Jahrhundert). Kulturell, politisch, wirtschaftlich und sozial bildete Schlesien im Hochmittelalter (einem von zwei Schwerpunkten in der Exkursionsthematik) aber nicht nur eine Kulturkontaktzone im Herzen Mitteleuropas, sondern war mit ganz Europa vernetzt: Um nur eine Momentaufnahme zu nennen: Die Heilige Hedwig von Andechs-Meranien, Exponentin einer der hervorragenden europäischen Hochadelsfamilien des 12. Jahrhunderts, Schwester der ungarischen Königin Gertrud und Tante der Heiligen Elisabeth, heiratete den schlesischen Herzog Heinrich den Bärtigen. Ihr Sohn erlitt in der Mongolenschlacht bei Liegnitz 1241, die, nachdem die Mongolen zuvor die russischen Herrschaften zerschlagen hatten, für einen Augenblick ganz Europa der Gefahr asiatischer Eroberung auszusetzen schien und entsprechend bis nach England hin wahrgenommen wurde. Als zweiter thematischer Schwerpunkt soll die Rolle Schlesiens als „deutsche“ oder „polnische“ Region im Rahmen der deutschen Ostsiedlung und ihrer Rezeption und Deutung im 19. und 20. Jahrhundert in der Erinnerungskultur Mitteleuropas in den Blick kommen.

Prüfungsleistungen für BA und MA sind möglich in den oben genannten Modulen zu Themen vor allem in folgendem Umfeld: BA „Kulturwissenschaften“, Modul 11 A, Kurs „Gegenwart Alteuropas“, Seminarthema: Mittelalterliche deutsche Ostsiedlung in Geschichtswissenschaft und Politik des 19. und 20. Jahrhunderts; und Modul 12 A, Kurs „Außengrenzen Alteuropas“, Seminarthema: ‚Deutsche’ und ‚Slaven’ am Ostrand des mittelalterlichen Lateineuropa). Auf Anfrage sind auch Themen in Modul 4, Kurs „Alteuropäische Schriftkultur“, und in Modul 5, Kurse „Heiligenverehrung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ und „Familie und Verwandtschaft im Mittelalter und Früher Neuzeit“ möglich. Master „Formierung der europäischen Moderne“, Modul 1, Kurs „Europa. Epochen und Räume“, Seminarthema: Schlesien als Kontaktzone mitteleuropäischer Kultur in der Vormoderne.

Selbstverständlich können auch Seminararbeiten für den Magister Hauptstudium geschrieben werden.

Einführende Literatur:
- Geschichte Schlesiens, Band 1, hg. von Ludwig Petry/ Josef Joachim Menzel/ Winfried Irrgang, Stuttgart 2000

04.12.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen